Magie und Zauberei

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 

 

 

Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten. Und Lob und Heil seien auf den edelsten Gesandten, unseren Propheten Muĥammad und auf seine Angehörigen und all seinen Gefährten.

 

Um fortzufahren:

O Diener Allahs! Magie und Zauberei gehören zu den folgenschwersten Taten und zu den großen Sünden. Es stellt Unglaube (Kuffr) im Bezug auf Allah dar und das Ihm Beigesellen von Partner (Schirk), Ihm den Herrn der Welten. Der erhabene Allah hat allen Völkern die Magie und Zauberei verboten. Und auch der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat davor eindringlich gewarnt. Al-Buchārī und Muşlim haben den Ĥadīth von Abū Hurairah, Allahs Wohlgefallen auf ihm verzeichnet, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Haltet euch fern von den sieben vernichtenden Sünden.“ Die Leute sagten: „O Gesandter Allahs, und welche sind diese?“ Er sagte: „Diese sind: Die Beigesellung Allahs (Schirk), die Zauberei, die Tötung eines Menschen, dessen Leben Allah unantastbar gemacht hat, es sei denn, dies geschehe nach dem Recht. Ferner das Verzehren der Zinsen, das Verzehren des Besitzes eines Waisen, die Flucht am Tage der Schlacht und die Verleumdung der unbescholtenen, gläubigen und arglosen Frauen.“

Die Magie und die Zauberei vernichten die Taten des Zauberers und machen es nichtig, da Magie die Beigesellung Allahs beinhaltet. Der Magier wird erst dann zum Magier, wenn er sich den Schayātīns (Satanen) durch Gehorsam nährt, ihnen Opfertiere darbringt, sich vor den Dämonen verneigt, bei ihnen Hilfe und Schutz sucht, an sie die Bittgebete richtet, anstatt an Allah, auf den Muşĥaff uriniert, Exkremente isst und den vernichtenden Sünden nachkommt.

Wenn der Magier nun dem erhabenen Allah Partner beigesellt und den Satanen in allem gehorcht, dann treten die Dämonen in seine Dienste ein und auch die Satane gehrochen ihm dann. Sie führen seine Befehle aus, solange er weiterhin Allah Partner beigesellt und fügen den Unschuldigen Schaden zu. Der Magier vereint stets die Eigenschaften der Lüge, die Schlechtigkeit des Herzens und die Unerschrockenheit gegenüber den Sünden in sich.

Der erhabene Allah hat gesagt: "Soll ich euch kundtun, auf wen die Satane herabkommen? Sie kommen auf jeden ungeheuerlichen Lügner und Sünder herab. Sie hören hin, und die meisten von ihnen sind Lügner." [asch-Schu’arā` 26:221-223].

Die Magie kann zwischen den Geliebten trennen, sodass Zwietracht zwischen den Ehegatten, zwischen den Kindern und Ihren Eltern und zwischen Freunden und Bekannten gestiftet wird. Es kann im Herzen Liebe oder Abneigung entfachen. Die Magie kann den Willen eines Menschen manipulieren, sodass derjenige, der vom Zauber betroffen ist, oftmals einen Vorteil als Nachteil sieht oder umgekehrt. Er sieht, wie in seinem Heim abscheuliches geschieht und wie seine Angehörigen vom rechten Weg abdriften und kann weder etwas dagegen unternehmen noch daran etwas ändern, da ihm sein Wille genommen wurde. Die Magie kann auch dazu führen, dass der Mann den Geschlechtsakt mit seiner Ehegattin nicht mehr vollziehen kann. Die Magie kann aber auch eine Person töten, ihn krank machen und seine Psyche vernichten, sodass er dann Wahnvorstellungen bekommt und unter Einflüsterungen leidet. Sie können die verschiedensten Halluzinationen in ihm wecken. Doch all dies geschieht durch die Erlaubnis des erhabenen Allahs und durch Sein Wille. Nichts kann geschehen, außer durch den Willen Allahs, dem Erhabenen.

Der erhabene Allah hat gesagt: "Und so lernten sie von ihnen (beiden) das (Zaubermittel), womit man Zwietracht zwischen den Ehegatten stiftet. Doch können sie damit niemandem schaden, außer mit Allahs Erlaubnis." [al-Baqarah 2:102].

