Ist es von der Şunnah (im Totengebet) drei Reihen zu bilden, wenn die Anzahl der Betenden klein ist?

 


Frage:

Ist es von der Şunnah (im Totengebet) drei Reihen zu bilden, wenn die Anzahl der Betenden klein ist?

 

Antwort:

Es ist gesichert überliefert, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Es gibt keinen Muslim der stirbt und 40 Leute auf ihn das Totengebet verrichten die Allahs nichts Beigesellen, dem diese damit nicht Fürsprache bei Allah einlegen.“

Und ebenfalls ist şaĥīĥ überliefert, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Es gibt keinen Muslim der stirbt, auf den 3 Reihen von Muslimen (im Totengebet) beten außer das ihm verziehen wird.“

So gibt es von den Gelehrten, welche sagen: Es ist Muştaĥab (erwünscht), dass man 3 Reihen bildet auch dann, wenn jede nur aus 2 Betenden besteht.

Andere sagen wiederum: Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat mit der Aussage (3 Reihen) auf  die Anzahl der Betenden hingedeutet, was das zweite Ĥadīth (40 Betende) bestätigt und dies ist die richtigere Meinung. Deswegen sagen wir, das Beste ist die Reihen zu füllen. Wenn sich dabei viele Reihen füllen so ist dies ausreichend.

 

Fatwā Nr.81 im Buch über „Şalāt ‘alā al-Mayyit“ von Scheich al-‘Uthaimīn

Was ist die korrekte Position dem Toten gegenüber beim Totengebet?

 


Frage:

Was ist die korrekte Position dem Toten gegenüber beim Totengebet?

 

Antwort:

Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen und Frieden und Segen seien auf dem Propheten und seiner Familie und seinen gesamten Gefährten.

Der Tote wird beim Totengebet vor den (die) Betenden gelegt und der Imam steht auf Höhe seines Kopfes, wenn es sich um einen männlichen und auf Höhe der Mitte, wenn es sich um einen weiblichen Körper handelt. Und es ist kein Unterschied ob sich der Leichnam rechts oder links vom Imam befindet, also nicht wie es viele Menschen glauben, dass er sich rechts vom Imam befinden muss. Und der Imam betet alleine in einer Reihe, nicht mit jemandem neben ihm, denn dies ist die Leitung des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, wenn er zwei oder mehrere hinter sich beten hatte.

Was diejenigen betrifft, die den Leichnam tragen, so beten sie wenn sich noch Platz in den Reihen befindet in der Reihe, falls nicht, beten sie zwischen dem Imam und der ersten Reihe.

 

Fatwā Nr.70 im Buch „aş-Şalah ‘alā al Mayyit“ von Scheich al-‘Uthaimīn

Das Gedenken des Toten mit einer Trauerfeier

 


Frage:

Was ist das Urteil über die Zubereitung von Essen in der Zeit der Trauer? Und darf man eine Veranstaltung organisieren, die an diesen Toten erinnert und wo darin der Qur`ān gelesen wird?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Scheich Ibn Bāz hat gesagt: „Es ist besser, dass Nachbarn und Verwandten das Essen in ihren eigenen Häusern zubereiten und es dann der Familie des Verstorbenen zukommen lassen. Denn es ist über den Gesandten Allahs –möge Allah ihn loben und Heil schenken – überliefert worden, daß als er vom Tod seines Cousins Dja’far Ibn Abi Tālib – Allahs Wohlgefallen auf ihm – hörte, der während der Schlacht von Mu`tah starb, ordnete er seiner Familie an, sie sollen Essen für die Familie von Dja’far zubereiten, indem er sagte: „Zu ihnen ist etwas gekommen, das sie beschäftigen wird.“

Es ist jedoch für die Familie des Verstorbenen nicht gestattet, Essen für die Menschen im Interesse des Verstorbenen zu zubereiten. Dies ist eine der Maßnahmen der Djāhiliyyah, egal ob es am Tage des Todes, am vierten oder am zehnten Tag nach dem Tod zubereitet wird, oder dann auch nach einem Jahr. All das ist nicht zulässig, weil berichtet wurde, dass Djarīr Ibn ’Abdullah al-Badjalī – Allahs Wohlgefallen auf ihm – der ein Gefährte des Propheten –möge Allah ihn loben und Heil schenken – war, sagte: „Wir haben das Treffen mit der Familie des Verstorbenen und die Zubereitung von Essen nach der Beerdigung als eine Art des Klagens (Niyāĥah) betrachtet.“

