Ist es zulässig, für den, der ein Opfertier darbringen möchte, seine Haare und Nägel zu schneiden?

Frage:

Ist es zulässig, für den, der ein Opfertier darbringen möchte, seine Haare und Nägel zu schneiden?

 

Antwort:

Wenn jemand ein Opfertier darbringen möchte und der Monat Dhu l-Ĥidjah begonnen hat, entweder, weil der neue Mond gesichtet werden konnte oder weil 30 Tage von Dhu l-Qa'dah vergangen sind, dann ist es verboten (ĥarām) für ihn, etwas von seinen Haaren, seinen Nägeln oder seiner Haut zu entfernen, bis er das Opfertier geschlachtet hat, da im Ĥadīth von Umm Şalamah, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtet wurde, dass der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Wenn ihr den Neumond von Dhu l-Ĥidjah sieht (in einer anderen Form der Überlieferung: „Wenn die zehn Tage (von Dhu l-Ĥidjah) beginnen“) und einer von euch ein Opfertier darbringen möchte, der hüte (beim Schneiden) seine Haare und Nägel.“ Verzeichnet bei Aĥmad und Muslim. In einer anderen Form der Überlieferung heißt es: „Dann soll er weder Haare noch Nägel kürzen, bis er (das Tier) geopfert hat.“ Und in einer weiteren Form der Überlieferung heißt es: „Er sollte weder seine Haut noch seine Haare berühren.“

Wenn er während der ersten zehn Tage von Dhu l-Ĥidjah die Absicht fasst, ein Opfertier darzubringen, dann sollte er von dem Moment an, wo er die Absicht gefasst hat, dieses unterlassen, und auf ihn lastet keine Sünde für das Schneiden, das er getan hat, bevor er die Absicht fasste.

Die Weisheit hinter diesem Verbot ist, dass die Person, die ein Opfertier darbringen möchte und ja somit dem Pilger in einigen Ritualen der Ĥadj gleichmacht - nämlich die Annäherung an Allah durch das Darbringen eines Opfertieres - er ihm auch in einigen Besonderheiten des Iĥrām gleichtun soll, wie der Verzicht auf das Schneiden seiner Haare und so weiter.

Diese Regelung gilt aber nur für den, der das Opfertier schlachtet. Sie gilt nicht für diejenigen, in deren Namen ein Opfertier geschlachtet wird, weil der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „...und einer von euch ein Opfertier darbringen möchte.“ Er sagte nicht: Und im Namen von einem von euch ein Opfertier geschlachtet wird. Außerdem pflegte der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ein Opfertier im Namen der Mitglieder seines Haushalts zu schlachten, und es ist nichts überliefert worden, dass er ihnen anbefohlen hat, es (also das Schneiden ihrer Haare und Nägel usw.) zu unterlassen.

Auf dieser Grundlage ist es für die Familie der Person, die das Opfertier schlachten will, zulässig, auch während der ersten zehn Tage von Dhu l-Ĥidjah ihre Haare, Nägel und Haut zu entfernen.

Wenn die Person, die ein Opfertier darbringen möchte, etwas von seinen Haaren, Nägeln oder der Haut entfernt, dann soll er bei Allah bereuen und es nicht mehr tun, aber er muss dafür keine Sühne leisten. Außerdem hält ihn dies auch nicht davon ab, das Opfertier darzubringen, so wie es einige Leute denken. Wenn er etwas davon aus Vergesslichkeit oder Unwissenheit macht, oder weil einige Haare ungewollt abgefallen sind, dann lastet auf ihn keine Sünde. Wenn er etwas davon entfernen muss, dann kann er dies tun, und es trifft ihn auch hier keine Schuld, wie zum Beispiel, wenn ein Nagel bricht und dieser ihm schadet, so kann er es schneiden, oder wenn ein Haar in sein Auge kommt, so kann er es auch hier entfernen, oder wenn er seine Haare schneiden muss, um eine Wunde und dergleichen zu behandeln.“

 

Scheikh 'Abdul-'Azīz Ibn Bāz, in Fatāwā Işlāmiyyah, 2 / 316.

Das Urteil über den Takbīr, der vor dem ’Īd-Gebet in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird

Frage:

Vor dem ’Īd-Gebet vollziehen viele Menschen ihren Dhikr in der Gemeinschaft. Ist dies eine Neuerung (Bid’ah) in der Religion oder gehört dies zum Verrichten des ’Īd-Gebets?

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Ich habe gelesen, was der ehrenwerte Scheich Aĥmad Ibn Muĥammad Djamāl – möge Allah ihn zu den Taten verhelfen, die Er liebt – in einigen Zeitungen geschrieben hat. Darin zeigte er sich verwundert über diejenigen, die den Takbīr, der vor dem ’Īd-Gebet in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, als eine Neuerung bezeichnen und die dazu aufrufen, dass diese Tat eingestellt wird. Der Scheich hat in diesen Artikeln dann versucht zu beweisen, dass der Takbīr, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, keine Neuerung ist und dass es nicht erlaubt sei, dieses zu verbieten. Auch einige andere Autoren haben sich seiner Meinung angeschlossen und haben ihn darin gestärkt.

Da wir nun befürchten, dass dies zu Konflikten bei denen führen wird, die die Wahrheit nicht kennen, ist es für uns verpflichtend, diese Sachlage genauer zu erläutern.

