Der letzte Atemzug

Ich lieg im Bett völlig schwach,
der Tod erwartet mich schon.
Er kam leise, ohne Krach,
und ließ mir keine Option.

Ich denke an meine Sünden,
ich weiß es sind so viele,
wie kann ich sie begründen,
damit ich ein Sieg erziele.

Ich hab mein Leben gelebt,
ohne Tränen, ohne Reue.
Ohne ein ehrliches Gebet,
sodass ich mich nun freue.

Ich sündigte im Verborgenen,
damit es mir danach gut geht.
Ich vergaß den Erhabenen,
Dem keine Tat entgeht.

Ich lief den Sünden nach,
und habe sie genossen.
Ich dachte nie darüber nach,
keine Träne hab ich vergossen.

Die Sünde gleicht einer Glut,
die jetzt im Herzen brennt.
Sie entfacht eine tiefe Wut,
da sie meine Lage kennt.

Ich ließ mich mit denen ein,
die dem Teufel ergeben waren.
Sie trübten mein Bewusstsein,
und sündigten in Scharen.

Ich dachte, ich wäre noch jung,
und der Tod wäre weit weg.
Ich vergaß die Ermahnung,
und den wahren Zweck.

Im Sterbebett liege ich nun,
umgeben von Bekannten.
Vor dem Tod ist niemand Immun,
auch wenn viele dies verbannten.

Nun sind sie gekommen,
um mir beizustehen.
Sie haben alles unternommen,
um sich nach Ärzten umzusehen.

Doch kein Arzt kann mir helfen,
meine Stunde hat geschlagen.
Ich sehe sie, um mich kämpfen,
da sie es nicht ertragen.

Der Todeskampf wird stärker,
meine Kräfte verlassen mich.
Der Tod kam als Henker,
er kam schnell und plötzlich.

Ich musste mich ihm ergeben,
denn er schwor, darauf sein Eid,
Er schnappte sich mein Leben,
unsanft und ohne Mitleid.

Sie schlossen mir die Augen,
und deckten mich dann zu.
Dinge, die nichts taugen,
verschwanden jetzt im Nu.

Ich musste Abschied nehmen,
von allem, was ich besaß.
Ich wollte nichts unternehmen,
als ich damals darüber las.

Jetzt ist nichts geblieben,
ich musste loslassen.
All meine Vorlieben,
ich sehe, wie sie erblassen.

Das Leben hat mich hintergangen,
wie konnte ich es nicht ahnen.
Nun haben sie angefangen,
meine Beerdigung zu planen.

Sie ließen jemanden bringen,
der mich nun waschen sollte.
Leben kann man nicht erzwingen,
auch wenn man es gerne wollte.

Nackt ausgezogen,
lag ich nun auf den Tisch.
Vom Leben betrogen,
hilflos und völlig ängstlich.

Sie nahmen einen Krug,
und wuschen mich dreimal.
Alle kamen zum Trauerzug,
doch für mich war es eine Qual.

Sie brauchten ein Gewand herein,
frei von allen Nähten.
Sie wickelten mich hinein,
um sich nicht zu verspäten.

Sie trugen mich in die Moschee,
und reihten sich dann auf.
Dieser Anblick tat mir weh,
doch alles nahm seinen Lauf.

Sie beteten hinter dem Imam,
ein Gebet ohne Verneigung.
Ich fühlte mich so einsam,
ohne jegliche Zuneigung.

Ich hört die Menge sagen,
möge Allah ihm vergeben.
Dann wurde ich getragen,
in das zweite Leben.

In ein Leben unter der Erde,
geprägt von Dunkelheit.
Dort hilft keine Beschwerde,
und auch keine Klugheit.

Du bist dort völlig einsam,
ohne Mutter, die dich umarmt.
Jetzt hilft auch kein Gehorsam,
nur Allah, Der Sich erbarmt.

Dort ist auch kein Vater,
der dich vor Unheil schützt.
Auch kein Bruder, als Berater,
der dich jetzt unterstützt.

Niemand will bei dir bleiben,
und sich zu dir legen.
Es ist kaum zu beschreiben,
nun sind sie alle dagegen.

Diese Gedanken plagen mich,
ich fühle mich so hilflos.
Alles ist so bedrohlich,
und völlig ausweglos.

Ich sehe die Engel kommen,
was soll ich ihnen sagen.
Nun gibt es kein Entkommen,
sie werden mich befragen.

O Allah stehe mir bei,
wenn sie die Fragen stellen.
Lass mich reden fehlerfrei,
und lass mein Grab erhellen.

Oh Naffs, hör die Warnung,
sie ist an dich gerichtet.
Es ist eine Ermahnung,
die vom Tod berichtet.

Oh Naffs, fürchte dich,
dein Tun ist mein Untergang.
Die Welt ist verführerisch,
achte dich vor ihrem Fang.

Oh Naffs, warum siehst du nicht,
dein Tun ist mein Verderben.
Ändere endlich deine Sicht,
sonst wirst du Qualen erben.

Oh Naffs, hör mir doch zu,
ich will dir eins verraten.
Das Leben endet im Nu,
was bleibt sind gute Taten.

Ich kann es nicht verstehen,
warum hast du keine Angst?
In die Hölle wirst du gehen,
wenn du nach Sünden verlangst.

Oh Naffs, was ist nur los,
sehn dich nach Vergebung.
Deine Taten stellen mich bloß,
und zerstören meine Bestrebung.

Oh Naffs, ich fleh dich an,
lass uns Allah dienen.
Gefangen in deinem Bann,
beweg ich mich durch Minen.

Oh Naffs, ich schreibe dies,
um dich zu erinnern.
Ich möchte ins Paradies,
und du willst mich daran hindern.

Als Letztes will ich grüßen,
den Propheten dieser Welt,
Mit Qur`ān ließ er versüßen,
das, was uns erhellt.

geschrieben von 'Aasim Abu Yunus

‘Aqīdah der Şalaf

Abu l-Qāşim al-Lālkā`ī sagte: „Muĥammad Ibn al-Mudhaffar al-Muqrī[1] informierte uns und sagte: Al-Ĥuşşain Ibn Muĥammad Ibn Ĥabasch al-Muqrī[2] berichtete uns: Abu Muĥammad ‘Abdur-Raĥmān Ibn Abi Ĥātim[3] sagte:

„Ich fragte meinen Vater[4] und Abu Zur`ah bezüglich den Madhāhib (Pl. Madhhab) der Ahlu ş-Şunnah mit Hinblick auf die Fundamente der Religion (Uşūlu d-Dīn), und auf welchem Glauben die Gelehrten in all den Ländern sind, und was sie davon glauben?

Sie antworteten: „Wir haben die Gelehrten in all den Ländern getroffen – Der Ĥidjāz, Irak, Schām und Jemen – und ihr Madhhab war:

  • Der Īmān (Glaube) ist Aussprache und Tat, er steigt und fällt.
  • Der Qur`ān ist das Wort (Kalām) Allahs, er ist in jeder Hinsicht ungeschaffen.
  • Und die Vorherbestimmung, das Gute und das Schlechte, ist von Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er.
  • Und der Beste dieser Ummah nach dem Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ist Abu Bakr aş-Şiddīq, dann ‘Ummar Ibn al-Khattāb, dann ‘Uthmān Ibn ‘Affān, dann ‘Alī Ibn Abī Tālib, möge Allah zufrieden mit ihnen sein. Und sie waren die rechtgeleiteten und rechtschaffenen Khulafā` (Kalifen).
  • Und die Zehn, die der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, genannt und von denen er den Eintritt ins Paradies bezeugt hat, werden definitiv das Paradies betreten, so wie es der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte, und sein Wort ist Wahrheit. Man soll für sie um Allahs Barmherzigkeit bitten und das Sprechen über ihre Auseinandersetzungen unterlassen.
  • Und dass Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, über Seinem ‘Arsch (Thron) ist, getrennt von Seiner Schöpfung, so wie Er Sich Selber in Seinem Buch und durch die Zunge des Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, beschrieb, ohne nach dem Wie zu fragen (Bilā Kayf), Sein Wissen umfasst alles, "Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende."[5]
  • Und dass Allah, Segensreich und Erhaben ist Er, im Jenseits gesehen wird, die Leute des Paradieses (Djannah) werden Ihn mit ihrem Blick sehen, und werden Seine Worte hören, wie Er es will.
  • Und Paradies ist wahr, und Djahannam (Höllenfeuer) ist wahr, und sie sind Geschöpfe, die zu keinem Ende kommen werden, und Paradies ist die Belohnung für Seine Awliyā` (Gefolgsleute Allahs), und das Höllenfeuer ist eine Bestrafung für diejenigen, die ungehorsam sind, mit Ausnahme derer, denen Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, Sich erbarmt.
  • Und Şirāt (Brücke über dem Höllenfeuer) ist wahr.
  • Und Mīzān (Waage) ist wahr. Und dass sie zwei Waagschalen hat, in denen die guten und schlechten Taten der Menschen gewogen werden, ist wahr.
  • Und Ĥawd (das Becken), mit dem unser Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, geehrt wurde, ist wahr.
  • Und Schafā‘ah (die Fürsprache des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, am Tag des Gerichts) ist wahr.
  • Und die Auferstehung nach dem Tod ist wahr.
  • Und die Leute, die die großen Sünden begangen haben, sind unter dem Willen Allahs, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er. (D.h.: Wenn Er will, wird Er sie bestrafen und wenn Er will, wird Er ihnen vergeben).
  • Und wir erklären die Ahlu l-Qiblah (d.h. Muslime) nicht als Ungläubige aufgrund ihrer Sünden, und wir überlassen ihr Verborgenes Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er.
  • Und wir glauben, dass der Djihād und die Ĥadj obligatorisch sind, mit den Führern der Muslime zu jeder Zeit und Ära.
  • Und wir glauben nicht an Rebellion gegen die Imame (muslimische Führer), ebenso nicht ans Kämpfen während der Fittnah, und wir hören und gehorchen, wen auch immer Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, über unsere Angelegenheiten eingesetzt hat, und wir ziehen unsere Hand nicht aus dem Gehorsam ihnen gegenüber; und wir folgen der Şunnah und der Djamā’ah, und wir distanzieren uns von Abweichungen und Zwietracht und vom Auseinanderfallen in Sekten. Wahrlich, der Djihād wurde bereits geführt seit Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, Seinen Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sandte und wird weiter bestehen, bis zum Tag der Auferstehung, gemeinsam mit den Machthabern von den Führern der Muslime, und nichts wird es beseitigen. Und dasselbe gilt für den Ĥadj als auch für das Geben der Şadaqah in Form von Weidetieren an die Machthaber von den Führern der Muslime.
  • Und die Menschen (Muslime) sind als Gläubige (Mu`minūn) zu behandeln im Bezug auf ihre Regelungen und ihre Erbschaft, aber wir wissen nicht, wie sie bei Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, angesehen sind. Wer also sagt, er sei ein wahrer Gläubiger, so ist ein Neuerer (Mubtadi‘), und wer auch immer sagt, er sei ein Gläubiger vor Allah, so ist er ein Lügner. Und wer auch immer sagt, dass er wahrlich an Allah glaubt, der ist korrekt.
  • Und die Murdji`ah[6] und die Neuerer leiten in die Irre.
  • Und die Qadariyyah[7], die ja Leute der Neuerung sind, leiten in die Irre.
  • Und wer von ihnen ablehnt, dass Allah Dinge weiß bevor sie in Erscheinung treten, so ist er ein Kāfir (Ungläubiger).
  • Und die Djahmiyyah[8] sind Kuffār (Ungläubige).
  • Und die Rāfidah[9] haben den Islam abgewiesen.
  • Und die Khawāridj sind Abtrünnige.
  • Und wer behauptet, dass der Qur`ān erschaffen ist, so ist dieser ungläubig in Allah dem Erhabenen, der Unglaube, der ihn aus der Religion ausstoßt; und wer seinen Unglauben anzweifelt, falls er von denen ist, die (die Angelegenheit) verstehen, so ist auch er ein Ungläubiger.
  • Und wer Zweifel im Bezug auf die Worte Allahs (den Qur`ān) hat und er sagt: Ich weiß nicht, ob sie erschaffen sind oder nicht, so ist er ein Djahmiy (von den Djahmiyyah).
  • Und wer waqf bezüglich des Qur`ān macht (nicht zu sagen ob er geschaffen oder ungeschaffen ist) aufgrund von Unwissenheit, so sollte er (diesbezüglich) unterrichtet werden und als Neuerer erklärt werden, nicht aber als Ungläubiger.
  • Und wer sagt: „Die Worte, die ich vom Qur`ān ausspreche sind geschaffen“, so ist er ein Djahmiy, oder falls er sagt: „Der Qur`ān mit meiner Aussprache (Rezitation) ist geschaffen“, so ist er ein Djahmiy.

Abu Muĥammad (Ibn Abi Ĥātim) sagte: „Und ich hörte meinen Vater sagen:

  • „Und das Anzeichen der Neuerer ist ihre Verleumdung der Ahlu l-Athar (d.h. Leute der Überlieferungen).
  • Und das Anzeichen der Ketzer (Zanādiqah) ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Ĥaschawiyyah” (die Wertlosen), mit der Absicht die Überlieferungen somit für ungültig zu erklären.
  • Und das Anzeichen der Djahmiyyah ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Muschabbihah”[10].
  • Und das Anzeichen der Qadariyyah ist: Das Benennen der Ahlu l-Athar „Mudjbirah“[11].
  • Und das Anzeichen der Murdji`ah ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Mukhallifah“ (Gegner) und „Nuqşāniyyah“ (Zurückgebliebenen).
  • Und das Anzeichen der Rāfidah ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Nāşibah“[12].

Jedoch verdienen die Ahlu ş-Şunnah keinen anderen Namen außer den einen, und es ist absurd, sie unter diesen Namen zu sammeln.

Abu Muĥammad sagte:

  • „Und ich hörte meinen Vater und Abu Zur‘ah den Leuten den Befehl geben, die Irregegangen und Neuerer zu meiden, und sie waren sehr streng in dieser Sache und sie verboten Bücher zu verfassen, die nicht auf Überlieferungen basiert sind.
  • Und sie verboten den Leuten das Besuchen der Sitzungen der Leute des Kalām[13], und das Schauen in die Bücher der Leute des Kalām, und sie sagen: Eine Person des Kalām wird niemals erfolgreich sein.“

Abu Muĥammad[14] sagte: „Und dies ist was ich auch sage (Also was oben genannt wurde, ist ebenfalls mein Glaube).“

Und Abu ‘Alī bin Habasch al-Muqrī[15] sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und unser Scheikh Ibn al-Mudhaffar[16] sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und unser Scheikh, also der Autor[17], sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und at-Turaythītī[18] sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und unser Scheikh aş-Şulafī[19] sagte: „Und es ist, was wir auch sagen.“

Ibn al-Muqri`, Abu Bakr Muĥammad bin Ibrāhīm (gest. 381 n.H.) sagte: „Mein Madhhab in den Fundamenten des Glaubens, ist der Madhhab von Aĥmad Ibn Ĥanbal und Abu Zur’ah ar-Rāzī.“[20]

 

Von Abu Zur‘ah ‘Ubaydullah ar-Rāzī  (200 - 264 n.H. / 816 - 878 n.Ch.) und

Abu Ĥātim Muĥammad Ibn Idrīş ar-Rāzī  (195 - 277 n.H. / 811 - 890 n.Ch.)