Die Magie ist vor allem unter den verdorbenen und unwissenden Frauen sehr verbreitet, die sich durch diese Magie haben täuschen lassen. Sie gibt dann dem Magier etwas persönliches, mit dem er dann ihren Ehegatten mit einem Zauberfluch belegen soll, sodass er sie liebt. Sie gehen aber auch zu einem Magier, wenn sie von einem Mann verlassen wurden, um an ihm Rache zu nehmen, indem sie ihm Schaden zufügen.

Doch auch einige sittenlose Männer, die verächtlich und Versager sind, suchen Magier für ihre abscheulichen Angelegenheiten auf, damit sie ihnen diese erledigen und ihnen somit einen Vorteil verschaffen oder anderen Schaden zufügen. Das Unheil, das durch diese Magie und diesem Schirk verursacht werden, wirken sich sowohl auf denjenigen negativ aus, der dies durchgeführt hat als auch auf denjenigen, der dies in Auftrag gegeben hat. Denn beide haben bezüglich dieser gewaltigen Süde mitgewirkt und sich dadurch dem Schirk im Bezug auf den Herrn der Welten verfallen.

Der Magier ist schlimmer und verderblicher als demjenigen, der dem erhabenen Allah Partner beigesellt, denn der Magier ist ein Götzendiener, der eine boshafte Seele hat. Derjenigen, der von der Magie betroffen ist, ihm wurde Unrecht zugefügt und grundlos angegriffen. Der erhabene Allah wird ihn im Diesseits und im Jenseits gegen all je unterstützen, die ihm Unrecht zugefügt haben.

At-Tabarānī hat den Ĥadīth von Ibn ‘Abbāş, Allahs Wohlgefallen auf ihnen, mit einer guten (Ĥaşşan) Überlieferungskette verzeichnet, dass der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt hat: „Derjenige gehört nicht zu uns, der nach einem Omen (gutes oder schlechtes Vorzeichen) sucht oder für den ein Omen gesucht wird, der weissagt oder dem geweissagt wird, der Magie ausübt oder jemanden darum bittet, für ihn Magie auszuüben.“

Und an-Naşā`ī hat den Ĥadīth von Abu Hurairah, Allahs Wohlgefallen auf ihm, verzeichnet,  dass der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt hat: „Derjenige, der einen Knoten bindet und dann darauf spuckt, hat Magie betrieben. Und wer Magie betreibt, der hat Allah Partner beigesellt.“

Das Wort aş-Şiĥr (Magie, Hexerei) steht in der islamischen Rechtslehre für das Benutzen von Zaubersprüchen und Beschwörungen, die Schirk beinhalten und für Knoten, die zur Zauberei verwendet werden und einen Einfluss auf die Herzen der Menschen und ihren Körpern haben können, so dass diese Krankheiten verursachen können, töten oder zur Spaltung zwischen einem Mann und seiner Ehegattin führen.

Das Lernen oder lehren der Magie ist Unglaube und Schirk bezüglich den erhabenen Allah und ein Abfallen aus dem Islam. Der erhabene Allah hat gesagt: "Nicht Şulaimān war ungläubig, sondern die Teufel waren es, indem sie die Menschen in der Zauberei unterwiesen." [al-Baqarah 2:102]. Und Der Erhabene sagte auch: "Und sie wussten doch, dass, wer es erkaufte, am Jenseits wahrlich keinen Anteil hätte. Fürwahr, wie schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben, wenn sie (es) nur wüssten!" [al-Baqarah 2:102]. Und Er, Erhaben ist Er, sagte auch: "[…] und dem Zauberer wird es nicht wohl ergehen, wohin er auch kommen mag." [TāHā 20:69].

Die Magie kann einer Person durch die Erlaubnis Allahs Schaden zufügen, so wie es die Leute der Şunnah bekräftigt haben. Deshalb hat der erhabene Allah anbefohlen, bei Ihm Zuflucht davor zu suchen.