Es gilt grundsätzlich beim Takbīr, dass dieser für die Nacht von al-’Īd, für die Zeit vor dem ’Īd-Gebet, beim Fastenbrechen im Ramadan, am 10. des Monats Dhi l-Ĥidjah und in den Tagen des at-Taschrīq erlassen wurde. In dieser Tat ist auch eine große Huld. Denn er erhabene Allah sagte bezüglich des Takbīr in ’Īd al-Fitr: "Damit ihr die Anzahl vollendet und Allah als den Größten preist (d.h. mit den Worten „Allahu akbar“), dafür, dass Er euch rechtgeleitet hat, auf dass ihr dankbar sein möget." [Sure 2, al-Baqarah, Vers 185] Der erhabene Allah sagte bezüglich des 10. Dhi l-Ĥidjah und der Tage des at-Taschrīq: "Damit sie (allerlei) Nutzen für sich erfahren und den Namen Allahs an wohlbekannten Tagen über den aussprechen, womit Er sie an den Vierfüßlern unter dem Vieh versorgt hat." [Sure 22, al-Ĥadj, Vers 28] Und der erhabene Allah sagte auch: "Und gedenkt Allahs während einer bestimmten Anzahl von Tagen." [Sure 2, al-Baqarah, Vers 203]

Zum Gedenken, der für diese bestimmte Anzahl von Tagen erlassen wurde, ist der Takbīr (das Wiederholen der Worte „Allahu akbar“), so wie es die reine Şunnah belegt hat und die Taten der rechtschaffenen Vorfahren (Şalaf) es bekräftigt haben. Die Art und Weise des erlassenen Takbīrs sieht wie folgt aus: Jeder Muslim macht den Takbīr für sich und alleine. Dabei erhebt er beim Takbīr seine Stimme so, dass die anderen ihn hören und ihn dadurch entweder in dieser Tat nachahmen oder bezüglich dieser erinnert werden. Was jedoch den Takbīr anbetrifft, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird und der ja eine Neuerung ist, so sieht er wie folgt aus: Eine Gruppe von zwei oder mehr Personen erheben einheitlich ihre Stimmen und machen den Takbīr im selben Takt. Sie beginnen den Takbīr gemeinsam und beenden diesen auch gemeinsam mit einer Stimme und im selben Takt.

Diese Tat keinerlei Ursprung in der Şunnah und sie lässt sich auch nicht beweisen. Diese Art und Weise des Takbīr ist eine Neuerung, für die Allah keine Befugnis hinabgesandt hat. Derjenige, der diesem Takbīr, der auf diese Art und Weise vollzogen wird, widerspricht, der hat die Wahrheit gesprochen. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Wer eine Tat begeht, die nicht unseren Befehlen entspricht, so wird diese Tat nicht anerkannt und für nichtig erklärt.“ Dieser Ĥadīth wurde bei Muşlim überliefert. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte auch: „Und hütet euch vor den Neuerungen, denn jede Neuerung ist ein Irrweg und jeder Irrweg führt in die Hölle.“ Der Takbīr, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, ist eine neu erfundene Sache und somit eine Neuerung. Wenn nun die Taten der Menschen der islamischen Rechtslehre widersprechen, so ist es verpflichtend sie daran zu hindern. Denn es gilt der Grundsatz, dass jegliche Art der Anbetung nicht erlaubt ist, außer sie ist eine Anbetungen, die durch den Qur`ān und der Şunnah nachweisbar erlaubt wurde. Was jedoch die Aussagen und Meinungen der Menschen anbetrifft, so stellen diese keinen Beweis dar, falls sie den Beweisen aus der islamischen Rechtslehre widersprechen.

Das, was erlaubt ist, ist das, was erlassen wurde und durch die Belege nachweisbar ist, nämlich dass jeder Muslim für sich allein den Takbīr vollziehen soll.

Zu denen, die den Takbīr, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, verboten hatten, gehörte auch der ehrenwerte Scheich Muĥammad Ibrahīm, der Mufti von Saudi Arabien – möge Allah mit ihm gnädig sein. Er brachte auch diesbezüglich mehrere Fatawah heraus. Auch ich und der ständige Ausschuss der Gelehrten (al-Ladjnah ad-Dā`imah) haben bezüglich dem Verbot dieser Tat bereits mehrere Fatawahs herausgebracht.

Der ehrenwerte Scheich Ĥammūd Ibn ’Abdullah at-Tuwaidjrī an-Najdī – möge Allah mit ihm gnädig sein – hat einen bewerten Brief verfasst, wo darin er diese Tat ablehnte. Dieser Brief wurde auch gedruckt und herausgegeben. In diesem Brief sammelte er all die Beweise gegen diesen Takbīr, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, der denjenigen zufrieden stellt, der nach der Wahrheit strebt. Und dafür sei Allah Dank.

Das jedoch, was der Bruder Scheich Aĥmad als Beweis für seine Behauptung nahm, nämlich das, was ’Ummar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – und die Menschen in Minnah getan hatten, so ist hier kein Beweis für ihn. Denn das, was er – Allahs Wohlgefallen auf ihm – und die Menschen in Minnah getan hatte, war nicht dieser Takbīr, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, im Gegenteil, das was er und die anderen getan hatten, war der Takbīr, der erlaubt ist und der erlassen wurde. Denn ’Ummar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – hob seine Stimme beim Takbīr, da dies Şunnah war und weil er damit die anderen an den Takbīr erinnern wollte. Danach hat jeder für sich den Takbīr gemacht. Darin war keinesfalls eine Übereinkunft zwischen ihnen und ’Ummar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – in der Art, dass sie einheitlich den Takbīr vollzogen haben, so wie es viele heutzutage machen. Auch alle rechtschaffenen Vorfahren – möge Allah mit ihnen gnädig sein – haben solch einen Takbīr nie gemacht. Ihr Takbīr war stets der, der auch durch die islamische Rechtslehre erlassen wurde. Wer das Gegenteil behauptet, der soll uns einen eindeutigen Beweis für seine Behauptung bringen.