 

 

 



[1]
Er ist Abu Bakr Muĥammad Ibn al-Mudhaffar Ibn ‘Alī Ibn Ĥarb ad-Daynūrī. Er gehörte zu den Schülern von al-Ĥuşşain Ibn Muĥammad Ibn Ĥabasch. Er starb 415 n.H. (1024 n.Ch.). Al-Khatīb al-Baĝdādī hat gesagt: „Wir haben über ihn geschrieben. Er war ein rechtschaffener, tugendhafter und wahrhaftiger Scheikh gewesen.“ [Tārīkh Madīat aş-Şalām „Baĝdād“ von al-Khatīb al-Baĝdādī 4/430]

[2] Al-Ĥuşşain Ibn Muĥammad Ibn Ĥabasch al-Muqrī, Abu ‘Alī. Abu ‘Ammr ad-Dānī sagte über ihn: „Er war fortgeschritten im Wissen über den Qur`ān, bekannt für seine Genauigkeit, zuverlässig und vertrauenswürdig. Er starb im Jahre 373 n.H. (983 n.Ch.). [„Tārīkh al-Işlām“ von adh-Dhahabī]

[3] „Scharĥ Uşūl I’tiqād Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah – Abu l-Qāşim Hibatullah al-Lālkā`ī (Band 1, S. 176-180) mit einer authentischen Überlieferungskette. Ibn Qudāmah al-Maqdişī hat einen Teil davon mit zwei verschiedenen Überlieferungsketten in seinem Buch „Ithbāt Şifat al-‘Uluw (S. 182-184) verzeichnet. Auch adh-Dhahabī hat einen Teil davon mit seiner Überlieferungskette in „Şiyar A’lām an-Nubalā`“ (Band 13, S. 84) verzeichnet. Und Ibn Abī Ĥātim erwähnte dies in seinem Buch „Aşlu ş-Şunnah wa ‘Tiqādu d-Dīn“. Dieser umfasst Fragen und Antworten, die an seinen Vater und an Abī Zur’ah gerichtet waren. Diese stehen geschrieben in der „Maktabah adh-Dhāhiriyyah“ in Damaskus in Band 11, S. 166-169.

[4] Abū Ĥātim Muĥammad Ibn Idrīş ar-Rāzī

[5] Asch-Schūrā 42:11

[6] Anm. des Übersetzers: Die Murdji`ah sind jene, die leugnen, dass die Taten ein Teil des Īmān (Glaube) sind. Und sie sagen, Īmān bestünde nur aus der Bestätigung des Herzens und der Aussage der Zunge. Die Extremsten unter ihnen beschränken den Īmān nur auf den Glauben des Herzens. Außerdem leugnen sie, dass der Īmān zu- und abnimmt.

[7] Anm. des Übersetzers: Sie sind die Anhänger von Djahm Ibn Şafwān. Diese Sekte wurde von Ma’bad Ibn Djuhani in Basra zur Zeit der Gefährten gegründet. Sie leugnen Allahs Bestimmung (Qadar) und glauben, dass der Mensch seine eigenen Handlungen erschafft, die vom Willen und der Macht Allahs unabhängig sind.

[8] Anm. des Übersetzers: Auch sie sind Anhänger von Djahm Ibn Şafwān, der auf diese Ummah die schreckliche Neuerung des Ta’tīl (Verneinung der Attribute Allahs) losließ. Dieses Ta’tīl geschah entweder direkt oder durch Verdrehung der Bedeutungen, so wie sie dies für die Hand Allahs vornahmen und als Seine Macht bzw. Großzügigkeit umdeuteten. Sie verneinen auch, dass Allah über Seiner Schöpfung über Seinem Thron ist, und sie sprechen sich gegen den Glauben, dass Paradies und Hölle von ewigem Dasein sind.

[9] Anm. des Übersetzers: Die Rāfidah sind extreme Schiiten sie sich selbst Ithnā Asch’ariyyah (Zwölfer Schiiten) oder Dja’fariyyah nennen. Diese Sekte wurde von ‘Abdullah Ibn Şaba` - einem Juden – gegründet, der in der Khalīfah-Zeit von ‘Uthmān lebte. Er behauptete, seine Liebe zu ‘Alī und der Familie des Propheten gegenüber. Sie (die Rāfidah) verfluchen die Gefährten und erklären sie zu Ungläubige, insbesondere Abu Bakr, ‘Ummar, ‘Uthmān und die Frauen des Propheten. Die glauben auch, dass der Qur`ān unvollständig sei.

[10] Anm. des Übersetzers: Sie sind jene, die verkünden, dass Allah Seiner Schöpfung gleicht, und dass die Eigenschaften Allahs wie die Eigenschaften Seiner Geschöpfe sind. Der Erste, der diese Vorstellung verbreitete, hieß Maqātil Ibn Şulaimān al-Khurasānī. Dies geschah zur Zeit der Tabi’īn.

[11] Anm. des Übersetzers: Die Mudjbirah glauben, dass der Mensch keinen eignen Willen hat und somit für seine eignen Taten nicht verantwortlich ist; vielmehr wäre er zu seinen eigenen Taten gezwungen.

[12] Anm. des Übersetzers: Nawāşib sind jene, die ‘Alī und der Familie des Propheten gegenüber Hass empfinden

[13] Anm. des Übersetzers: Im arabischen „’Ilm al-Kalām“: Von der Philosophie beeinflusste Richtung, die in der muslimischen Welt entstand, vor allem nachdem die griechische Philosophie ins Arabische übertragen wurde. Zu dieser Richtung gehören u.a. die al-Mu’tazilah.

[14] ‘Abdur-Raĥmān Ibn Abi Ĥātim ar-Rāzī, der Verfasser dieser Überlieferung

[15] Einer der Überlieferer in der Kette dieses Athars. Siehe Fußnote 2

[16] Der, der sagt „unser Sheikh“ ist Abu al-Qaasim al-Lalaka’i.

[17] Der Autor ist Abu al-Qasim al-Lalaka’i. (gest. 418 nH.)

[18]At-Turaythithi: Er ist Aĥmad Ibn ‘Ali Ibn al-Ĥusayn at-Turaythithi dann al-Baghdadi. Er hörte von al-Qasim al-Lalaka’i und starb 497 Hijri (Siyar A`lam an-Nubala by Adh-Dhahabi 19/162). Und er war einer derjenigen, die das Buch „Sharh Usool al-I’tiqaad Ahlus Sunnah” von dem Author (Abu Qasim Al-Lalaka`I) überlieferte, so wie es in der Muhaqqiq Einleitung des Buches erwähnt ist (1/131).

[19] Er ist der Muhaddith, der Mufti, Sheikul Islam Abu Tahir Aĥmad Ibn Muĥammad as-Sulafee, geboren im Jahre 475 Hijri, er überlieferte von Abu Bakr Aĥmad at-Turaythithi und er starb 576 nH. (Siyar A`lam an-Nubala vol.21 p.5, 11 & 39), und er ist der Überlieferer des Buches von at-Turaythithi.

[20] Siyar A`lam An-Nubala von Adh-Dhahabi (16/401)

Das Entlarven der Rufer zur Freiheit

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten. Und Lob und Heil seien auf den edelsten Gesandten, unseren Propheten Muĥammad und auf seine Angehörigen und all seinen Gefährten.

Um fortzufahren:

Oh Diener Allahs! Unser Herr, Erhaben ist Er, sagt – und wer ist wahrhaftiger als Allah in Seinen Worten: "Und dein Herr erschafft, was Er will, und wählt."1 Oh Muslim! Wenn Allah dich für den Islam auserwählt und dich zu diesem rechtgeleitet hat, dann lobpreise Allah für diese Gunst. Denn diese gehört wahrlich zu den besonderen Segnungen und ist eine großartige Gnade.