Doch wenn während der Trauerzeit Gäste zur Familie des Verstorbenen kommen, dann ist nichts Falsches daran, wenn sie ihnen Essen aus Gründen der Gastfreundschaft zubereiten. Es ist auch nichts Falsches daran, wenn die Familie des Verstorbenen ihre Nachbarn und Verwandten zu sich einlädt, um mit ihnen zusammen das zu speisen, was ihnen gebracht wurde. Und Allah ist die Quelle der Kraft.“

[Madjmū’ Fatāwah wa Maqālāt Mutanawwi’ah li Şamāĥat asch-Scheich al-’Allāmah ’Abd al-’Azīz Ibn ’Abd Allah Ibn Bāz – möge Allah mit ihm gnädig sein, Band 9, S. 325].

Scheich Ibn ’Uthaimīn hat gesagt: „Es ist nicht Şunnah, dass ein Prediger an einer Trauerfeier teilnimmt, um die Familie des Verstorbenen zu ermahnen, so dass auch andere Anwesende dies hören können. Vielmehr ist das Organisieren von Trauerfeiern nicht erwünscht (Makrūh), so wie es von vielen Gelehrten festgestellt wurde. Einige von ihnen haben sogar erklärt, dass es eine Neuerung (Bid’ah) ist. Daher ermutigen wir unsere muslimischen Brüder dazu, dieses nicht zu tun, das heißt, dass sie keine Sitzungen organisieren sollen, an denen sie die Anteilnahme ihrer Mitmenschen erhalten. Denn:

Erstens:          Diese Tat gehört nicht zur Rechtleitung des Propheten  – möge Allah ihn loben und Heil schenken – und auch nicht zur Art und Weise der Gefährten (Şaĥābah).

Zweitens:       Es ist so, als würde diese Person, die solch eine Trauerfeier organisiert und erwartet, dass die Menschen zu ihm kommen, indirekt sagen: „O ihr Menschen, mir ist ein Unglück widerfahren, kommt her und tröstet mich.“ Dies ist etwas, das sich nicht für einen gehört, der Weise ist. Vielmehr sollte derjenige, der mit solch einer Katastrophe heimgesucht wurde, dieses geduldig ertragen, ohne dabei irgendwelche Leute direkt oder indirekt dazu aufzurufen, ihn diesbezüglich zu trösten.

Drittens:         Manche Menschen gehen sogar bis zum Äußersten in Bezug auf solche Treffs, so dass diese dann schon Hochzeiten gleichen. Wenn man durch einige Stadtviertel geht, dann sieht man Häuser, die mit elektrischen Lichterketten geschmückt sind, die Eingangstüren stehen weit offen, Stühle und Schirme werden vor dem Haus aufgestellt und die Menschen kommen und gehen so, als wäre man auf einer Hochzeit. Zweifellos ist dies nicht Şunnah, sondern im klaren Widerspruch zur Şunnah. Dies bringt die Menschen nur dazu, dass sie solche Ereignisse lediglich körperlich wahrnehmen. Sie wollen sich mit diesen Erscheinungsbilder zeigen. Sie machen es wenig aus Hoffnung auf Belohnung oder indem sie es mit Geduld ertragen. Es ist nicht mehr, als körperliche Aktivitäten geworden.

Vielmehr sollte das Haus so bleiben, wie es war und auch die Leute so, wie sie waren. Sie sollten es mit Geduld ertragen und sich gegenseitig darin stärken, geduldig zu sein. Dies ist die Şunnah. Daher, als die Nachricht vom Tod von Dja’far Ibn Abi Tālib – Allahs Wohlgefallen auf ihm – zum Prophet  – möge Allah ihn loben und Heil schenken – gelangte, sagte er: „Bereitet der Familie von Dja’far Essen zu, denn zu ihnen ist etwas gekommen, das sie beschäftigen wird.“ Er hat nicht gesagt, geht zu ihnen, versammelt euch dort und isst mit ihnen, sondern: „Bereitet der Familie von Dja’far Essen zu, denn zu ihnen ist etwas gekommen, das sie beschäftigen wird.“ Das bedeutet, dass dieser Schicksalsschlag sie von der Zubereitung des Essens ablenken wird. Denn egal wie viel Vertrauen der Mensch (in Allah) hat, so wird seine Seele trotzdem aufgeregt sein, vor allem, wenn es sich dabei um ein großes Unglück handelt. Doch wenn die Menschen versammelt werden und ihnen Speisen angeboten wird, so sehen die Gefährten (Şaĥābah) in dieser Zubereitung von Essen und Versammlung der Menschen eine Art der Niyāĥah (das Jammern für den Verstorbenen).