Das gleiche gilt auch für den Gebetsruf für das ’Īd-, Tarawīĥ-, Qiyām- und Witr-Gebet, all das sind Neuerungen, die keine Grundlage dafür in unserem Glauben haben. Es ist in den authentischen Ĥadīthen über den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken –  überliefert worden, dass er das ’Īd-Gebet verrichtet hat, ohne dabei vorher den Gebetsruf durchzuführen. Wir kennen auch keinen von den Leuten des Wissens, der einen anderen Wortlaut für diesen Gebetsruf  erwähnt hat. Wer etwas Gegenteiliges behauptet, muss uns den Beweis dafür bringen.

Niemand hat das Recht, eine Anbetung zu erlassen, egal ob es sich dabei nur um Worte oder auch Taten handelt, außer er hat dafür einen eindeutigen Beweis aus dem edlen Qur`ān, aus der reinen Şunnah oder aus dem Konsens der Leute des Wissens. Denn in Dingen der Anbetung herrscht kein Freiraum für Eigeninterpretation. Die islamische Rechtslehre warnt eindringlich vor Neuerungen in Glaubensfragen. Deshalb sagte auch der erhabene Allah: "Oder haben sie etwa Partner, die ihnen eine Glaubenslehre vorgeschrieben haben, die Allah nicht verordnet hat?" [Sure 42, asch-Schūrā, Vers 21] Oder auch die beiden Ĥadīthe des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – über die Neuerung, die wir am Anfang erwähnten. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte auch: „Wer etwas in unsere Angelegenheiten einführt, das nicht dazu gehört, dessen Handlung soll zurückgewiesen werden.“ Dies ist ein authentischer Ĥadīth. Oder auch die folgende Aussage des Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken: „Wahrlich, das beste Wort ist das Wort Allahs; der beste Weg ist der Weg Muĥammads. Die schlechteste Sache ist die Neuerung in der Religion, und jede Neuerung ist Bid’ah, und jede Bid’ah ist ein Fehlgehen.“ Verzeichnet in Şaĥīĥ Muşlim. Die Ĥadīthe und Überlieferungen bezüglich dieser Thematik sind zahlreich.

Der erhabene Allah ist der Einzige, der dem ehrenwerten Scheich Aĥmad und unseren übrigen Brüdern zu mehr Wissen in ihrer Religion verhelfen kann und Der sie standhaft machen kann. Möge Er uns allen zu Rufern der Rechtleitung und zu Verfechtern der Wahrheit machen. Möge Er uns auch von allem fernhalten, dass Seiner Rechtslehre widerspricht. Und möge Er unseren Propheten Muĥammad loben und ihm Heil schenken, ihm und seiner Familie und seinen Gefährten.

Madjmū’ al-Fatāwah Ben Bāz (Band 20, S. 13-23)

Die besten Opfertiere sind Kamele, dann Kühe, dann Schafe und dann der Anteil an ein gemeinsames Opfertier

Frage:

Was ist das Beste im Bezug auf das Opfern eines Tieres, die Schlachtung eines Schafes oder der Anteil an einer Kuh, die von mehreren zusammen geopfert wird?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

„Das beste Opfertier ist ein Kamel, dann eine Kuh, dann ein Schaf und dann der Anteil, den man an einer Kuh besitzt. Dies ist die Ansicht von Abu Ĥanīfah und asch-Schāfi’ī, da der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – über das Freitagsgebet folgendes sagte: „Wer am Freitag am Morgen (in die Moschee) kommt, der hat denselben Lohn wie derjenige, der ein Kamel opfert. Wer in der nächsten Stunde geht, der hat denselben Lohn wie derjenige, der eine Kuh opfert. Wer in der dritten Stunde geht, der hat denselben Lohn wie derjenige, der einen gehörnten Bock opfert. Wer in der vierten Stunde geht, der hat denselben Lohn wie derjenige, der eine Henne opfert. Und wer schließlich in der fünften Stunde geht, der hat denselben Lohn wie derjenige, der ein Ei opfert.“ [verzeichnet bei al-Buchārī, 881; Muşlim, 850].

Mit der Opfergabe beabsichtigt man, Allah näher zu kommen, so dass die beste Opfergabe ein Kamel ist, so wie im Falle der Hadiy, die von den Pilgern in der Ĥadj dargebracht wird.

Ein Schaf ist besser als der Anteil an einem Kamel, denn das Ziel beim Opfern ist es, Blut zu vergießen. Ein Bock ist besser als ein weibliches Schaf, denn es ist das, was der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – geschlachtet hat und auch das Fleisch ist besser.“ [al-Muĝnī, 13/366].