Das Rechtsurteil im Islam gegen einen Magier und einer Magierin ist nach der richtigeren Sichtweise der Gelehrten, dass sie hingerichtet werden. Dies besagt die Rechtsschule von Mālik, Aĥmad und Abū Ĥanīfah. Das Hinrichten eines Magiers und einer Magierin ist die richtigere Sichtweise der Gelehrten, auch wenn diese Reue zeigen sollten, denn die Gefährten haben die Magier, die sie hingerichtet haben, keine Möglichkeit zur Reue gegeben. Ein Magier ist ein Lügner, dessen Reue nicht geglaubt werden darf. Wenn er in seiner Reue und Absicht darin aufrichtig war, dann wird ihm diese Reue bei Allah nutzen, doch wird es die Strafe der Hinrichtung von ihm nicht abwenden können, da er ein boshafter Frevler ist.

Lieber Muslim, der du von dieser Gruppe von Menschen verschont geblieben ist, die sich von der Lage dieser lügenden Magier und Scharlatane sich haben täuschen lassen, wundere darüber dich, wie verwirrt sie sind, wenn sie sehen, zu was diese Magier alles an ungewöhnlichen Dingen im Stande sind, wie das Schweben in der Luft, das Zurücklegen einer großen Strecke in kurzer Zeit, das Benachrichtigen über Dinge, die im Verborgenen liegen, sodass diese dann auch geschehen und das Heilen von Kranken. Diese Unwissenden glauben dann, dass dieser Magier zu den Nahestehenden Allahs (Wali) gehört. Dies kann dann auch dazu führen, dass diese Magier neben Allah angebetet werden und von ihnen Nutzen oder Schaden erwartet wird. Wir suchen Zuflucht bei Allah davor. Einige Menschen glauben, dass diese ungewöhnlichen Handlungen der Magier und der Zeichendeuter zu den Wundern (Karāmat) gehört, die ihnen Allah gewährt hat. Somit sind sie verwirrt worden und können nicht mehr zwischen den Nahestehenden Allahs und den Nahestehenden des Teufels unterscheiden.

Die islamische Rechtslehre (Scharī‘ah) hingegen macht eine klare Unterscheidung zwischen den Nahestehenden Allahs und den Nahestehenden des Teufels. Die Nahestehenden Allahs sind jene, die die Grenzen Allahs einhalten und die sich sowohl äußerlich als auch innerlich an seine Rechtslehre festhalten. Sie gehen Seinen Geboten nach, halten sich von Seinen Verboten fern und achten auf das Gebet in der Gemeinschaft. Der erhabene Allah hat gesagt: "Sicherlich, über Allahs Gefolgsleute soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein, diejenigen, die glauben und gottesfürchtig sind." [Yūnuş 10:62-63].

Um ein Nahesteheder Allahs zu sein bedarf es nicht an Wunder, die unnatürlich und ungewöhnlich sind. Denn die größte Wohltat, ist die Standhaftigkeit. Was jedoch die Nahestehenden des Teufels anbetrifft, so sieht man sie ungewöhnliche Dinge tun, die in den Augen der Unwissenden Wunder sind, doch in Wirklichkeit sind es teuflische Werke, die von den Teufels für sie erledigt werden, um jene damit in die Irre zu führen, die verwirrt sind. Sei deshalb nicht beeindruckt von solchen, die in das Feuer gehen und unbeschadet wieder herauskommen, in der Luft umher schweben, auf Wasser schreiten oder Schlangenbeschwörer sind. Schau dir stattdessen an, wie sehr sie sich an die islamische Rechtslehre halten. Du wirst dann feststellen, dass sie weder das Freitagsgebet einhalten noch in der Gemeinschaft ihre Gebete verrichten. Sie hören auch nicht der Rezitation des Qur`āns zu, im Gegenteil, sie sind mit Gesängen beschäftigt, die verdorben und sittenlos sind und geben sich jeglicher Sünde hin. Der erhabene Allah hat gesagt: "Jene sind die Gruppierung des Satans. Aber sicherlich, die Gruppierung des Satans, das sind ja die Verlierer." [al-Mudjādilah 58:19].

