‘Aqīdah der Şalaf

Abu l-Qāşim al-Lālkā`ī sagte: „Muĥammad Ibn al-Mudhaffar al-Muqrī[1] informierte uns und sagte: Al-Ĥuşşain Ibn Muĥammad Ibn Ĥabasch al-Muqrī[2] berichtete uns: Abu Muĥammad ‘Abdur-Raĥmān Ibn Abi Ĥātim[3] sagte:

„Ich fragte meinen Vater[4] und Abu Zur`ah bezüglich den Madhāhib (Pl. Madhhab) der Ahlu ş-Şunnah mit Hinblick auf die Fundamente der Religion (Uşūlu d-Dīn), und auf welchem Glauben die Gelehrten in all den Ländern sind, und was sie davon glauben?

Sie antworteten: „Wir haben die Gelehrten in all den Ländern getroffen – Der Ĥidjāz, Irak, Schām und Jemen – und ihr Madhhab war:

  • Der Īmān (Glaube) ist Aussprache und Tat, er steigt und fällt.
  • Der Qur`ān ist das Wort (Kalām) Allahs, er ist in jeder Hinsicht ungeschaffen.
  • Und die Vorherbestimmung, das Gute und das Schlechte, ist von Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er.
  • Und der Beste dieser Ummah nach dem Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ist Abu Bakr aş-Şiddīq, dann ‘Ummar Ibn al-Khattāb, dann ‘Uthmān Ibn ‘Affān, dann ‘Alī Ibn Abī Tālib, möge Allah zufrieden mit ihnen sein. Und sie waren die rechtgeleiteten und rechtschaffenen Khulafā` (Kalifen).
  • Und die Zehn, die der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, genannt und von denen er den Eintritt ins Paradies bezeugt hat, werden definitiv das Paradies betreten, so wie es der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte, und sein Wort ist Wahrheit. Man soll für sie um Allahs Barmherzigkeit bitten und das Sprechen über ihre Auseinandersetzungen unterlassen.
  • Und dass Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, über Seinem ‘Arsch (Thron) ist, getrennt von Seiner Schöpfung, so wie Er Sich Selber in Seinem Buch und durch die Zunge des Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, beschrieb, ohne nach dem Wie zu fragen (Bilā Kayf), Sein Wissen umfasst alles, "Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende."[5]
  • Und dass Allah, Segensreich und Erhaben ist Er, im Jenseits gesehen wird, die Leute des Paradieses (Djannah) werden Ihn mit ihrem Blick sehen, und werden Seine Worte hören, wie Er es will.
  • Und Paradies ist wahr, und Djahannam (Höllenfeuer) ist wahr, und sie sind Geschöpfe, die zu keinem Ende kommen werden, und Paradies ist die Belohnung für Seine Awliyā` (Gefolgsleute Allahs), und das Höllenfeuer ist eine Bestrafung für diejenigen, die ungehorsam sind, mit Ausnahme derer, denen Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, Sich erbarmt.
  • Und Şirāt (Brücke über dem Höllenfeuer) ist wahr.
  • Und Mīzān (Waage) ist wahr. Und dass sie zwei Waagschalen hat, in denen die guten und schlechten Taten der Menschen gewogen werden, ist wahr.
  • Und Ĥawd (das Becken), mit dem unser Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, geehrt wurde, ist wahr.
  • Und Schafā‘ah (die Fürsprache des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, am Tag des Gerichts) ist wahr.
  • Und die Auferstehung nach dem Tod ist wahr.