Der Ständige Ausschuss der Gelehrten wurde gefragt: „Welches ist das bessere Opfertier, ein Bock oder eine Kuh?“

Sie antworteten: „Das beste Opfertier ist ein Kamel, dann eine Kuh, dann ein Bock und dann der Anteil an einem Kamel oder einer Kuh, weil der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – über das Freitagsgebet sagte: „Wer am Freitag am Morgen (in die Moschee) kommt, der hat denselben Lohn wie derjenige, der ein Kamel opfert […].“

Der Punkt hier ist, dass es eine Reihenfolge der Präferenz zwischen Kamele, Kühe und Schafe gibt bezüglich des sich Nähens von Allah durch das Opfern. Zweifellos ist das Opfern eines der größten gottesdienstlichen Handlungen, durch die wir Allah näher kommen können. Ein Kamel ist wertvoller und nützlicher. Dies ist die Ansicht der drei Imame, Abu Ĥanīfah, asch-Schāfi’ī und Aĥmad. Mālik hingegen sagte: „Das beste Opfertier ist ein junges Schaf, dann eine Kuh und dann ein Kamel, weil der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – zwei Widder geopfert hat und er – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat stetes nur das getan, was am besten war.“

Die Antwort darauf lautet, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – manchmal die Option ausgewählt hat, die nicht die beste war, aus Güte seiner Ummah gegenüber, weil sie seinem Beispiel stets folgten. Er – möge Allah ihn loben und Heil schenken – mochte es nicht, ihnen das Leben schwer zu machen. Er erklärte jedoch, dass das beste Opfertier ein Kamel sei, dann eine Kuh und dann ein Schaf, wie oben angegeben. Und Allah weiß es am besten.“ [Fatāwah al-Ladjnah ad-Dā`imah, 11/398].

Scheich Ibn ’Uthaimīn sagte in „Aĥkām al-Udĥiyah“: „Das beste Opfertier ist ein Kamel und dann eine Kuh, wenn man das ganze Tier allein opfert, dann ein Schaf, dann eine Ziege, dann ein Siebtel eines Kamels und dann ein Siebtel einer Kuh.“

 

Und Allah weiß es am besten!

Das, was empfohlen wird zu tun, in den ersten zehn Tagen von Dhu l-Ĥidjah und am Tage des ’Īds

Frage:

Worauf muss ich in den zahn Tagen von Dhu l-Ĥidjah und am Tage des ’Īds achten?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Die Lebensdauer dieser Ummah ist, verglichen mit den vorherigen, sehr kurz. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Die Lebensdauer meiner Ummah ist zwischen sechzig und siebzig Jahre.“

Doch der erhabene Allah hat in Seiner Gnade und Großzügigkeit dieser Ummah dieses wieder vergolten, indem Er ihr viele rechtschaffene Taten erlassen hat, die diese kurze Lebensdauer reichlich segnet, so, als würde derjenige, der diese Taten verrichtet, ein längeres Leben bekommen.

Zu diesen gesegneten Zeiten gehören auch die ersten zehn Tage des Monats Dhu l-Ĥidjah. Bezüglich ihrer Gunst wurden zahlreiche Verse offenbart und Ĥadīthe überliefert. Der erhabene Allah hat gesagt: "Bei der Morgendämmerung und den zehn Nächten." [al-Fadjr 89:1f].

Ibn Kathīr – möge Allah mit ihm gnädig sein – hat gesagt: „Mit diesen zehn Nächten sind die ersten zehn Tage von Dhu l-Ĥidjah gemeint.“

Der erhabene Allah sagte auch: "[…] damit sie (allerlei) Nutzen für sich erfahren und den Namen Allahs an wohlbekannten Tagen über den aussprechen." [al-Ĥadj 22:28]

Ibn ’Abbāş – Allahs Wohlgefallen auf ihm – hat bezüglich der Aussage "an wohlbekannten Tagen" gesagt: „Das sind die ersten zehn Tage von Dhu l-Ĥidjah.“

Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat sogar gesagt, dass diese zehn Tage die besten Tage dieser Welt seien:

Es wird von Djābir – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtet, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Die besten Tage dieser Welt, sind diese zehn Tage.“ Damit meinte er die ersten zehn Tage von Dhu l-Ĥidjah. Es wurde gesagt: „Auch nicht der Djihād auf Allahs Wegen?“ Er – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Auch nicht der Djihād auf Allahs Wegen, außer im Falle eines Mannes, der selbst auszieht mit seinem Leben und Gut und mit nichts davon zurückkommt“ [verzeichnet bei al-Bazzār mit einem Ĥaşan Işnād, bei Abu Ya’lā mit einem Şaĥīĥ Işnād, bei Ibn Ĥibbān in seinem „Şaĥīĥ“ und von al-Albānī als authentisch gestuft].

Der Muslim sollte allgemein stets bemüht sein, die Tage des Segens zu seinen Gunsten zunutzen, indem er darin bei Allah aufrichtig bereut. Denn der Hauptgrund für das Verwehren des Guten, sind die Sünden, obgleich es sich dabei um das Gute des Diesseits oder auch des Jenseits handelt. Der erhabene Allah hat gesagt: "Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles." [asch-Schūrā 42:30].

Die Sünden haben fatale Auswirkungen auf das Herz. So, wie das Gift dem Körper schadet und deshalb behandelt werden muss, so schaden auch die Sünden dem Herzen sehr. Die Sünden verbreiten sich in einem Menschen schnell, sodass aus einer einzigen Sünde schnell zahlreiche Sünden werden und es dem Menschen dann schwer fällt, sich von diesen zu trennen.