Daher sagen wir zu unseren Brüdern folgendes: Erleichtert euch eure Sache selbst und belastet euch nicht mit diesen Maßnahmen, die nur die Bid’ah erhöht, die weder zur Zeit des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – noch zur Zeit seiner Gefährten bekannt war. Wir sagen diese Worte und sagen zu dem, der sie hört: Wenn du etwas aus der Şunnah des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hast, die solche Trauerfeiern unterstützt, dann teile uns dies mit, und wir werden dieser mit Hilfe Allahs folgen. Doch wenn du keine Belege dafür hast, warum führst du dann etwas Neues in die Religion ein, das weder der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – durchgeführt hat noch seine Gefährten? Hast du nicht gehört, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Ich fordere euch auf, bleibt bei meiner Şunnah und auf den Weg der rechtgeleiteten Kalifen, die nach mir kommen. Haltet daran fest und klammert euch mit euren Zähnen daran. Und hütet euch vor den neu erfundenen Dingen.“

Wir sagen also: Ladet keine Gelehrten zu solchen Versammlung der Familie des Verstorbenen ein, um ihnen zu predigen. Wenn wir jedoch sehen sollten, dass jemand seine Trauer kaum noch ertragen kann, dann sollten wir zu ihm gehen, zusammen mit einem Familienmitglied oder einem Strebenden nach Wissen (Tālib al-’Ilm), der ihm bekannt ist und mit ihm sprechen und ihm Worte sagen wie: Fürchte Allah und sei geduldig. Allah gehört das, was Er genommen hat und zu Ihm wird noch zurückkehren, was Er gelassen hat. Für alles hat Er eine Frist festgesetzt. Dies ist eine Sache, die fünfzigtausend Jahre vor der Schaffung der Himmel und der  Erde beschlossen wurde. Das, was beschlossen ist, wird unweigerlich geschehen. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Und wisse, dass das, was dir zugestoßen ist, dich nicht verfehlen konnte, und das, was dich verfehlt hat, dir nicht zustoßen konnte.“ Deine verbitterte Trauer und Tränen werden nichts daran ändern, sondern es nur noch schlimmer machen. Weißt du denn nicht, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – gesagt hat: „Der Verstorbene leidet, wenn seine Familie um ihn weint.“ Ein ganz gewöhnlicher Mensch soll auf gewöhnliche Weise kommen und mit demjenigen reden, der von diesem Unglück überwältigt wurde, um es für ihn leichter zu machen. Doch, dass eine Versammlung organisiert wird und ein Prediger gebracht wird, um die Menschen zu ermahnen usw., so ist all dies eine Neuerung in der Religion. [Fatāwah Nūr ’Ala d-Darb].

 

Und Allah weiß es am besten!

Fühlt ein Toter Schmerzen?

Frage:

Ich habe gleich mehrere Fragen zu einem Thema. Inschā`-Allah gibt es Überlieferungen dazu.

1. Wie ist es, wenn eine Frau zum Islam konvertiert, den Islam aber nicht praktiziert und dann stirbt, hat diese Frau die Aussicht nach ihrer Bestrafung ins Paradies zu kommen?

2. Wie ist es wenn diese Frau nach ihrem Tode nicht islamisch beerdigt wurde, es wurde keine Totenwaschung gemacht und sie eingeäschert wurde? „Merkt" der Tote die Verbrennung?

3. Wie ist es bei der Totenwaschung, gibt es Überlieferungen ob der Tote die Waschung „bemerkt". Ich habe gehört, dass man sehr behutsam sein soll mit den Toten bei der Waschung, um sie nicht zu verletzten?!

Ich weiß das sind viele Fragen auf einmal aber inschā`-Allah könnt ihr sie mir beantworten. Es geht um eine Frau aus dem näheren Umfeld einer Schwester und sie weiß nicht wie sie sich Verhalten soll.

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah. Und Lob und Heil seien auf seinen Gesandten.