  • Und die Leute, die die großen Sünden begangen haben, sind unter dem Willen Allahs, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er. (D.h.: Wenn Er will, wird Er sie bestrafen und wenn Er will, wird Er ihnen vergeben).
  • Und wir erklären die Ahlu l-Qiblah (d.h. Muslime) nicht als Ungläubige aufgrund ihrer Sünden, und wir überlassen ihr Verborgenes Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er.
  • Und wir glauben, dass der Djihād und die Ĥadj obligatorisch sind, mit den Führern der Muslime zu jeder Zeit und Ära.
  • Und wir glauben nicht an Rebellion gegen die Imame (muslimische Führer), ebenso nicht ans Kämpfen während der Fittnah, und wir hören und gehorchen, wen auch immer Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, über unsere Angelegenheiten eingesetzt hat, und wir ziehen unsere Hand nicht aus dem Gehorsam ihnen gegenüber; und wir folgen der Şunnah und der Djamā’ah, und wir distanzieren uns von Abweichungen und Zwietracht und vom Auseinanderfallen in Sekten. Wahrlich, der Djihād wurde bereits geführt seit Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, Seinen Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sandte und wird weiter bestehen, bis zum Tag der Auferstehung, gemeinsam mit den Machthabern von den Führern der Muslime, und nichts wird es beseitigen. Und dasselbe gilt für den Ĥadj als auch für das Geben der Şadaqah in Form von Weidetieren an die Machthaber von den Führern der Muslime.
  • Und die Menschen (Muslime) sind als Gläubige (Mu`minūn) zu behandeln im Bezug auf ihre Regelungen und ihre Erbschaft, aber wir wissen nicht, wie sie bei Allah, Allwürdig und absolut Majestätisch ist Er, angesehen sind. Wer also sagt, er sei ein wahrer Gläubiger, so ist ein Neuerer (Mubtadi‘), und wer auch immer sagt, er sei ein Gläubiger vor Allah, so ist er ein Lügner. Und wer auch immer sagt, dass er wahrlich an Allah glaubt, der ist korrekt.
  • Und die Murdji`ah[6] und die Neuerer leiten in die Irre.
  • Und die Qadariyyah[7], die ja Leute der Neuerung sind, leiten in die Irre.
  • Und wer von ihnen ablehnt, dass Allah Dinge weiß bevor sie in Erscheinung treten, so ist er ein Kāfir (Ungläubiger).
  • Und die Djahmiyyah[8] sind Kuffār (Ungläubige).
  • Und die Rāfidah[9] haben den Islam abgewiesen.
  • Und die Khawāridj sind Abtrünnige.
  • Und wer behauptet, dass der Qur`ān erschaffen ist, so ist dieser ungläubig in Allah dem Erhabenen, der Unglaube, der ihn aus der Religion ausstoßt; und wer seinen Unglauben anzweifelt, falls er von denen ist, die (die Angelegenheit) verstehen, so ist auch er ein Ungläubiger.
  • Und wer Zweifel im Bezug auf die Worte Allahs (den Qur`ān) hat und er sagt: Ich weiß nicht, ob sie erschaffen sind oder nicht, so ist er ein Djahmiy (von den Djahmiyyah).
  • Und wer waqf bezüglich des Qur`ān macht (nicht zu sagen ob er geschaffen oder ungeschaffen ist) aufgrund von Unwissenheit, so sollte er (diesbezüglich) unterrichtet werden und als Neuerer erklärt werden, nicht aber als Ungläubiger.
  • Und wer sagt: „Die Worte, die ich vom Qur`ān ausspreche sind geschaffen“, so ist er ein Djahmiy, oder falls er sagt: „Der Qur`ān mit meiner Aussprache (Rezitation) ist geschaffen“, so ist er ein Djahmiy.