Deshalb liebe Geschwister, beeile dich und bereue deine Sünden aufrichtig. Empfange diese ersten zehn Tage von Dhu l-Ĥidjah mit deinem Fernbleiben von den Sünden und Fehltritten. Strebe danach, in diesen Tagen mehr Allahs zu gedenken und Ihn um Vergebung zu bitten. Denn niemand von uns weiß, wann der Tod ihn überraschen wird und er dann diese Welt verlassen muss.

Zu den rechtschaffenen Werken in diesen ersten zehn Tagen von Dhu l-Ĥidjah, die jene wahrnehmen sollten, die um das Paradies wetteifern, gehört:

1.         Das Erhöhen der Anstrengungen beim Verrichten von guten Werken.

Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Es gibt beim erhabenen Allah weder Tage, die großartiger sind, noch Tage, an denen die Taten beliebter sind, als diese zehn Tage.“

Zu den rechtschaffenen Taten, die viele Muslime vernachlässigt haben, gehört das Rezitieren des Qur`ān,  das Spenden und gütig sein gegenüber den Bedürftigen, das Gebieten des Guten und Verbieten des Schlechten und ähnliche solcher rechtschaffenen Taten.

2.         Das Gebet.

Es ist erwünscht, zu den obligatorischen Gebeten früh zu erscheinen, einen Platz in der ersten Gebetsreihe einzunehmen und viele freiwilligen Gebete (Nawāfil) zu verrichten. Denn das gehört zu den besten Taten, mit denen man Allah näher kommen kann. Von Thaubān – Allahs Wohlgefallen auf ihm – wird berichtet, dass er sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagen: „Vermehrt eure Niederwerfungen zu Allah. Denn du wirst dich nicht niederwerfen, außer dass dich Allah damit eine Ebene erhöht und dir damit eine Sünde löscht.“ [verzeichnet bei Muşlim].

3.         Das Fasten.

Das Fasten gehört zu den rechtschaffenen Taten. Es wird von einigen Frauen des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – berichtet, dass sie sagten: „Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – pflegte stets die (ersten) neun Tagen von Dhu l-Ĥidjah, den Tag von ’Āschūrā` und drei Tage von jedem Monat zu fasten.“ [verzeichnet bei Imām Aĥmad, Abu Dāwūd und an-Naşā`ī].

Imām an-Nawawī hat bezüglich des Fastens in diesem zehn Tagen gesagt: „Dies wird ausdrücklich empfohlen (Mustaĥabb Iştiĥbāban Schadīdan).“ Vor allem am Tage von ’Arafah.

Muslim hat verzeichnet, dass Abu Qatādah berichtet hat, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Das Fasten am Tage von ’Arafah, tilgt die Verfehlungen im vorherigen und im laufenden Jahr.“ Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte auch: „Wer einen Tag um Allahs Willen fastet, dessen Gesicht wird Allah für diesen einen Tag siebzig Herbste vom Feuer fernhalten.“ [verzeichnet bei Buchārī und Muşlim].

4.         Das Verrichten der Pilgerfahrt (Ĥadj) und der ’Ummrah.

Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Für die angenommene Pilgerfahrt gibt es keinen anderen Lohn als das Paradies.“ [verzeichnet bei Muşlim].

5.         Der Takbīr, der Tahlīl und der Taĥmīd.

Imām al-Buchārī – möge Allah mit ihm gnädig sein – sagte: „Ibn ’Ummar und Abu Hurairah – Allahs Wohlgefallen mit ihnen – pflegten in den ersten zehn Tagen von Dhu l-Ĥidjah auf dem Marktplatz zu gehen und dort „Allahu akbar (Allah ist größer)“ zu sagen; die Leute sagten ihnen das nach.“

Er sagte auch: „Ibn ’Ummar machte Takbīr (das Sagen von „Allahu akbar (Allah ist größer)“) in seiner Kuppel in Mina, so dass die Leute in der Moschee und auf den Marktplätzen ihn hörten und ihm das nachsprachen , bis Mina aus dem Takbīr erschüttert wurde.“

Ibn ’Ummar – Allahs Wohlgefallen mit ihm – pflegte in all diesen Tagen in Mina den Takbīr zu machen, sei es vor den Gebeten, in seinem Bett, in seinem Zelt, in seiner Sitzung oder während er ging.

Es ist erwünscht, dass der Mann den Takbīr laut macht, so wie es ’Ummar, sein Sohn und Abu Hurairah getan haben. Auch die Frauen sollen Takbīr machen, jedoch mit leiser Stimme, so wie es im Ĥadīth von ’Attiyyah überliefert wurde: „[…] sodass auch die menstruierenden Frauen mit hinausgingen und sich hinter den Leuten aufstellten. Sie machten den Takbīr, wie den der anderen und machten Du’ā`, wie den der anderen.“[verzeichnet bei Buchārī und Muşlim].

Diese Ummah sollte spurten, diese in Vergessenheit geratene Şunnah wieder zu beleben, die sogar diejenigen bald vergessen haben, die zu den Leuten der Tugendhaftigkeit und der Wohltat gehören.