Liebe Muslime! Wisst ihr, was unser Herr unserem Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt hat, als Er ihm eine Gnade erwiesen hat mit dieser vollkommenen, vollständigen und allumfassenden islamischen Rechtslehre (Scharī‘ah), die Gutes sowohl für das Diesseits als auch für das Jenseits verbirgt? Er sagte zu ihm: "Hierauf haben Wir dich auf eine Richtung in der Angelegenheit (der Religion) festgelegt. So folge ihr und folge nicht den Neigungen derjenigen, die nicht Bescheid wissen. Gewiss, sie werden dir vor Allah nichts nützen. Aber gewiss, die Ungerechten sind einer des anderen Schutzherren. Allah aber ist der Schutzherr der Gottesfürchtigen."2

Gewiss, liebe islamische Gemeinschaft (Ummah), dies ist eine Anerkennung für unseren Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken und eine Erinnerung an ihn zugleich bezüglich der Rechte, die diese Scharī’ah hat und dass er sich an ihr mit seinem Wissen und seinen Taten halten soll. Dabei soll er sich nicht den Neigungen der Ungerechten und Voreingenommenen zuwenden, die ja die Feinde dieser Scharī’ah sind, sei es in der früheren oder auch in der heutigen Zeit. Dies ist eine Ansage, die an ihn als auch an seine gesamte Ummah gerichtet ist. Da Er sie zu dieser großartigen Religion rechtgeleitet hat, müssen sie dies sowohl bezüglich ihres Wissens als auch bezüglich ihrer Taten akzeptieren. Sie sollen sich daran mit ihren Backenzähnen festbeißen und Allah lobpreisen, dass er sie zum Islam rechtgeleitet hat. "Wir hätten unmöglich die Rechtleitung gefunden, wenn uns Allah nicht rechtgeleitet hätte."3 Gelobpreist sei Allah für die Gunst des Islams.

Oh Gemeinschaft des Islams! Die Rechtslehre des Islams hat uns verdeutlicht, dass derjenige, der als Einziger schaffen, versorgen, lebendig machen und sterben lassen kann, zweifellos auch derjenige ist, dem alle Arten der Anbetung gewidmet werden dürfen, Ihm und keinem anderen sonst. Somit ist es nicht erlaubt, ein Geschöpf anzubeten, egal um welch ein Geschöpf es sich dabei handelt, ob ein nahstehender Prophet oder ein entsandter Engel.

Die Rechtslehre des Islams hat uns verdeutlicht, dass derjenige, der die Verfugungsgewalt über alle Dinge in ihrer Vollkommenheit besitzt, auch derjenige ist, dem gehorcht werden muss und dem keinerlei ungehorsam entgegengebracht werden darf. Ihm muss gedacht werden, sodass er nicht vergessen wird. Ihm muss gedankt werden, sodass man ihm bezüglich nicht ungläubig wird.

Die Rechtslehre des Islams hat uns verdeutlicht, dass unser Herr und unser Schöpfer den Propheten Muĥammad, möge Allah ihn loben und Heil schenken, mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit gesandt hat. Er hat seine Worte, seine Taten, seine Entscheidungen zur Offenbarung gemacht, die Er ihm eingehaucht hat. "[…] und er redet nicht aus (eigener) Neigung. Es ist nur eine Offenbarung, die eingegeben wird."4

Die Rechtslehre des Islams hat uns verdeutlicht, dass das Urteilen und das Richten zwischen der Gemeinschaft des Islams allein auf Basis der islamischen Rechtslehre stattfinden darf, die ja die gerechteste, friedensstiftende und geeignetste aller Rechtslehren für die gesamte Menschheit ist. "Und worüber ihr auch immer uneinig seid, das Urteil darüber steht Allah (allein) zu."5

Liebe Geschwister! Die Rechtslehre des Islams hat uns verdeutlicht, dass derjenige, der sich an ihr festhält, und sie aufrichtig und aus Überzeugung in die Tat umsetzt, für den wird es als Lohn das Beste geben, sei es im Diesseits oder auch im Jenseits. "Wer rechtschaffen handelt, sei es Mann oder Frau, und dabei gläubig ist, den werden Wir ganz gewiss ein gutes Leben leben lassen. Und Wir werden ihnen ganz gewiss mit ihrem Lohn das Beste von dem vergelten, was sie taten."6

Sie ist eine Rechtslehre, mit der Allah die Gültigkeit aller vorherigen Rechtslehren aufgehoben hat. In ihr vereinte Er all das Gute, das in den vergangenen Rechtslehren enthalten war. "Und Wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war, und als Wächter darüber. So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat […]."7

Die Rechtslehre des Islams hat uns den Vorzug eines Gläubigen (Mu`min) verdeutlicht und dass der Gläubige durch diese Religion, die Ihm Allah als Wohltat erwiesen hat, reiner, sauberer, wahrhaftiger und läutender ist als alle, die sich auf dieser Erde befinden. "Allah hat den Gläubigen wirklich eine Wohltat erwiesen, als Er unter ihnen einen Gesandten von ihnen selbst geschickt hat, der ihnen Seine Zeichen verliest, und sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich zuvor wahrlich in deutlichem Irrtum befanden."8 "Wohl ergehen wird es ja jemandem, der sie läutert, und enttäuscht sein wird ja, wer sie verkümmern lässt."9

Die Rechtslehre des Islams umfasst all die Arten der Anbetung, der Beziehungen und der Charaktereigenschaften. Sie ist eine Rechtslehre der Toleranz und Einfachheit. Sie ist eine Rechtslehre der Gerechtigkeit und Fairness. Sie gibt jedem sein Recht, das ihm zusteht.

Sie ist eine Rechtslehre, mit der Allah die Bürde und die Fesseln abnahm, die auf uns lagen. Es sind die Bürde und Fesseln, die auf jene lagen, die vor uns waren. "[…]die dem Gesandten, dem schriftunkundigen Propheten, folgen, den sie bei sich in der Thora und im Evangelium aufgeschrieben finden. Er gebietet ihnen das Rechte und verbietet ihnen das Verwerfliche, er erlaubt ihnen die guten Dinge und verbietet ihnen die schlechten, und er nimmt ihnen ihre Bürde und die Fesseln ab, die auf ihnen lagen."10

Sie ist eine Rechtslehre, die in all ihren Bereichen vollkommen ist. Demjenigen, den Allah die Wohltat durch diese Rechtslehre erwiesen hat, der sollte wissen, dass diese zu den größten Wohltaten gehört, die der Herr der Welten ihm erwiesen hat. Deshalb sei Allah, Der Herr der Welten, gelobpreist dafür.

Oh Gemeinschaft des Islams! Einige, die wenig Wissen und Verständnis haben und die entweder zu den Muslimen selbst oder zu den Feinden der Muslime gehören, rufen die islamische Gemeinschaft zur bürgerlichen Freiheit, wie sie behaupten. Was wollen diese Menschen mit dieser bürgerlichen Freiheit und was bezwecken sie damit? Mit diesen Worten fordern sie folgendes: Sie rufen zur Freiheit bezüglich den Gedanken, der Meinung und der Religion. Der Mensch sollte sagen können, was er möchte, wann er möchte und wenn er möchte, ohne religiöse Hemmungen oder staatlicher Abschreckung. Sie sagen: Jeder sollte seine Meinung frei äußern können und darüber berichten dürfen, was in seinem Innern ist, egal ob dies in Einklang mit der Rechtslehre Allahs steht oder nicht und egal, ob dies dem Islam widerspricht oder nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Meinung von einem Atheisten, einem Ketzer, oder einem Gläubigen, der an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, kommt. Dies behaupten diese Rufer zur Freiheit, doch Allah lehnt dies den Muslimen ab.

