Scheikh al-Albānī erklärt den Muslimen die Bedeutung von Şalafiyyah

Der Fragende: „Unser Scheikh, möge Allah euch im Guten bewahren. Ich habe eine Audioaufnahme von euch gehört, wo ihr darin mit einem Jugendlichen geredet habt, der die Bezeichnung Şalafiyyah abgelehnt hat. Ihr habt ihn daraufhin gefragt, wer er sei. Er sagte: „Muslim.“ Ihr sagtet weiter, ob er ein schiitischer Muslim sei. Er sagte: „Nein, ein sunnitischer Muslim.“ Ihr sagtet: „Bist du ein Şunni Asch’arī oder ein Şunni Māturīdī?“ Er sagte: „Ein Şunni nach dem Manhadj (Methodik) der rechtschaffenen Şalaf (Vorfahren).“ Ihr sagtet: „Wir lassen diese lange Bezeichnung„sunnitischer Muslim nach dem Manhadj der rechtschaffenen Şalaf“ sein und sagen einfach: Şalafī!“ Heute wissen wir aber, dass in dieser Da’wah Şalafiyyah einige Dinge vorfallen, die im Wiederspruch stehen zum Verständnis der Leute des Wissens. Einige Şalafīs haben Aussagen angenommen, die klar den Aussagen der großen Leute des Wissens widersprechen, die zu den Rufern der Şalafiyyah gehören.

Hierbei ist nun eine Verwirrung entstanden: Einige Studenten sagen, dass wenn auch wir sagen sollen, dass wir Şalafīs sind, dann reiche diese Bezeichnung doch nicht mehr aus, da es schließlich Şalafīs gibt, die sich nicht an die Grundsätze der Da’wah Şalafiyyah halten und diese sogar missachten. Also brauchen wir nun nach der Şalafiyyah eine neue Bedingung. Und so wird es immer sein, immer wenn eine neue Sache auftaucht, brauchen wir eine neue Bedingung. Doch wie lange soll das so weiter gehen? Viele Jugendliche lehnen diese Bezeichnung aufgrund dieser Verwirrung ab. Wie sollen wir also auf solche Verwirrungen antworten?“

Der Scheikh: „Lass mich nur vorher eines klarstellen bezüglich der Aussage, dass es einige Personen gibt, die sich zwar den Şalaf zuschreiben, aber diese missachten. Viele Muslime bekennen sich zum Islam und missachten diesen aber. Bedeutet das etwa, dass auch nun der Islam eine neue Bedingung braucht?“

Der Fragende: „Nein, der Islam braucht keine neue Bedingung.“

Der Scheikh: „Lass mich diese Dinge nur klarstellen, denn deine Antwort ist allgemein. Wie sieht aber nun diese klare und eindeutige Verwirrung bezüglich dieser Bezeichnung aus?

Zuerst aber, wollen wir klarstellen, so wie wir es auch in den zahlreichen Sitzungen zuvor getan haben, dass es einen gewaltigen Unterschied gibt zwischen der Zuschreibung zu den Şalaf und der Zuschreibung zu anderen, außer den Şalaf, egal ob es sich dabei um die Imame (der Rechtschulen) handelt, denen gefolgt wird oder um Personen, die Parteien, Gruppen oder ähnliches gegründet haben. Diese Zuschreibung zur Şalafiyyah, ist eine Zuschreibung zur Unfehlbarkeit (dieses Manhadj), während jede andere Zuschreibung keine Zuschreibung zu dieser Unfehlbarkeit ist. Wenn dies nun also eine Angelegenheit ist, der man sich fügen muss und jeder Muslim muss sich fügen gegenüber den Şaĥābah, den Tābi’īn und jenen, die ihnen danach folgten, da der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sie gelobt hat, sodass all das Gute darin besteht, ihnen zu folgen und all das Schlechte, ihnen zu widersprechen.

Jetzt, wo soll diese Verwirrung sein, wenn es einige Leute gibt, die sich zwar den rechtschaffenen Şalaf zuschreiben, aber den Aussagen der großen und bekannten Gelehrten widersprechen? Nicht nur das, ich finde, dass sie sogar dem Manhadj widersprechen, auf dem sich die Şalaf befanden. Wo soll diese Verwirrung nun zu finden sein?“

Der Fragende: „Die Verwirrung liegt darin, dass wenn zu einer Person gesagt wird, ob er ein Şalafī ist und er dieses bejaht, dann wird zu ihm gesagt: „Wessen Şalafiyyah gehörst du an? Zu welcher Art der Şalafiyyah gehörst du? Gehörst du zu der Art der Şalafiyyah, die Parteien und Gruppen gründen mit Führern, denen der Treueid geschworen wird?““

Der Scheikh: „Ok, bleiben wir erst einmal bei dieser Sache. Gab es denn bei den rechtschaffenen Şalaf damals solch ein Verständnis, der einigen Şalaf heute zugeschrieben wird?“

Der Fragende: „Nein, diejenigen die es tun, sind Abweichler.“

Der Scheikh: „Das heißt dann also, dass diese Sache nichts mit der Şalafiyyah gemein hat.“

Der Fragende: „Ja, gewiss hat dies mit der Şalafiyyah nichts gemein, doch dieser schreibt sich der Şalafiyyah zu!“

Der Scheikh: „Viele andere bekennen sich auch zur Şalafiyyah. Warum sollte das irgendwelche Auswirkungen (auf die Şalafiyyah) haben?“

Der Fragende: „Sie sagen, warum nennen wir uns nicht einfach nur Ahlu ş-Şunnah und ignorieren die Asch’ariyyah und Māturīdiyyah, die sich selbst auch Ahlu ş-Şunnah nennen?“