Es gibt noch weitere Taten, die empfohlen werden, in diesen Tagen zu verrichten. Wir werden einige davon nur kurz erwähnen: das Rezitieren und lernen des Qur`ān, das Bitten bei Allah um Vergebung, das Aufstehen in der Nacht um das freiwillige Gebet zu verrichten (Qiyām al-Lail), die Wohltat gegenüber den Eltern, das Pflegen der Verwandtschaftsbeziehung (Şilat ar-Raĥim), das Grüßen der Muslime, das Speisen der Armen, das Vermitteln zwischen den Menschen, das Gebieten des Guten und Verbieten des Schlechten, das Zügeln der Zunge und der Geschlechtsteile, das gütig sein gegenüber den Nachbarn und den Gästen, das Spenden auf den Wegen Allahs, das Beseitigen von Verletzungsgefahren von der Straße, das sich liebevoll kümmern um den Ehepartner und den Kindern, das Aufnehmen von Weisenkindern, das Besuchen der Freunde der Eltern…

Der erhabene Allah hat erlassen, dass am Tage des Opferns (Yaum an-Naĥr), der ja der erste Tag des Festes ist, aber auch in all den restlichen Tages des Taschrīq (der zweite, dritte und vierte Tag des ’Īds), ein Opfertier (Udĥiyah) dargebracht wird. Dies ist eine Şunnah unseres Vaters Ibāhīm – möge Allah ihn loben und Heil schenken – als der erhabene Allah ihn mit einem großartigen Schlachtopfer statt seinem Sohn auslöste.

Al-Buchārī (Nr.5565) und Muşlim (Nr.1966) haben verzeichnet, dass Anaş sagte: „Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – opferte zwei weiße Schafböcke mit schwarzen Flecken. Er schlachtete sie eigenhändig, sagte „Bişmillāh“, sprach den Takbīr („Allahu Akbar“, d.h. Allah ist der Größte) und stellte seinen Fuß auf die beiden Seiten ihrer Hälse.“

Was muss derjenige beachten, der Schlachten möchte?

1.         Wenn die ersten zehn Tage von Dhu l-Ĥidjah begonnen haben, darf derjenige, der vor hat zu schlachten, weder seine Haare noch seine Nägel schneiden (egal ob Finger- oder Fußnägel), bis er sein Opfertier geschlachtet hat. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Wenn der Neumond von Dhu l-Ĥidjah erscheint, soll derjenige, der ein Opfertier darbringen will, seine Haare und Nägel nicht schneiden, bis er sein Opfertier darbringt.“ [verzeichnet bei Muşlim].

2.         Dieses Verbot bezieht sich lediglich auf denjenigen, dem dieses Opfertier gehört. Diejenigen, für die geschlachtet wird, wie die Ehegattin und die Kindern, sind von diesem Verbot ausgenommen. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – erwähnte hier explizit denjenigen, der schlachten möchte und nicht diejenigen, für die geschlachtet wird.

3.         Für denjenigen, der vorsätzlich seine Haare und Nägel kürzt, obwohl er schlachten möchte, ist hier kein Grund, nicht mehr zu schlachten. Er muss dafür auch nicht sühnen, doch muss er bei Allah um Vergebung dafür bitten.

4.         Das Opfertier darf erst nach dem ’Īd-Gebet geschlachtet werden. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Wer bereits vor dem Gebet geschlachtet hat, der soll zusätzlich zu diesem Tier noch ein anderes schlachten. Und wer noch nicht geschlachtet hat, der soll schlachten.“ [verzeichnet bei Buchārī und Muslim].

Die Zeit, die man hat, um ein Opfertier zu schlachten, ist der Tag des Opferns und die drei darauf folgenden Tage des Taschrīq. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „An allen Tagen des Taschrīq darf geschlachtet werden.“ [verzeichnet bei Aĥmad und al-Baihaqī].

5.         Es ist Şunnah, dass derjenige, der schlachten möchte, bei dieser auch anwesend ist.

6.         Er sollte das Opfertier selbst schlachten, wenn er dazu im Stande ist. Wenn er dazu nicht in der Lage sein sollte, dann soll er jemanden beauftragen, der es für ihn tut. Dabei soll er sagen: „Bişmillāh wa Allahu Akbar.“

7.         Er soll von seinem Opfertier etwas essen, so wie es der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – getan hat. Er – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat an diesem Tag nichts gegessen, bis er vom Gebetsplatz zurückkam und von seinem Opfertier aß.

8.         Das Schlachten des Opfertieres ist besser, als den Preis davon zu spenden. Denn das ist das, was der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – und die Muslime damals getan haben. Die Opfergabe gehört zu den Kulthandlungen des Islams. Wenn die Menschen sich von dieser wegbewegen und anfangen, stattdessen nur noch zu spenden, dann würde diese Kulthandlung des Islams mit der Zeit aussterben. Wäre außerdem die Spende des Preises für ein Opfertier besser als die Schlachtung gewesen, dann hätte der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – seine Ummah darauf mit Wort und Tat hingewiesen. Denn er hat es nie versäumt, seiner Ummah all das Gute zu zeigen und sie darauf hinzuweisen. Wäre die Spende außerdem gleichbedeutend mit der Opfergabe gewesen, dann hätte er auch dieses erklärt, weil es einfacher und müheloser wäre, als die Schlachtung eines Opfertieres. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat es auch hier nie versäumt, seine Ummah auf die Option hinzuweisen, die leichter ist, als die, die schwerer ist, wenn es dafür den selben Lohn gab. Es herrschte damals während der Lebenszeit des Propheten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – eine Hungersnot, worauf er dann sagte: „Wer von euch eine Opfergabe erbringt, der soll diese nicht länger als drei Tage in seinem Haus haben.“

Im darauf folgenden Jahr fragten ihn die Menschen: „O Gesandter Allahs, sollen wir auch dieses mal das tun, was wir im letzten Jahr getan haben?“ Der Prophet Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte zu ihnen: „Esst, speist die Armen und schafft Vorrat. Denn im vergangenen Jahr machten die Menschen eine harte Zeit durch und ich wollte, dass ihr ihnen dabei helft.“