Denn die Muslime glauben an Allah als ihren Herrn, an den Islam als ihre Religion und an Muĥammad, möge Allah ihn loben und Heil schenken, als Prophet und Gesandter. Allah hat uns mit dem Islam erhoben und uns mit ihm gesegnet. Was gibt es denn über die Wahrheit hinaus außer dem Irrtum? Wie lassen sie sich also abwendig machen? "Begehren sie denn eine andere als Allahs Religion, wo sich Ihm doch (jeder) ergeben hat, der in den Himmeln und auf der Erde ist, freiwillig oder widerwillig? Und zu Ihm werden sie zurückgebracht."11

Die Leute des Glaubens sind die Leute, die an Allah und Seiner Rechtslehre wahrhaftig und wohlwollend glauben. Sie fügen sich Ihm gegenüber und züchtigen ihre Seelen auf diesem Weg. Bei Allah, ihr werdet das Gute gebieten und das Verwerfliche verbieten und den Übertretern die Hand festhalten und sie überreden, gerecht zu handeln oder Allah wird euch gegenseitig die Köpfe abschlagen lassen und euch verfluchen so wie Er diejenigen verflucht hat, die vor euch waren. "Verflucht wurden diejenigen von den Kindern Işrā`īls, die ungläubig waren, durch den Mund Dāwūds und ‘Īşās, des Sohnes Maryams. Dies dafür, dass sie sich widersetzten und stets übertraten. Sie pflegten einander nichts Verwerfliches, das sie taten, zu verbieten. Fürwahr, wie schlimm ist, was sie zu tun pflegten!"12

Sie sagen: Wir fordern die Freiheit beim Urteilen und Richten. Die Mehrheit der Menschen soll entscheiden dürfen, egal ob diese Mehrheit sich auf der Wahrheit befindet oder auf der Falschheit. Dies widerspricht jedoch dem Urteil Allahs. "Begehren sie etwa das Urteil der Unwissenheit? Wer kann denn besser walten als Allah für Leute, die (in ihrem Glauben) überzeugt sind?"13 Das Urteil gehört allein Allah, wir wenden uns in Entscheidungsfragen an Ihm allein. So verhalten sich die Muslime, die an Allah als ihren Herrn, an den Islam als ihre Religion und an Muĥammad, möge Allah ihn loben und Heil schenken, als Prophet und Gesandter, glauben.

Sie sagen auch: Der Islam hat der Frau ihre Freiheiten nicht gewährt. Wie sieht aber die Freiheit bei diesen Leuten aus? Ist ihre Freiheit etwa, dass sie sich von den Einschränkungen befreien soll, die ihr die islamische Rechtslehre gesetzt hat? Soll sie sich etwa von ihrer Keuschheit, ihrem Schutz, ihrer Scharm und ihrer Ehre befreien und stattdessen das, was besser ist, eintauschen gegen das, was geringer an Wert ist? Soll sie etwa die Wahrheit gegen die Unwahrheit eintauschen, die Freizügigkeit gegen den Scharm, die Ehre und den Schutz gegen die Entschleierung, Aufmachung und dem Verlassen der Methodik der islamischen Rechtslehre? Diese islamische Rechtslehre hat ihr in den letzten vierzehn Jahrhunderten diese Vorzüge und diese Ehre garantiert und sie vor den Spielereien der Niedrigsten geschützt. Diese islamische Rechtslehre hat die Frau und die Abstammung beschützt und hat sie mit einer besonderen Fürsorge umgeben.

Liebe Muslime! Diese Rechtslehre hat sich um die fünf Notwendigkeit gekümmert. Sie ist gekommen, um die Religion, den Besitzt, die Ehre, den Verstand und das Leben zu schützen. Sie hat all jenen gedroht, die die Grenzen Allahs überschreiten. Die Muslime halten sich an die Gesetze Allahs.

Lieber Muslim! Wir sagen zu diesen Leuten: Dieser Ruf zur Freiheit ist ein falscher Ruf. Diese sind lediglich Parolen, hinter denen sie sich verstecken. Wir Muslime werden, wenn Allah es möchte, standhaft auf dieser Religion bleiben und den Gesetzen Allahs folgen. Diese Freiheit ist bei ihnen lediglich ein Instrument, das sie verwenden, ohne jedoch ihre wahre Bedeutung zu kennen. Andere wiederum benutzen dieses Instrument aus der Sicht der Heuchelei, die sich in ihren Herzen festgesetzt hat – möge Allah uns davor bewahren.

Wir sehen die Wiedersprüche, in denen all jene verwickelt sind, die zur Freiheit rufen, diese symbolisieren und ihre Fahne hissen. Sie sind es, die die wahre Bedeutung der Freiheit in ihren Beziehungen vernichtet haben. Ihre Beziehungen fügen sich weder einer Religion, noch einem edlen Charakter noch irgendwelchen Gepflogenheiten, sei es im Kriegs- oder Friedensfall. Immer, wenn die Freiheit ihren Interessen wiederspricht, verliert diese an Bedeutung und an Wert.

Wir Muslime lassen uns von solchen Parolen nicht täuschen. Wir besitzen die Rechtslehre des erhabenen Allahs, wir besitzen das Buch unseres Herrn und die Şunnah Seines Gesandten, möge Allah ihn loben und Heil schenken. Jenen soll das Genüge sein, die dies verstanden heben und deshalb beruhigt sind. Sie setzen die Gesetze der islamischen Rechtslehre um und wenden sich in Entscheidungsfragen an ihr.

Diese trügerische Freiheit, ist die Parole derer, die sich an ihr als erstes vergangen und gegen sie verstoßen haben. Ein Muslim glaubt aufrichtig an Allah. Der erhabene Allah hat uns anbefohlen, nicht in Seinen Angelegenheiten und den Angelegenheiten Seines Gesandten zu wählen. Wenn Allah und Sein Gesandter uns etwas befehlen, dann müssen wir hören und gehorchen. "Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen."14

Seid deshalb gegenüber Allahs Befehlen gehorsam und setzt Seine Gesetze aufrichtig um. Lasset euch nicht von diesen trügerischen Parolen und Ansichten täuschen, die entweder von den Feinden des Islams verbreitet werden oder von jenen, die unwissend sind bezüglich des Islams und seiner Wirklichkeit. Jene, die nur das nachsagen, was die anderen sagen ohne darüber ernsthaft nachzudenken.

Oh Diener Allahs! Die Religion des Islams ist ein Schutz für seine Leute. Er beschützt sie vor allem Übel. Immer, wenn die Muslime an diese Religion festhalten werden, werden sie Ehre und Stolz erfahren. "Und werdet nicht schwach noch seid traurig, wo ihr doch die Oberhand haben werdet, wenn ihr gläubig seid."15

Oh Gemeinschaft des Islams! Den Muslimen ist das widerfahren, was ihnen widerfahren ist, weil sie nachlässig im Bezug auf ihre Religion wurden. Sie haben die Religion komplett aus ihrem Leben verbannt. In mitten der Muslime haben sich dann Gruppierungen gebildet, die irregeleitet sind und Sekten, die abscheulich sind. All jene tragen Parolen hoch, die den Islam und seinen Leuten schaden. Sie werden von den Feinden des Islams manipuliert. Sie scheuen keine Mühen, um diese Gruppierungen zu festigen. Als die Feinde ihre Angelegenheiten diesbezüglich erledigt haben und die islamische Gemeinschaft dadurch zerstört und verdorben wurde, ist ihre Existenz nun geschwächt, sodass sie von allen Seiten überfallen wird.

Diese Willkür ist entstanden durch die Leute, die sich von den Feinden des Islams haben täuschen lassen. Sie haben sich stets zu recht biegen lassen, so wie die Feinde sie gerade haben wollten. Sie richten sie nach ihren Bedürfnissen ab und lassen sie den Weg folgen, den sie möchten. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen finden, lassen sie sie zurück, so als würden sie sie nicht kennen. Die Feinde kennen keine langanhaltende Freundschaft. Ihre Freundschaft basiert auf eigene Interessen und Nutzen, den sie dadurch erlangen können.