Abu Muĥammad (Ibn Abi Ĥātim) sagte: „Und ich hörte meinen Vater sagen:

  • „Und das Anzeichen der Neuerer ist ihre Verleumdung der Ahlu l-Athar (d.h. Leute der Überlieferungen).
  • Und das Anzeichen der Ketzer (Zanādiqah) ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Ĥaschawiyyah” (die Wertlosen), mit der Absicht die Überlieferungen somit für ungültig zu erklären.
  • Und das Anzeichen der Djahmiyyah ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Muschabbihah”[10].
  • Und das Anzeichen der Qadariyyah ist: Das Benennen der Ahlu l-Athar „Mudjbirah“[11].
  • Und das Anzeichen der Murdji`ah ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Mukhallifah“ (Gegner) und „Nuqşāniyyah“ (Zurückgebliebenen).
  • Und das Anzeichen der Rāfidah ist: Das Benennen der Ahlu ş-Şunnah „Nāşibah“[12].

Jedoch verdienen die Ahlu ş-Şunnah keinen anderen Namen außer den einen, und es ist absurd, sie unter diesen Namen zu sammeln.

Abu Muĥammad sagte:

  • „Und ich hörte meinen Vater und Abu Zur‘ah den Leuten den Befehl geben, die Irregegangen und Neuerer zu meiden, und sie waren sehr streng in dieser Sache und sie verboten Bücher zu verfassen, die nicht auf Überlieferungen basiert sind.
  • Und sie verboten den Leuten das Besuchen der Sitzungen der Leute des Kalām[13], und das Schauen in die Bücher der Leute des Kalām, und sie sagen: Eine Person des Kalām wird niemals erfolgreich sein.“

Abu Muĥammad[14] sagte: „Und dies ist was ich auch sage (Also was oben genannt wurde, ist ebenfalls mein Glaube).“

Und Abu ‘Alī bin Habasch al-Muqrī[15] sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und unser Scheikh Ibn al-Mudhaffar[16] sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und unser Scheikh, also der Autor[17], sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und at-Turaythītī[18] sagte: „Und es ist, was ich auch sage.“

Und unser Scheikh aş-Şulafī[19] sagte: „Und es ist, was wir auch sagen.“

Ibn al-Muqri`, Abu Bakr Muĥammad bin Ibrāhīm (gest. 381 n.H.) sagte: „Mein Madhhab in den Fundamenten des Glaubens, ist der Madhhab von Aĥmad Ibn Ĥanbal und Abu Zur’ah ar-Rāzī.“[20]

 

Von Abu Zur‘ah ‘Ubaydullah ar-Rāzī  (200 - 264 n.H. / 816 - 878 n.Ch.) und

Abu Ĥātim Muĥammad Ibn Idrīş ar-Rāzī  (195 - 277 n.H. / 811 - 890 n.Ch.)

 

 

 



[1]
Er ist Abu Bakr Muĥammad Ibn al-Mudhaffar Ibn ‘Alī Ibn Ĥarb ad-Daynūrī. Er gehörte zu den Schülern von al-Ĥuşşain Ibn Muĥammad Ibn Ĥabasch. Er starb 415 n.H. (1024 n.Ch.). Al-Khatīb al-Baĝdādī hat gesagt: „Wir haben über ihn geschrieben. Er war ein rechtschaffener, tugendhafter und wahrhaftiger Scheikh gewesen.“ [Tārīkh Madīat aş-Şalām „Baĝdād“ von al-Khatīb al-Baĝdādī 4/430]

[2] Al-Ĥuşşain Ibn Muĥammad Ibn Ĥabasch al-Muqrī, Abu ‘Alī. Abu ‘Ammr ad-Dānī sagte über ihn: „Er war fortgeschritten im Wissen über den Qur`ān, bekannt für seine Genauigkeit, zuverlässig und vertrauenswürdig. Er starb im Jahre 373 n.H. (983 n.Ch.). [„Tārīkh al-Işlām“ von adh-Dhahabī]

[3] „Scharĥ Uşūl I’tiqād Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah – Abu l-Qāşim Hibatullah al-Lālkā`ī (Band 1, S. 176-180) mit einer authentischen Überlieferungskette. Ibn Qudāmah al-Maqdişī hat einen Teil davon mit zwei verschiedenen Überlieferungsketten in seinem Buch „Ithbāt Şifat al-‘Uluw (S. 182-184) verzeichnet. Auch adh-Dhahabī hat einen Teil davon mit seiner Überlieferungskette in „Şiyar A’lām an-Nubalā`“ (Band 13, S. 84) verzeichnet. Und Ibn Abī Ĥātim erwähnte dies in seinem Buch „Aşlu ş-Şunnah wa ‘Tiqādu d-Dīn“. Dieser umfasst Fragen und Antworten, die an seinen Vater und an Abī Zur’ah gerichtet waren. Diese stehen geschrieben in der „Maktabah adh-Dhāhiriyyah“ in Damaskus in Band 11, S. 166-169.

[4] Abū Ĥātim Muĥammad Ibn Idrīş ar-Rāzī

[5] Asch-Schūrā 42:11

[6] Anm. des Übersetzers: Die Murdji`ah sind jene, die leugnen, dass die Taten ein Teil des Īmān (Glaube) sind. Und sie sagen, Īmān bestünde nur aus der Bestätigung des Herzens und der Aussage der Zunge. Die Extremsten unter ihnen beschränken den Īmān nur auf den Glauben des Herzens. Außerdem leugnen sie, dass der Īmān zu- und abnimmt.