9.         Es reicht völlig aus, wenn man ein einziges Lamm für sich und für die eignen Angehörigen schlachtet, für deren Unterkunft man verantwortlich ist. Abu Ayyūb – Allahs Wohlgefallen auf ihm – wurde gefragt: „Wie sah das Opfern zur Zeit des Gesandten Allahs geschehen  – möge Allah ihn loben und Heil schenken – aus?“ Er sagte: „Ein Mann hat ein Schaf in seinen Namen und im Namen der Mitglieder seiner Familie geopfert. Sie aßen davon und speisten andere davon.“ [Als Şaĥīĥ eingestuft von al-Albānī in „Şaĥīĥ at-Tirmidhī“].

10.       Es ist erlaubt, dass man zu siebt ein Kamel oder eine Kuh schlachtet, so wie es im Ĥadīth von Djābir – Allahs Wohlgefallen auf ihm – erwähnt wurde. Er sagte: „Wir unternahmen mit dem Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – die Pilgerfahrt und schlachteten ein Kamel für sieben Personen und eine Kuh für sieben Personen.“ [verzeichnet bei Muşlim].

11.       Das Alter eines Schafes muss mindestens ein halbes Jahr sein. Diesen nennt man al-Djadh’. Denn ’Uqbah Ibn ’Āmir – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: „Wir schlachteten mit dem Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – Lämmer, die ein halbes Jahr alt waren.“ [verzeichnet bei an-Naşā`ī mit einer guten Überlieferungskette].

12.       Bei den Kamelen, Kühen und Ziegen muss das Alter mindestens ein Jahr sein. „Die Ziege muss mindestens ein Jahr alt sein, die Kuh mindestens zwei Jahre und das Kamel mindestens fünf Jahre.“, so wie es im Ĥadīth von Djābir – Allahs Wohlgefallen auf ihm – überliefert wurde. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Schlachtet nichts anderes, als ein Tier, das mindestens ein Jahr alt ist, es sei denn, es ist zu schwierig für euch. In diesem Fall könnt ihr auch ein Schaf schlachten, dass Djadh’ah (also mindestens ein halbes Jahr) ist.“ [verzeichnet bei Muşlim].

13.       Das beste Opfertier, das man darbringen kann, ist ein Kamel und dann eine Kuh, falls man diese Tiere für sich allein schlachtet, dann ein Schaf, dann eine Ziege, dann ein siebtel eines Kameles und dann schließlich ein siebtel einer Kuhl.

Dabei sollte man darauf achten, dass diese Tiere wohlgenährt sind und ein schönes Erscheinungsbild haben. Im Ĥadīth von Djābir – Allahs Wohlgefallen auf ihm – wird überliefert, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Es gibt vier, die nicht als Opfer bestimmt sind: ein einäugiges Tier, dessen Fehler unverkennbar ist; ein krankes Tier, dessen Krankheit unverkennbar ist; ein lahmes Tier, dessen Hinken offensichtlich ist, und ein abgemagertes Tier, was kein Mark in seinen Knochen hat.“ [verzeichnet bei Aĥmad und den Leuten der Şunnan mit einer authentischen Überlieferungskette].

Das ’Īd-Gebet:

1.         Der Takbīr:      Es ist erlassen worden, den Takbīr ab dem Fadjr des Tages von ’Arafah zu machen, bis zum ’Aşr des letzten Tages von Taschrīq. Mahr dazu haben wir bereits am Anfang dieses Artikels erwähnt.

2.         Man sollte, wenn möglichst, zu Fuß zum Gebetsplatz (Muşallah) gehen.

3.         Es ist Şunnah, dass man das ’Īd-Gebet in einem Gebetsplatz (Muşallah) verrichtet, außer wenn es einen Grund gibt, der einen daran hindert, wie zum Beispiel Regen. Dann wird das ’Īd-Gebet in der Moschee verrichtet, da der Gesandte Allahs  – möge Allah ihn loben und Heil schenken – dies genauso tat.

4.         Man muss das Gebet mit der Gemeinschaft der Muslime verrichten und es ist erwünscht, die Predigt (Chuttbah) zu hören. Die Meinung, die die Mehrheit der Gelehrten wie Scheich al-Islam Ibn Taimiyah bevorzugen ist, dass das ’Īd-Gebet verpflichtend ist. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Darum bete zu deinem Herrn und schlachte (Opfertiere)." [al-Kauthar 108:2]. Diese Pflicht wird nur bei einem zulässigen Grund aufgehoben. Die Frauen nehmen an dem ’Īd mit den Muslimen genauso Teil, auch die menstruierenden und unverheirateten Frauen. Der Muslim sollte darauf achten, das ’Īd-Gebet dort zu verrichten, wo es verrichtet wird und die Predigt mitzuhören, um eigenen Nutzen davon tragen zu können.

5.         Verschiedene Wege nehmen:           Es wird dir empfohlen, dass du, wenn du vom ’Īd-Gebet wieder nach Hause kommst, einen anderen Weg nimmst, als den, den du genommen hast, als du dorthin gegangen bist. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat dies genauso getan.