Erstens:          Derjenige, der stirbt und in seinem Leben nie gebetet hat, gehört eines der beiden Kategorien an: Wenn er die Pflicht des Gebets geleugnet hat, dann ist er damit zum Ungläubigen geworden. Hierüber herrscht keine Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten. Somit darf weder das Totengebet für ihn verrichtet noch darf für ihn bei Allah um Vergebung gebeten werden. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Und bete niemals über jemandem von ihnen, der gestorben ist, und stehe nicht an seinem Grab! Sie verleugneten ja Allah und Seinen Gesandten, und sie starben als Frevler." [at-Taubah 9:84].

Wenn er die Pflicht des Gebets bekräftigt hat und es aus Faulheit und Missachtung sein gelassen hat, dann herrscht bezüglich seines Unglaubens Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten. Diejenigen, die ihn zum Ungläubigen verurteilt haben, haben auch gesagt, dass man für ihn kein Totengebet verrichten darf, wenn er stirbt.

Diejenigen, die sagen, dass er nicht zum Ungläubigen wurde – und das ist die Mehrheit der Gelehrten – sagen auch, dass man für ihn das Totengebet verrichten darf, so wie dies für alle Muslime getan wird. Er befindet sich somit unter dem Willen Allahs, wenn Er möchte, wird Er ihn bestrafen und wenn Er möchte, wird Er ihm vergeben. Er kann ihm von Anfang an vergeben oder Er bestraft vorher und vergibt ihm danach, wenn er den Tauhid verinnerlicht hat.

Zweitens:       Grundsätzlich gilt, dass ein Muslim nicht im Friedhof der Ungläubigen beigesetzt wird und umgekehrt, außer in Notfällen. Diejenigen Muslime, die mit den ungläubigen begraben wurden, ohne Totenwaschung, Leichentuch und Totengebet, werden am Jüngsten Tag nach ihren Absichten auferstehen. Ihr Urteil im Jenseits wird entsprechend ihres Glaubens und ihrer rechtschaffenen Werk sein. Das Urteil wird nicht nach dem Boden gefällt, indem sie begraben wurden. Von Djābir Ibn ’Abdullah, Allahs Wohlgefallen auf ihm, wird berichtet, dass er gesagt hat: Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Jede Person wird nach dem Zustand, in dem er starb, wieder zum Leben erweckt werden.“ [verzeichnet bei Muşlim, 2878].

Die Verbrennung eines Menschen ist zweifellos schlimmer als das Brechen seiner Knochen. Der erhabene Allah hat Seinen Dienern das Begräbnis erlassen. Er hat es dem ersten Sohn Adams beigebracht, indem Er, Erhaben ist Er, sagte: "Da schickte Allah einen Raben, der in der Erde scharrte, um ihm zu zeigen, wie er die böse Tat an seinem Bruder verbergen könne. Er sagte: „O wehe mir! War ich unfähig, zu sein wie dieser Rabe und die böse Tat an meinem Bruder zu verbergen?“ So wurde er von denjenigen, die bereuen." [al-Mā`idah 5:31].

Deshalb darf keine Leiche eines Toten verbrannt werden, auch wenn er dieses vor seinem Tod gewünscht hat oder seine Angehörigen dies fordern sollten. Denn dies gehört zur Abscheulichkeit, die man weder machen noch unterstützen darf.

Drittens:         Ob eine Person nach seinem Tod etwas spürt oder nicht, gehört zu den Angelegenheiten des Verborgenen, über die man nicht sprechen darf, außer mit Beweisen. Die Gelehrten sind sich uneins darüber, ob eine Person nach seinem Tod etwas spürt oder nicht. Dem Körper des Toten muss genauso Respekt entgegengebracht werden, wie dem Körper eines Lebenden. Ahmad, Abū Dāwūd und Ibn Mādjah haben den Ĥadīth von ’Ā`ischah, Allahs Wohlgefallen auf ihr, verzeichnet, die berichtet hat, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Das Brechen des Knochens von einem Verstorbenen ist wie das Brechen des Knochens von einem Lebenden.“

Außerdem ist in „Şaĥīĥ Muşlim“ der Ĥadīth von Marthad Ibn Abī Marthad verzeichnet, der berichtet hat, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Setzt euch nicht auf Gräbern und betet nicht darauf.“ Diese Aĥādīthe weisen klar daraufhin, dass mit den Leichen der Toten behutsam umgegangen werden muss und dass es nicht erlaubt ist, diesen Schaden zuzufügen.

 

Und Allah weiß es am besten.

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