Lieber Muslim, du sollst wissen, dass der größte Dadjāl zum Himmel sagen wird, lass Regen hinab fallen und siehe da, es wird regnen. Und zur Erde wird er sagen, lass die Pflanzen blühen und siehe da, Pflanzen werden aus dem Boden sprießen. Und er wird die Toten durch die Erlaubnis Allahs zu Leben wiedererwecken. Er wird wahrlich das gefährlichste Geschöpf Allahs sein.

Zu den Magiern gehören folgende Menschen: Die Wahrsager (Kāhin), die Zeichendeuter (‘Arrāf), die Sterndeuter (Munadjim) und jene, die im Sand durch das Zeichnen von Linien die Zukunft vorhersagen. All diese Menschen behaupten, wissen über das Verborgene zu haben. Doch in Wirklichkeit sind sie Ungläubige geworden, die vom Islam abgefallen sind, da sie das Verborgene für sich beansprucht haben. Der erhabene Allah hat gesagt: "Sag: Über das Verborgene weiß nicht Bescheid wer in den Himmeln und auf der Erde ist, außer Allah." [An-Naml 27:65].

Wer an das glaubt, was sie behaupten, der ist Im Bezug auf Allah ungläubig geworden und ist ein Götzendiener. Von Abū Hurairah, Allahs Wohlgefallen auf ihm, wird berichtet, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt hat: „Wer zu einem Wahrsager geht und ihm das, was er sagt, glaubt, der leugnet das ab, was auf Muĥammad herabgesandt wurde.“ [Verzeichnet bei Abū Dāwūd].

Es gibt Menschen, die jahrelang von einer Krankheit geplagt werden und dann frustriert sind, weil sie keine Aussicht mehr auf Heilung sehen, sodass der Teufel dann zu ihnen kommt und ihnen das Aufsuchen eines Magiers schönredet. Sie glauben, dass der Magier ihnen die Medizin sagen wird, die sie zur Heilung brauchen. Diese Leute haben die Aussage des edlen Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, vergessen, der gesagt hat: „Erstaunlich ist der Gläubige, nichts bestimmt Allah für ihn, außer dass es gut für ihn ist: Wenn ihm Gutes widerfährt, dann ist er dankbar und so ist es gut für ihn. Und wenn ihm Schlechtes widerfährt, dann ist er geduldig, so ist es gut für ihn. Und dies ist bei niemandem so, außer dem Gläubigen.“ [Verzeichnet bei Muşlim, Nr.2999].

Es gibt Frauen, die Magier aufsuchen, weil sie nicht wollen, dass ihr Ehemann eine weitere Frau heiratet. Und wenn er dann doch heiraten sollte, dann soll dieser Zauber ihn dazu bringen, dass er sich zu ihr so sehr hingezogen fühlt, dass er sich von der zweiten Frau wieder scheiden lässt. Sind sich diese Menschen denn im Klaren darüber, dass sie eine abscheuliche Tat begangen haben? Imām Muşlim hat in seinem „Şaĥīĥ“ verzeichnet, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt hat: „Wer zu einem Zeichendeuter geht und ihn etwas fragt, dessen Gebet wird vierzig Tage lang nicht angenommen.“ Diese schlimme Androhung gilt für jene, die den Zeichendeuter lediglich etwas fragen. Derjenige jedoch, der ihn fragt und ihm Glauben schenkt, über ihn hat er, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt: „Wer zu einem Wahrsager geht und ihm das, was er sagt, glaubt, der leugnet das ab, was auf Muĥammad herabgesandt wurde.“

Manche werden von ihren Sorge, ihren Problemen und ihrer Verwirrung zu dieser verbotenen Tat getrieben. Grundlage für all dies ist der schwache Glaube (Īmān) an den erhabenen Allah. Der erhabene Allah hat niemals Heilung in eine Sache gelegt, die verboten ist.