6.         Gegenseitiges Grüßen am ’Īd:           Es ist erlaubt, sich gegenseitig zum ’Īd zu begrüßen, da dies über den Gesandte Allahs  – möge Allah ihn loben und Heil schenken – überliefert wurde. Dabei sollte man sagen: „Taqabbalallāhu Minna wa Minka.“ („Möge Allah unsere und deine (guten Taten) annehmen.“)

7.         Der Muslim sollte die Weisheit hinter dem Erlass dieses Festes kennen. Dieser Tag ist ein Tag des Dankens und der milden Taten. Deshalb sollte ein Muslim diesen Tag nicht zu einem schlechten Tag machen, an dem er undankbar ist. Es sollte diesen Tag auch nicht zu einem Tag machen, an dem Sünden begangen werden, wie Musik, Aufführungen und Berauschendes. Diese und andere Sünden können dafür sorgen, dass die guten Taten, die man in den zehn Tagen von Dhu l-Ĥidjah verrichtet hat, zunichte gemacht werden.

8.         Wir sollen auch nicht vergessen, an diesen besonderen Tagen gute Werke zu verrichten, wie das Besuchen der Verwandten, das Speisen der Armen und das Beschenken der Waisenkinder.

Möge Allah uns Kraft geben, um rechtschaffene Taten zu verrichten und möge Er uns Wissen über unsere Religion geben. Und möge Er uns zu denen gehören lassen, die in diesen ersten zehn Tagen von Dhu l-Ĥidjah viele rechtschaffene Werke verrichtet haben. Und möge der erhabene Allah unseren geliebten Propheten loben und Heil schenken, ihm, seiner Familie und all seinen Gefährten.

Und Allah weiß es am besten!

Was soll man bei der Schlachtung des Opfertieres (Udĥiyah) sagen?

Frage:

Gibt es ein spezielles Bittgebet (Du’ā`), dass ich bei der Schlachtung des Opfertieres (Udĥiyah) aufsagen kann?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Es gehört für denjenigen zur Şunnah, der ein Opfertier (Udĥiyah) schlachten möchte, dass er bei der Schlachtung sagt:

.(بسم الله، والله أكبر، اللهم هذا منك ولك، هذا عني (وإن كان يذبح أضحية غيره قال: هذا عن فلان) اللهم تقبل من فلان وآل فلان (ويسمي نفسه

„Bişmillāh, wa Allahu akbar, Allāhumma Hādha  Minka wa Laka, Hādha  ’Anni.“ (Wenn er für jemand anders schlachtet, soll er sagen: „Hādha  ’Ann [Fulān].“), „Allāhumma Taqabbal min [Fulān] wa Āli [Fulān].“

„Im Namen Allahs, Allah ist der Größte. O Allah, das ist von Dir und für Dich. Das ist in meinem Namen.“ (Wenn er für jemand anders schlachtet, soll er sagen: „Das ist im Namen von [so und so]."). „O Allah, akzeptiere (diese Opfergabe) von [so und so] und von der Familie von [so und so]." (Hier sollte er statt [Fulān] oder [so und so] den Namen des jeweiligen nennen.)

Das, was man hier sagen muss, ist „Bişmillāh". Der Rest ist erwünscht (Mustaĥabb), jedoch nicht obligatorisch.

Al-Buchari (Nr.5565) und Muslim (Nr.1966) haben verzeichnet, dass Anas sagte: „Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – opferte zwei weiße Schafböcke. Er schlachtete sie eigenhändig, sagte „Bişmillāh“, sprach den Takbir („Allahu Akbar“, d.h. Allah ist der Größte) und stellte seinen Fuß auf die beiden Seiten ihrer Hälse.“

Muslim (Nr.1967) hat verzeichnet, dass ’A`ischah berichtet hat, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – angeordnet hat, dass ihm ein gehörnter Widder gebracht wird, damit er es opfern kann. Er sagte: „O ’A`ischah, gib mir das Messer.“ Dann sagte er: „Schärfe es auf einen Stein.“ Also tat sie es. Dann nahm er es, nahm den Widder, legte ihn flach auf den Boden nieder und schlachtete es. Dabei sagte er: „Im Namen Allahs. O Allah akzeptieren (diese Opfergabe) von Muĥammad, von der Familie von Muĥammad und von der Ummah von Muĥammad.“ Dann opferte er es.

At-Tirmidhī (Nr.1521) hat verzeichnet, dass Djābir Ibn ’Abdullah sagte: „Ich war mit dem Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – am Tag von al-Adĥah in al-Muşallah (Gebetsplatz) anwesend. Als er mit seiner Predigt (Chuttbah) fertig war, kam er von seinem Minbar runter. Ihm wurde dann ein Widder gebracht, den der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – eigenhändig schlachtete. Dabei sagte er: „Im Namen Allahs, Allah ist der Größte. Dies ist in meinem Namen und im Namen derjenigen aus meiner Ummah, die kein Opfertier erbringen konnten.“[von al-Albani in „Şaĥīĥ at-Tirmidhī“ als authentisch (Şaĥīĥ) eingestuft.]

In einigen Überlieferungen sind die Worte „O Allah, das ist von Dir und für Dich“ eingefügt. [Siehe „Irwa` al-Ĝalīl", Nr.1138 und Nr.1152]

„Allahumma Minka“ („O Allah, von Dir“) bedeutet, dieses Opfer ist ein Geschenk und eine Bestimmung, dass mich von Dir erreicht hat. „Laka“ („für Dich“) bedeutet, es ist für Dich allein. [Siehe Scharĥ al-Mumti’, 7 / 492]

 

Und Allah weiß es am besten.

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