Deshalb sollte die islamische Gemeinschaft auf ihre Angelegenheiten Acht geben, zur Vernunft zurückkehren, ihre Reihen vereinen und diese Grundsätze und Parolen von ihr weisen, die ihr nur schaden. Als einige Muslime die Parolen des Marxismus und des Kommunismus hochgehisst haben und diese Ideologien in das Land einführten, um sie an Stelle der islamischen Rechtslehre zu ersetzen, haben sie damit dem Land und den Menschen einen enormen Schaden zugefügt. Die Muslime wurden dadurch von zahlreichen Strafen heimgesucht. Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden. "Dies, weil Allah nimmer eine Gunst, die Er einem Volk erwiesen hat, ändert, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist, und weil Allah Allhörend und Allwissend ist."16

Die Muslime werden niemals siegreich sein, Unterstützung erfahren, Macht und Schlagkraft besitzen, wenn sie nicht zu ihrem Herrn und zu Seiner Rechtslehre zurückkehren, indem sie die islamische Rechtslehre in ihren Gedanken und Taten umsetzen und sich mit ihrem Herzen um ihr versammeln. Die Herzen können nur mit der Religion vereint werden, denn diese Religion hat bereits die Herzen derer vereint, die vor uns waren. Diese Religion wird stets stark und mächtig bleiben, solange sie Unterstützer und Helfer hat. "Und Allah wird ganz gewiss denjenigen helfen, die Ihm helfen. Allah ist wahrlich Stark und Allmächtig. – (Ihnen), die, wenn Wir ihnen eine feste Stellung auf der Erde verleihen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten. Und Allah gehört das Ende der Angelegenheiten."17

Und wisset, möge Allah mit euch gnädig sein, dass das beste Wort das Wort Allahs ist und der beste Weg der Weg Muĥammads ist. Die schlechteste Sache ist die Neuerung in der Religion, und jede Neuerung ist ein Fehlgehen. Haltet euch an die Gemeinschaft der Muslime, denn Allahs Hand ist über der Gemeinschaft. Und wer davon abweicht, weicht in die Hölle ab.

Und sprecht den Segen über den Diener und Gesandter Allah, unseren Propheten Muĥammad, so wie es euch euer Herr anbefohlen hat, als Er sagte: "Gewiss, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß."18

Möge Allah unseren geliebten Propheten loben und Heil schenken. Und möge Allah Wohlgefallen haben auf die rechtgeleiteten Kalifen.

 

______________________________________

1 Al-Qaşaş 28:68

2 Al-Djāthiyah 45:18-19

3 Al-A’rāf 7:43

4 An-Nadjm 53:3-4

5 Asch-Schūrā 42:10

6 An-Naĥl 16:97

7 Al-Mā`idah 5:48

8 Āli-‘Imrān 3:164

9 Asch-Schams 91:9-10

10 Al-A’rāf 7:157

11 Āli-‘Imrān 3:83

12 Al-Mā`idah 5:78-79

13 Al-Mā`idah 5:50

14 Al-Aĥzāb 33:36

15 Āli-‘Imrān 3:139

16 Al-Anfāl 8:53

17 Al-Ĥadj 22:40-41

18 Al-Aĥzāb 33:56

Der isländische Vulkan Eyjafjalla

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten. Er, Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und Allvergebende. Ich bezeuge, dass es keinen anbetungswürdigen Gott gibt außer Allah allein, Der ohne ebenbürtigen Partner ist. Ihm gehört die Herrschaft, und Ihm gehört alles Lob, und Er hat zu allem die Macht. Und ich bezeuge, dass Muĥammad Sein Diener und Gesandter ist, der Frohbote und Warner und die lichtspendende Leuchte, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ihm, seiner Familie und all seinen Gefährten, solange, bis der Tag der Auferstehung anbricht.

Um fortzufahren:

Flugzeuge bleiben am Boden, Flughäfen wurden geschlossen und Flüge gestrichen. Über hundertdreizehn Flughäfen in ganz Europa schließen ihren Luftraum gegenüber dieser weltweiten Katastrophe. Mehr als dreiundsechzigtausend Flüge wurden gestrichen. Die wirtschaftlichen Schäden für die Fluggesellschaften belaufen sich auf über zweihundert Millionen Dollar täglich. Die Anzahl der Menschen, die von diesem Flugverbot betroffen sind, übersteigt über weitem die sieben Millionen Grenze. Die Verbindungsstricke zu ihnen sind abgeschnitten! Die Flughallen sind zu Schlafkasernen umfunktioniert worden. Die Aufgabe der Flughafenbetreiber ist nun die Versorgung dieser Menschen mit Nahrungsmittel und Schlafmöglichkeiten.

Europa gleicht einem Kontinent, der vom Rest der Welt abgeschnitten ist. Der ganze Luftraum ist zu erliegen gekommen. So etwas gab es in der Luftraumgeschichte noch nie. Viele haben diese Katastrophe zur schlimmsten Katastrophe in der Geschichte des zivilen Luftraums gezählt.

1.         Darum zieht die Lehre daraus, o die ihr Einsicht besitzt:

Diese „kleine“ Vulkanasche schürt in einem ganzen Kontinent Angst und Schrecken und bringt ihren gesamten Luftraum zum erliegen. Was wäre wohl, wenn mehrere Vulkane gleichzeitig ausgebrochen wären?!

Dies ist ein Ereignis, die bei uns Bedenken und Besinnung erwecken sollten. Wir müssen über solche Ereignisse ernsthaft nachdenken und unsere Lehren daraus ziehen. Ein Muslim lässt kein Ereignis einfach so vergehen, ohne sich darüber ernsthaft auf Grundlage seines Glaubensfundamentes (’Aqīdah) und seines Glaubens auf Allah Gedanken gemacht zu haben. Er ist sich bewusst, dass alles Gute, das auf dieser Welt geschieht, durch die Gnade Allahs geschieht. Und alles Böse auf dieser Welt geschieht durch die Kenntnis des erhabenen Allahs. "Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden."1 Er ist Weise in allem, was Er bestimmt und auswählt: "Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt."2

2.         Und Wir senden die Zeichen nur, um Furcht einzuflößen:

Vulkane und Erdbeben sind Heerscharen des erhabenen Allahs. Er schickt sie über Seine Diener, die Er will, wann Er will und wie Er will, als Warnung, Drohung, Prüfung und Bestrafung. "Aber niemand weiß über die Heerscharen deines Herrn Bescheid außer Ihm. Und es ist nur eine Ermahnung für die Menschenwesen."3

Zu den Heerscharen des erhabenen Allahs gehört auch diese Aschenwolke, die aus mineralischen Teilchen und feinsten Gesteinbruchpartikeln. Die Asche-Teilchen können Rotorschaufeln der Flugzeuge zerstören und die Düsentriebwerke stoppen. Die hohen Temperaturen wandeln die Asche-Teilchen in flüssiges Glas um, das die Lüftungsklappen verklebt. Abgekühlte Glas-Teilchen setzen sich an den Turbinenschaufeln fest und blockieren diese. Deshalb wurde diese Aschewolke auch als Killer-Wolke bezeichnet.

Sie beschränken sich in ihren Analysen lediglich auf die Behauptung, dass dies ein Naturphänomen ist, das nach bestimmten Gesetzen ausgelöst wird. Dabei vernachlässigen sie Denjenigen, Der die alleinige Kontrolle über dieses Universum hat. Wer ist derjenige, der dieses Universum nach diesen Gesetzen führt und ihre Zeichen über jeden sendet, die Er will?! "Er ist es, Der euch den Blitz (als Grund) zur Angst und zum Begehren sehen und die schweren Wolken entstehen lässt. Und der Donner lobpreist Ihn und (desgleichen) die Engel aus Furcht vor Ihm. Und Er sendet die Donnerschläge und trifft damit, wen Er will. Dabei streiten sie über Allah, wo Er doch stark im Streiten ist."4

3.         Und es ist nur eine Ermahnung für die Menschenwesen:

Das, was geschehen ist, ist eines der Zeichen Allahs, die Er zu Seinen Dienern schickt, als Erinnerung und Ermahnung für die Gläubigen und den Widersachern Angst und Furcht einzuflößen. Ein gläubiges Herz lässt sich durch diese Ereignisse ermahnen und kehrt zu ihrem Herrn reumütig zurück. Die nachlässigen Herzen hingegen sind lediglich mit den materiellen Schäden beschäftigt und befolgen das Weltgeschehen aus einer anderen Perspektive. Sie bewundern diesen Vulkan und vergessen gleichzeitig dabei den Herrn dieses Vulkans. "Sie haben Herzen, mit denen sie nicht verstehen; sie haben Augen, mit denen sie nicht sehen; und sie haben Ohren, mit denen sie nicht hören. Jene sind wie das Vieh. Aber nein! Sie irren noch weiter ab. Jene sind (überhaupt) die Unachtsamen."5

Zu den Zeichen des Verhärtens der Herzen und ihrer Vernichtung gehört, dass die Menschen von diesen furchteinflößenden Ereignissen hören und diese schweren Ermahnungen sehen und dann zu ihren Übertretungen und Sünden zurückkehren, so als wäre nie etwas geschehen. Sie lechzen ihren Gelüsten nach, ohne wirklich eine Lehre aus solchen Ereignissen gezogen zu haben oder sich von dieser Ermahnung beeindruckt zu sein.