Zu den Merkmalen eines Magiers, der ihn von einem Mediziner oder Therapeuten unterscheidet, sind folgende:

Du findest vor, dass er den Kranken nach seinen Namen und den Namen seiner Eltern fragt. Oder er nimmt etwas persönliches, das dem Kranken gehört. Oder er bittet um ein Tier, das bestimmte Merkmale aufweisen muss, um es zu opfern, jedoch nicht im Namen Allahs. Oder er wischt Blut dieses Tieres auf die kranke Stelle. Oder er schreibt Zauberworte auf und befiehlt dem Kranken, diesen Talisman umzuhängen. Oder er befielt ihm, sich für eine bestimmte Zeit von den Mitmenschen abzuwenden und in einem Zimmer zubleiben, wo kein Sonnenlicht eindringen kann. Oder er befiehlt ihm, dass er für eine bestimmte Zeit kein Wasser berühren darf. Oder er gibt ihm niedergeschriebene Blätter, die er verbrennen und inhalieren soll. Oder er sagt dem Kranken seinen Namen und den seines Vaters und den Ort, wo er wohnt und die Krankheit, die ihn plagt, schon bevor der Kranke selbst anfängt, darüber zu berichten.

Zu den Schutzvorkehrungen, die den Zauber von einem fernhalten, gehört, dass man sich allein auf Allah verlässt und nur Ihn bittet. Außerdem soll man sich mit dem edlen Qur`ān und mit den zahlreichen authentisch überlieferten Bittgebeten (Dhikr) verschanzen. Aber auch der vollkommene Tauĥīd (Eingottglaube), die enorme Achtsamkeit vor der List der Schurken und der Sittenlosen und das Meiden der Frevler sind Schutzvorkehrungen gegenüber Schutzvorkehrungen. Der erhabene Allah hat gesagt: "O die ihr glaubt, tretet allesamt in den Islam ein und folgt nicht den Fußstapfen des Satans! Er ist euch ja ein deutlicher Feind." [Al-Baqarah 2:208].

Und wer von der Magie betroffen ist, der soll sich den Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, zum Vorbild nehmen. Denn ‘Ā`ischah, Allahs Wohlgefallen auf ihr, hat berichtet: „Einmal stand der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, unter dem Einfluss der Magie. Er, möge Allah ihn loben und Heil schenken, bildete sich dann ein, dass er etwas tut, obwohl er es nicht tut. Eines Tages, als er bei mir war, sprach er mehrere Bittgebete aus, dann sagte er zu mir: „O ‘Ā`ischah, weißt du, dass Allah mich Aufschluss über meinen Zustand gegeben hat, als ich Ihn danach fragte?“ Ich sagte: „Und was ist es, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Zwei Männer kamen zu mir. Der eine setzte sich neben meinen Kopf, der andere neben meine Füße. Der eine fragte den anderen: „Was ist mit dem Mann los?“ Der andere erwiderte: „Er ist verhext!“ Der erste fragte wieder: „Wer hat ihn verhext?“ Der andere erwiderte:Labīd Ibn al-A‘şamm, ein Jude vom Stamm Banu Zuraiq.“ Der eine fragte weiter: „Wie hat der Magier Macht über ihn gewonnen?“ Der andere erwiderte: „Durch einen Kamm, den er ihm entwendet und in dem einige Haare gesteckt waren, und durch einen Palmwedel.“ Der erste fragte: „Und wo sind diese Dinge jetzt?“ Der andere sagte: „Im Brunnen Dhī Arwān!““ Da ging der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, mit einigen seiner Gefährten dorthin. Danach erzählte er mir: „O ‘Ā`ischah, das Wasser des Brunnens sah aus als sei es mit Henna vermischt. Und die Palmen dort waren wie die Köpfe von Teufeln.“ Er ließ dann diesen Brunnen begraben.“ [Verzeichnet bei al-Buchārī]. Dies ist der Gesandte dieser Ummah, der von der Magie getroffen wurde, geschweige noch wir.

Doch das, worauf hier hingewiesen werden muss ist, das die Magie, von der der Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, betroffen war, keinerlei Einfluss auf sein Prophetentum hatte. Das, was ihm widerfahren ist, ist eine Art Krankheit gewesen. Denn auch ist kann, wie alle anderen Geschöpfe auch, irdisches Leid erfahren. Zum Beispiel ist er einmal bewusstlos geworden, dann wurde sein Kopf verletzt, seine Rippen sind mal gebrochen und die Tatsache, dass er, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sich durch den Einfluss der Magie Dinge glaubte zu tun, die er nicht tat. Dies war jedoch allein im Bezug auf irdische Angelegenheiten, nicht im Bezug auf religiöse Angelegenheiten, denn hier war er unfehlbar gewesen. Hierüber herrscht Konsens unter den Leuten des Wissens.

