Zweite Kategorie: Tauĥīd al-Ulūhiyah (Die Aufrechterhaltung der Einheit in der Göttlichkeit Allahs)

Diese Kategorie nennt man auch: Tauĥīd al-’Ibādah (die Aufrechterhaltung der Einheit im Gottesdienst für Allah). Bezieht man sich bei dieser Kategorie auf den erhabenen Allahs, dann nennt man diese Kategorie: Tauĥīd al-Ulūhiyyah. Wird sie jedoch auf die Geschöpfe bezogen, nennt man sie: Tauĥīd al-’Ibādah. Dies ist die Aufrechterhaltung der Einheit im Gottesdienst für Allah.

Derjenige, der es alleine verdient hat, dass man ihn anbetet, ist der erhabene Allah. Er, der Erhabene, hat gesagt: "Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen, das Falsche ist."1

Der Gottesdienst wird auf zwei Dingen angewandt:

Erstens:          At-Ta’abbud – die Anbetung. Dies bedeutet, dass man sich selbst für Allah erniedrigt, indem man den Dingen nachkommt, die einem der erhabene Allah angeordnet hat und das unterlässt, was Er ihm verboten hat, und das aus Liebe und Verherrlichung.

Zweitens:        Al-Muta’abbad bihi – das, womit man Ihn anbetet, also die Anbetung selbst. Scheich al-Işlām Ibn Taimiyah, möge Allah mit ihm gnädig sein, hat dies erklärt, indem er sagte: „Es ist ein Wort, dass alles umfasst, was Allah liebt und womit Er an Aussagen und Taten zufrieden ist, die äußerlich und innerlich sind.“

Ein Beispiel hierzu ist das rituelle Gebet (aş-Şalah). Das Verrichten dieses rituellen Gebets ist eine ’Ibādah, ein Gottesdienst. Somit ist diese Handlung ein Ta’abbud, eine Anbetung. Außerdem ist das Gebet auch gleichzeitig selbst ein Mittel der Anbetung, mit der man Allah anbeten kann. Somit ist sie ein Muta’abbad bihi, das, womit man Ihn anbetet.

Die Aufrechterhaltung der Einheit im Gottesdienst für Allah bedeutet also, dass man allein ein Diener Allahs sein soll und dass man sich allein für Ihn erniedrigt, aus Liebe und Verherrlichung. Der erhabene Allah hat gesagt: "Setze neben Allah keinen anderen Gott, sonst wirst du gescholten und im Stich gelassen dasitzen."2 Er, der Erhabene, sagte auch: "(Alles) Lob gehört Allah, dem Herrn der Welten."3

Seine Beschreibung als der Herr der Welten ist eine Begründung dafür, dass Ihm allein die Göttlichkeit gebührt. Er ist der Gott, da Er der Herr der Welten ist. Der Erhabene hat gesagt: "O ihr Menschen! Dient eurem Herrn, Der euch und diejenigen vor euch erschaffen hat."4

Der alleinige Schöpfer ist deshalb derjenige, der es verdient hat, dass man ihn allein anbetet. Es gehört doch zur Schwachsinnigkeit, dass man ein Geschöpf, das selbst erschaffen wurde und dessen Ende unumgänglich ist, zu einem Gott macht, den man anbetet. Denn in Wirklichkeit kann er dir nicht nutzen, weder kann er dir etwas schaffen, noch kann er dir etwas in einen alten Zustand zurückführen, noch wird er dir deine (Lebens-)Frist verlängern können. Weiter gehört es auch zur Schwachsinnigkeit, dass man ein Grab eines Menschen besucht, der nun zu Staub geworden ist, um ihn zu bitten und anzubeten. Denn er ist eher derjenige, der auf dein Bittgebet angewiesen ist und nicht umgekehrt. Du bist nicht darauf angewiesen, ihn um etwas zu bitten. Er kann sich selbst weder nutzen noch schaden, geschweige noch einem anderen, auch wenn diese Person die höchste Stellung bei Allah genießt, was ja der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, wäre. Der erhabene Allah hat gesagt: "Wer wird das Glaubensbekenntnis Ibrāhīms wohl verschmähen außer dem, der selbst betört ist?"5

Die meisten der Geschöpfe sind bezüglich dieser Kategorie des Tauĥīd ungläubig geworden und haben es verleugnet. Doch wegen diesem Tauĥīd hat der erhabene Allah überhaupt all die Propheten gesandt und die Bücher offenbart. Der erhabene Allah hat gesagt: "Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, dem Wir nicht (die Weisung) eingegeben hätten: „Es gibt keinen (anbetungswürdigen) Gott außer Mir, so dient Mir.“"6

Und trotzdem war die Anhängerschaft der Propheten immer gering gewesen. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Ich sah einen Propheten von einer Gruppe von weniger als zehn Leuten begleitet, dann einen anderen von nur einem oder zwei Menschen begleitet und dann schließlich einen Propheten, der allein war.“7

Bemerkung:

Es ist schon sehr merkwürdig, dass die meisten der letzteren Autoren, die über die Lehren des Tauĥīds geschrieben haben, sich mehr auf den Bereich des Tauĥīd ar-Rubūbiyyah (die Aufrechterhaltung der Einheit in der Herrschaft Allahs) konzentriert haben, als würden sie Völker ansprechen, die die Existenz Gottes leugnen – auch wenn es manche gibt, die Gott leugnen. Doch viele Muslime sind dem Schirk in der Anbetung verfallen. Deshalb ist es erforderlich, dass man sich eher auf diesen Bereich des Tauĥīd konzentriert, um diejenigen Muslime da wieder herauszuholen, die sagen, dass sie Muslime seien, doch in Wahrheit Götzendiener (Muschrikīn) sind, ohne es zu wissen.

 

 

 

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[1] Sure 31, Luqmān, Vers 30

[2] Sure 17, al-Işrā`, Vers 22

[3] Sure 1, al-Fātiĥah, Vers 2

[4] Sure 2, al-Baqarah, Vers 21

[5] Sure 2, al-Baqarah, Vers 130

[6] Sure 21, al-Anbiyā`, Vers 25

[7] Ĥadīth von Ibn ’Abbāş und verzeichnet bei al-Bukhārī (10/155) und Muşlim (1/199)

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