4.         Ein Muslim ist sensibel und besitzt ein aufgewecktes Herz:

Diese furchteinflößenden Ereignisse hinterlassen Spuren in seinem Innern. Dabei nimmt er sich den Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, zum Vorbild, der, wenn ein starker Wind wehte oder der Himmel bewölkt war, man dies am Ausdruck seines Gesichts sah. Er kam zurück und war sehr besorgt, da er befürchtet hatte, dass eine Strafe bevorsteht.

’Ā`ischah, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete: „An den Tagen, an denen ein starker Wind wehte und sich der Himmel bewölkte, war ein Ausdruck des Unbehagen auf dem Gesicht des Gesandten Allahs zu erkennen. Und er pflegte hin und her zu gehen. Regnete es, so wurde er froh, und das Unbehagen wich von ihm. Als ich ihn nach dem Grund (seines Unbehagen) fragte, sagte er: „Ich befürchtete, es wäre eine Strafe gewesen, die Allah über meine Ummah (Gemeinschaft) hätte hereinbrechen lassen.“ Er pflegte auch folgendes zu sagen, wenn er es regnen sah: „O Allah, lass es eine Gnade sein!““6

Das fühlte er, wenn er lediglich eine Bewölkung sah. Was ist mit dieser Aschewolke, die über elf Kilometer in den Himmel geragt ist?!

Den Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, packte die Angst, wenn er eine Sonnenfinsternis sah. Er stand auf und schleifte sein Obergewand hinter sich her, bis er die Moschee betrat, weil er befürchtete, dass der jüngste Tag anbrechen könnte. Doch in unserer Zeit werden solche Ereignisse nur noch nebenbei wahrgenommen.

5.         Sie schätzen Allah nicht ein, wie es Ihm gebührt. Allah ist wahrlich Stark und Allmächtig:

Das, was geschehen ist, ist ein Zeugnis für die Stärke Allahs, des Erhabenen. Seine Macht steht über alle Macht, Erhaben ist Er, und Seine Stärke besiegt alles. Er zeigte uns die Wunder Seiner Macht und die Zeichen Seiner Stärke.

Das, was Allah will, wird geschehen und das, was Allah nicht will, wird nicht geschehen! Und Er hat zu allem die Macht. "Allah ist es, Der sieben Himmel erschaffen hat, und von der Erde gleich (viel). Der Befehl (Allahs) kommt wahrhaftig zwischen ihnen herab, damit ihr wisst, dass Allah zu allem die Macht hat und dass Allah ja alles mit Seinem Wissen umfasst."7

6.         Die Ohnmacht des Sohns Adams:

Egal, wie sehr der Mensch das Maß überschreitet, überheblich wird und tyrannisch auf dieser Erde wird und egal wie sehr er glaubt, nun die Stufe der Vollkommenheit erreicht zu haben, die ihn von seinem Schöpfer unabhängig machen, sendet Allah Dinge, die ihm seine Schwächen, seine Ohnmacht und seine Bedürftigkeit zu seinem Herrn aufzeigen: "O ihr Menschen, ihr seid es, die Allahs bedürftig sind; Allah aber ist der Unbedürftige und Lobenswürdige."8

Was konnten diese Staaten dieser Wolke entgegensetzen? Wo ist ihr technologischer Fortschritt und ihre Überlegenheit gegenüber diesen Heerscharen des erhabenen Allahs geblieben?! Können sie dieser Wolke irgendetwas entgegensetzen oder sie zumindest stoppen? Nein!

Sie verfolgen diese Ereignisse und können ihr nichts entgegensetzen. Obwohl sie zu diesem enormen Fortschritt gelangt sind, sind sie letztendlich doch Machtlos gegenüber den  Heerscharen des erhabenen Allahs.

Wo ist ihre Stärke geblieben? Wo sind ihre Wissenschaft und ihre Erkenntnisse geblieben? Wo sind ihre Erfindungen geblieben? Hat all das etwas aufhalten können, was Allah bestimmt hat? Hat all das eine Strafe zurückhalten können, dass Allah gesendet hat?

In einen kleinen Zeitraum wurde aus Sicherheit Angst. In wenigen Stunden wurden aus den Millionen Gewinnen der Flugunternehmen, Millionen Verluste. Ein gesamter Kontinent ist innerhalb kürzester Zeit machtlos gegenüber dieser gewaltigen Macht, obwohl sie doch so weit fortgeschritten sind. All das, damit Allah ihnen ihre Grenzen und ihre Ohnmacht aufzeigt und verdeutlicht. Und damit sie über Seine folgende Aussage nachdenken: "Sag: Die Angelegenheit ist ganz und gar (in) Allahs (Entscheidung)."9

7.         Wo ist diese wirtschaftliche Macht geblieben:

Wie oft schon haben sie mit ihrer wirtschaftlichen Macht geprahlt und andere damit tyrannisiert. Wie oft waren sie von dieser Macht geblendet gewesen. Doch dieser Fortschritt konnte dieser Aschenwolke nichts entgegensetzen. "Oder wer ist denn dieser, der euch eine Heerschar wäre, die euch helfen (sollte) außer dem Allerbarmer? Die Ungläubigen befinden sich nur im Trug."10

Sie befinden sich im Trug und glauben, sie wären in Sicherheit, Schutz und Zufriedenheit. Als sie glaubten, die Himmel mit ihren modernen Flugzeugen beherrschen zu können, hat ein Vulkan seine Asche zu ihnen geschickt, um ihnen zu zeigen, dass ihre Flugzeuge unfähig sind, dieser Wolke entgegen zu stehen. "[…] bis dann, wenn die Erde ihren Prunk angenommen hat und sich geschmückt hat und ihre Bewohner meinen, dass sie Macht über sie hätten, kommt Unser Befehl über sie bei Nacht oder bei Tag […]."11

8.         Euch aber ist vom Wissen gewiss nur wenig gegeben:

Wo ist das Wissen, der Fortschritt, die Technologie geblieben, um diese Aschenwolke zu vernichten?!

9.         Es gibt kein Entkommen von Ihm außer zu Ihm:

Der Mensch, egal wie mächtig, stark und schlau er sein mag, wirkt machtlos vor diesen gewaltigen Zeichen, sodass ihm keine andere Möglichkeit mehr gibt, außer zu Allah zu entkommen, Der ja all das schuf. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich Ihm zu unterwerfen und ihn aufrichtig und reumütig um Hilfe und Beistand zu bitten. Deshalb ist es auch das Gebet beim Eintreffen solcher gewaltigen Naturereignisse erlassen worden, wie Sonnen- und Mondfinsternis. „Wahrlich, beides sind Zeichen des erhabenen Allahs. Wenn ihr sie sehen solltet, dann flüchtet zum Gebet.“

10.       Gepriesen sei Derjenige, der die Kontrolle über alles hat:

Wie schnell kann sich wahrlich eine Situation ändern und wie schnell können sich die Lagen verändern. Wenn Allah etwas will, dann braucht Er dazu nur „Sei“ zu sagen und es geschieht. Niemand kann Seine Entscheidung widerrufen und ihr etwas entgegenstellen.

Die Menschen waren tief versunken in ihrem Alltag, bis plötzlich und ohne Vorboten der Vulkan sie mit seiner Aschewolke überrascht und erschreckt hat. Er durchkreuzte ihre Pläne und ihr Vorhaben.