Auch Mūşā, möge Allah ihn loben und Heil geben, war von der Magie betroffen gewesen, als er glaubte Dinge zu sehen, die nicht real waren. Der erhabene Allah hat gesagt: "Er sagte: „Nein! Vielmehr werft ihr (zuerst).“ Und sogleich kamen ihm ihre Stricke und Stöcke durch ihre Zauberei so vor, als ob sie sich rasch bewegten." [TāHā 20:66]. Doch dies hatte keinerlei Auswirkungen auf seine Botschaft gehabt.

Zweitens:       Das Finden und Wiederaufheben des Zaubers. Dies ist die beste Methode, um demjenigen zu helfen, der von der Magie betroffen ist.

Drittens:         Die islamrechtlich legitime Ruqyā, die aus einer Sammlung von Qur`ān-Versen  und authentisch überlieferten Aĥādīthe besteht. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Und Wir offenbaren vom Qur`ān, was für die Gläubigen Heilung und Barmherzigkeit ist." [Al-Işrā` 17:82].

Viertens:        Das Vermehrte Bitten Allahs, das Ihn Anflehen und das sich für Ihn erniedrigen. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Euer Herr sagt: "Ruft Mich an, so erhöre Ich euch."" [Ĝāfir 40:60].

Es ist nicht verpflichtend, dass eine bestimmte Person diese Ruqyā durchführen muss. Ein Muslim kann für sich selbst, seiner Frau oder seinen Kindern die Ruqyā durchführen. Dies ist sogar besser, wenn dabei die Gottesfurcht (Taqwā) vorhanden ist.

Fünftens:        Das Rezitieren der Sure al-Baqarah. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Rezitiert die Sure al-Baqarah, denn in dem, dass man sie nimmt, liegt Segen (Barakah) und wenn man sie beiseitelässt, so ist es sehr zu bedauern, und die Magier haben leine Macht über sie.“ [Verzeichnet bei Muşlim].

Was die Frage anbetrifft, wie ein Muslim sich selbst vom Einfluss eines Zaubers heilen kann, so kann dies wie folgt beantwortet werden:

1.         Er muss die Morgen- und Abendbittgebete regelmäßig sprechen und den Schemel-Vers und die beiden Schutzsuren rezitieren. Denn sie bilden einen Schutzwall um einen Muslim.

2.         An jeden Morgen sieben Datteln essen. Denn der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Wer an jedem Morgen mit sieben weichen ‘Adjwah-Datteln (eine Dattelsorte in Medina) frühstückt, der wird im Laufe des ganzen Tages keinen Schaden auf Grund einer Vergiftung oder einer Magie erleiden.“ [Verzeichnet bei Buchārī und Muşlim].

3.         Das erwähnen des Namen Allahs auf alles. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Wenn die Nacht anbricht, oder es Abend ist, so holt eure Kinder ins Haus denn die Satane begeben sich um diese Zeit überall hin. Wenn aber eine Zeitspanne der Nacht vorbei ist, lasset eure Kinder ruhen, schließt eure Türen und gedenkt des Namens Allahs denn Satan kann keine verschlossene Tür öffnen.“ [Verzeichnet bei Buchārī und Muşlim].

Möge Allah uns im Guten bewahren und uns vor der Magie und den Scharlatanen schützen.

 

 

 

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[1] Anm. des Übersetzers:                Ein Zeichendeuter (arab. ‘Arrāf) ist laut Imām al-Baĝawī jemand, der behauptet Kenntnis über Angelegenheiten zu besitzen, die er aus Vorahnungen und mit Hilfe von Gegenständen habe. Dadurch, so behauptet er, könne er Ungeklärtes aufklären wie z.B. wer den Bestohlenen bestohlen hat und wo sich ein verlorener Gegenstand befindet. [siehe Taffşīr von aş-Şuyūtī; al-Baqarah 2:102].