[7] Anm. des Übersetzers: Sie sind die Anhänger von Djahm Ibn Şafwān. Diese Sekte wurde von Ma’bad Ibn Djuhani in Basra zur Zeit der Gefährten gegründet. Sie leugnen Allahs Bestimmung (Qadar) und glauben, dass der Mensch seine eigenen Handlungen erschafft, die vom Willen und der Macht Allahs unabhängig sind.

[8] Anm. des Übersetzers: Auch sie sind Anhänger von Djahm Ibn Şafwān, der auf diese Ummah die schreckliche Neuerung des Ta’tīl (Verneinung der Attribute Allahs) losließ. Dieses Ta’tīl geschah entweder direkt oder durch Verdrehung der Bedeutungen, so wie sie dies für die Hand Allahs vornahmen und als Seine Macht bzw. Großzügigkeit umdeuteten. Sie verneinen auch, dass Allah über Seiner Schöpfung über Seinem Thron ist, und sie sprechen sich gegen den Glauben, dass Paradies und Hölle von ewigem Dasein sind.

[9] Anm. des Übersetzers: Die Rāfidah sind extreme Schiiten sie sich selbst Ithnā Asch’ariyyah (Zwölfer Schiiten) oder Dja’fariyyah nennen. Diese Sekte wurde von ‘Abdullah Ibn Şaba` - einem Juden – gegründet, der in der Khalīfah-Zeit von ‘Uthmān lebte. Er behauptete, seine Liebe zu ‘Alī und der Familie des Propheten gegenüber. Sie (die Rāfidah) verfluchen die Gefährten und erklären sie zu Ungläubige, insbesondere Abu Bakr, ‘Ummar, ‘Uthmān und die Frauen des Propheten. Die glauben auch, dass der Qur`ān unvollständig sei.

[10] Anm. des Übersetzers: Sie sind jene, die verkünden, dass Allah Seiner Schöpfung gleicht, und dass die Eigenschaften Allahs wie die Eigenschaften Seiner Geschöpfe sind. Der Erste, der diese Vorstellung verbreitete, hieß Maqātil Ibn Şulaimān al-Khurasānī. Dies geschah zur Zeit der Tabi’īn.

[11] Anm. des Übersetzers: Die Mudjbirah glauben, dass der Mensch keinen eignen Willen hat und somit für seine eignen Taten nicht verantwortlich ist; vielmehr wäre er zu seinen eigenen Taten gezwungen.

[12] Anm. des Übersetzers: Nawāşib sind jene, die ‘Alī und der Familie des Propheten gegenüber Hass empfinden

[13] Anm. des Übersetzers: Im arabischen „’Ilm al-Kalām“: Von der Philosophie beeinflusste Richtung, die in der muslimischen Welt entstand, vor allem nachdem die griechische Philosophie ins Arabische übertragen wurde. Zu dieser Richtung gehören u.a. die al-Mu’tazilah.

[14] ‘Abdur-Raĥmān Ibn Abi Ĥātim ar-Rāzī, der Verfasser dieser Überlieferung

[15] Einer der Überlieferer in der Kette dieses Athars. Siehe Fußnote 2

[16] Der, der sagt „unser Sheikh“ ist Abu al-Qaasim al-Lalaka’i.

[17] Der Autor ist Abu al-Qasim al-Lalaka’i. (gest. 418 nH.)

[18]At-Turaythithi: Er ist Aĥmad Ibn ‘Ali Ibn al-Ĥusayn at-Turaythithi dann al-Baghdadi. Er hörte von al-Qasim al-Lalaka’i und starb 497 Hijri (Siyar A`lam an-Nubala by Adh-Dhahabi 19/162). Und er war einer derjenigen, die das Buch „Sharh Usool al-I’tiqaad Ahlus Sunnah” von dem Author (Abu Qasim Al-Lalaka`I) überlieferte, so wie es in der Muhaqqiq Einleitung des Buches erwähnt ist (1/131).

[19] Er ist der Muhaddith, der Mufti, Sheikul Islam Abu Tahir Aĥmad Ibn Muĥammad as-Sulafee, geboren im Jahre 475 Hijri, er überlieferte von Abu Bakr Aĥmad at-Turaythithi und er starb 576 nH. (Siyar A`lam an-Nubala vol.21 p.5, 11 & 39), und er ist der Überlieferer des Buches von at-Turaythithi.

[20] Siyar A`lam An-Nubala von Adh-Dhahabi (16/401)

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