Ein Muslim jedoch wird durch solche Ereignisse wachgerüttelt und an den Jüngsten Tag erinnert: "Und diejenigen, die ungläubig sind, werden nicht aufhören, daran zu zweifeln, bis plötzlich die Stunde über sie kommt oder die Strafe eines unheilvollen Tages über sie kommt."12 Der erhabene Allah sagte auch: "Glauben sie denn, sicher zu sein davor, dass eine überdeckende Strafe von Allah über sie kommt oder dass plötzlich die Stunde über sie kommt, ohne dass sie merken?"13

11.       Die Wunder Allahs bezüglich Seiner Stärke:

Dieses glühende Feuer lässt der erhabene Allah aus den Tiefen der Eisschicht hervorkommen und unter einem vereisten Fluss. Wie groß ist gewiss die Stärke Allahs und wie überwältigend sind Seine Wunder, die Er hervorbringt, um die Achtlosen zu wecken und zum Nachdenken anzuregen: "Wir werden ihnen Unsere Zeichen am Gesichtskreis und in ihnen selbst zeigen, bis es ihnen klar wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr über alles Zeuge ist?"14

Allah zeigt den Menschen Seine Zeichen in ihnen selbst und im Universum, um ihnen Seine bezaubernde Schaffung und Seine gewaltige Macht zu zeigen, damit ihnen die Wahrheit ersichtlich wird. Die im Stich gelassenen sind jene, die sich trotzdem widersetzen!

12.       Dieses Feuer erinnert an das Höllenfeuer:

Die Lava dieses Vulkans hat eine Temperatur von tausendzweihundert Grad erreicht. Er hat etwas zehn Prozent vom Eis zum Schmelzen gebracht. Dies ist das Feuer dieser Erde. Wie mag wohl das Feuer des Jenseits sein! Deshalb sagte der erhabene Allah auch im Bezug auf das irdische Feuer: "Wir haben es ja zur Erinnerung (an das Höllenfeuer) gemacht."15 Sie soll an das große Höllenfeuer im Jenseits erinnern. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Dieses euer Feuer, das der Sohn Adams (d.h. die Menschen) anzündet, gleicht in Bezug auf die Hitze nur einem Teil von siebzig Teilen, die die Hitze des Höllenfeuers ausmachen.“16

13.       Niemand weiß, was er morgen erwerben wird:

Die Aschenwolke führte dazu, dass der gesamte Luftraum geschlossen wurde, sodass Millionen von Reisenden nicht zu ihren Zielorten gelangen konnten. Viele waren gezwungen, ihren Angehörigen Hilfen zu schicken, damit sie wieder heimkehren konnten.

Zahlreiche Kongresse und Termine wurden abgesagt. Viele Menschen mussten in den Flughallen übernachten, weil sie keine andere Alternative hatten. "Wenn ich das Verborgene wüsste, würde ich mir wahrlich viel Gutes verschaffen, und Böses würde mir nicht widerfahren."17

14.       Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles:

Dies ist eine göttliche Fügung. Immer wenn die Sünden, die Ungerechtigkeit und das Morden zahlreich werden, häufen sich auch gleichzeitig die Katastrophen, wie tödliche Wirbelstürme, verheerende Überschwemmungen, zerstörerische Erdbeben, vernichtende Vulkane, tödliche Krankheiten, ansteckende Seuchen, zerstörerische Kriege und Leere in den Herzen und Kassen. Allah sendet diese als Ermahnung an die Menschen. Er innert sie an Seine Macht und dass wenn sie sich von Ihm entfernen sollten, Er sie mit solchen Katastrophen vernichten kann: "Unheil ist auf dem Festland und im Meer erschienen wegen dessen, was die Hände der Menschen erworben haben, damit Er sie einiges von dem kosten lässt, was sie getan haben, auf dass sie umkehren mögen."18

15.       Des einen Leid ist des anderen Freud:

Neben diesem Verlust, den die Fluggesellschaften erleiden müssen, erfreuen sich Bahn- und Busunternehmen an steigende Umsätze. Auch die Hotels erleben zurzeit einen enormen Andrang. Die Bahnunternehmen setzen weitere Züge ein, um diesem großen Ansturm an Passagiere Herr zu werden. Auch sie die Fahrtkosten erheblich gestiegen.

Gepriesen sei deshalb Derjenige, Der die Lebensunterhalt verteilt. In der Zeit, wo andere ihre enormen Verluste beklagen, erfreuen sich anderen an steigende Einkünfte, mit denen sie nicht gerechnet hatten.

16.       Sich bewusste machen, welche Gnade und Gunst Allah uns gewährt hat:

Derjenige, der das Leid sieht, dass die Menschen in den Flughäfen ereilt haben, sollte Allah dafür danken, dass er nicht zu diesen Betroffen gehört. Sie schlafen in den Abfertigungshallen und von diesen langen Strapazen müde und erschöpft. Wir sollten Allah für unser Wohlergehen danken und ihn lobpreisen.

Ein Muslim lässt sein eigenes Leid in seinen Augen schrumpfen, wenn er das Leid sieht, das anderen ereilt hat. Er lobpreist Allah und dankt ihm für die Gnade, die Er ihm gewährt hat.

17.       Zahlreiche Eindrücke

All diese Vulkane und Erdstöße erinnern uns an das große Erdbeben, das noch kommen wird. Dieser eine Vulkan hat Angst und Schrecken verbreitet, wie sieht es dann aus, wenn die gesamte Erde anfängt beben: "O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn. Gewiss, das Beben der Stunde ist eine gewaltige Sache. An dem Tag, da ihr es seht, wird jede Stillende (aus Entsetzen) übersehen, was sie (soeben) stillt, und jede Schwangere wird mit dem niederkommen, was sie trägt. Und du siehst die Menschen trunken, obwohl sie nicht betrunken sind; aber die Strafe Allahs ist streng."19

Diese Aschenwolke, die die Sonne verdunkelt hat, erinnert uns an den folgenden Vers: "Wenn die Sonne umschlungen wird […]."20 Das heißt, wenn ihr Licht verloren geht.

Und die brennenden Vulkansteine, die in die Luft geschossen werden, erinnern uns an den Vers: "[…] und wenn die Sterne verstreut werden."21 Das heißt, wenn sie auf die Erde hinab fallen werden.

Dass Flugzeuge am Boden blieben, Flughäfen geschlossen und Flüge gestrichen wurden, erinnert uns an den Vers: "[…] und wenn die trächtigen Kamelstuten vernachlässigt werden."22 Hier sind die besten Kamelstuten gemeint, die trächtig sind. Damals waren diese Kamelstuten die Geldanlagen der Araber gewesen. Der erhabene Allah zeigt uns in diesen Versen, dass wenn Sein Befehl kommt, all diese materiellen Dinge ihre Bedeutung verlieren.

Der gesamte europäische Kontinent kam zum erliegen und schaute verwirrt und machtlos zum Vulkan, der all das verursacht hatte. Diese Machtlosigkeit der Menschen erinnert uns an die Machtlosigkeit der Menschen am Jüngsten Tag: "Wenn die Erde erschüttert wird durch ihr heftiges Beben und die Erde hervorbringt ihre Lasten und der Mensch sagt: „Was ist mit ihr?“"23

 

______________________________

1 Al-An’ām 6:96

2 Al-Anbiyā` 21:23

3 Al-Muddathir 74:31

4 Ar-Ra’d 13:12-13

5 Al-A’rāf 7:179

6 Verzeichnet bei Bukhārī und Muşlim

7 At-Talāq 65:12

8 Fātir 35:15

9 Āli-’Imrān 3:154

10 Al-Mulk 67:20

11 Yūnuş 10:24

12 Al-Ĥadj 22:55

13 Yūşuf 12:107

14 Fuşşilat 41:53

15 Al-Wāqi’ah 56:73

16 Verzeichnet bei Bukhārī und Muşlim

17 Al-A’rāf 7:188

18 Ar-Rūm 30:41

19 Al-Ĥadj 22:1-2

20 At-Takkwīr 81:1

21 At-Takkwīr 81:2

22 At-Takkwīr 81:4

23 Az-Zalzalah 99:1-3

Meistgelesene Beiträge