Der Scheikh: „Weil die Bezeichnung „Ahlu ş-Şunnah“ eine allgemeine Bezeichnung ist. Und wir sind dazu angehalten, die Menschen entsprechend ihrer Auffassungsgabe anzusprechen. Ich weiß noch genau, als ich an der Islamischen Universität (von Medina) unterrichtet habe und ich stets zum Befolgen der rechtschaffenen Şalaf gerufen habe, gab es einige Jugendliche dort, die enthusiastisch waren für einige Gruppierungen, wie die der Ikhwān al-Muşlimīn, der Ĥizbu t-Taĥrīr und andere. Ich habe also zu dieser Da’wah (Şalafiyyah) gerufen, der jeder Muslim, der für sich das Gute will, angehören muss und zu nichts anderes sonst. Dabei hat einer dieser Jugendlichen zu mir gesagt: „Ok, wo soll nun der Unterschied sein zwischen deiner Aussage, dass du ein Şalafī bist und zwischen dem anderen, der sagt, dass er ein Ikhwānī ist, ein Ĥizbī oder ähnliches?“

Ich habe diesen Unterschied damals detailliert erklärt und gesagt, dass ich mich damit der Unfehlbarkeit (dieses Weges) zuschreibe, das heißt zu dem, worauf sich die rechtschaffenen Şalaf befanden. Der andere hingegen, schreibt sich einer Partei zu, die lediglich einen Teil aus dieser heutigen Ummah ausmacht und nicht der Unfehlbarkeit dieses Weges, die damals in der Zeit der ersten drei Generationen geherrscht hat, denen Wohltat (vom Propheten) bescheinigt wurde. Der andere wiederum schreibt sich einer anderen Partei zu, die viel kleiner ist in dieser heutigen Welt, als die Erste und so weiter. Es herrscht somit ein gewaltiger Unterschied zwischen der einen Zuschreibung (zu den Şalaf) und der anderen Zuschreibung (zu Gruppen und Personen). Somit muss ein Muslim, der für sich das Gute will und seinen Herrn fürchtet, einen Unterschied machen, zwischen dieser Zuschreibung, die rein ist und den anderen Zuschreibungen, die Dinge enthalten können, die in der ersten Generation nicht zu finden war.

Deshalb sage ich nun folgendes: Dieser, der sagt, zu welcher Art der Şalafiyyah gehörst du, etwa zu der, die Führer und Parteien gründet und so weiter, zu ihm sagen wir: Wenn es dies bei den rechtschaffenen Şalaf gab, dann sagen wir, dies gab es bei den rechtschaffenen Şalaf. Doch wenn dieses nicht der Fall ist, dann werden solchen Behauptungen keinerlei Beachtung geschenkt, solange nicht die Beweise dafür erbracht werden. Hier geht es nicht um Behauptungen, so wie ich es zuvor erwähnt habe.

Alle islamischen Gruppierungen schreiben sich dem Qur`ān und der Şunnah zu. Wenn nun jemand sagt, warum wir uns mit dieser Bezeichnung nicht zufrieden geben, dann sagen wir zu ihm: Weil nun die Meinung weitverbreitet ist, dass alle Gruppierungen heutzutage, egal wie nah oder fern sie vom Qur`ān und der Şunnah sind, behaupten auf Qur`ān und Şunnah zu sein. Doch durch die Huld Allahs, wagt es keiner von ihnen zu sagen, dass er sich auf dem Manhadj der rechtschaffenen Şalaf befindet, außer diejenigen, die wirklich den Manhadj der rechtschaffenen Şalaf übernommen haben, sei es bezüglich der Da’wah, des Wissens und des Vorgehens. Wenn nun jemand sagt, zu welcher Gruppe (der Şalafīs) gehörst du, dann schaut er dabei auf die heutigen Muslime, die angeblich Şalafīs sind und sich selbst den rechtschaffenen Şalaf zuschreiben. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen einer Person (oder eine Gruppe), der sich dem Islam zuschreibt, aber vom Islam nur den Namen kennt und zwischen der Person (oder Gruppe), der sich den Şalaf zuschreibt, obwohl er am weitesten entfernt ist von den rechtschaffenen Şalaf. Somit sehen wir, dass diese Sache keine Sache von Behauptungen ist, sondern, dass solche Behauptungen der Einzelnen oder der Gruppen, einer richtigen Überprüfung unterzogen werden müssen.

Wir wissen bis heute, dass wenn gesagt wird, dass wir uns auf dem Qur`ān und der Şunnah befinden, damit die beiden bekannten Schulen der Gelehrten des Kalām (eine von der Philosophie beeinflussten Richtung) gemeint sind, nämlich die Māturīdiyyah und die Asch’ariyyah. Die Universitäten, die nicht nach dem Şalafī Manhadj lehren, glauben immer noch, dass diese beiden Gruppen, also die Māturīdiyyah und die Asch’ariyyah, in den Grundfundamenten, das heißt in der ‘Aqīdah, die Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah sind. Somit gilt, dass solange dieser Name auf alle angewandt wird, egal wie viel oder wenig sie sich dem widersetzen, worauf sich die rechtschaffenen Şalaf in Manhadj und ‘Aqīdah befanden, wir diesen Namen nicht weiter benutzen dürfen, sondern jetzt einen Ausdruck verwenden müssen, der zum richtigen Verständnis führt, der damals mit diesem Ausdruck „Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah“ beabsichtigt war. Wir verwenden nun diesen anderen Ausdruck, da dieser dem Satz (Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah) wieder die richtige Bedeutung gibt. Und wir entfernen uns von diesem Ausdruck (Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah), weil sie damit nicht mehr diejenigen meinen, die wirklich den Manhadj der rechtschaffenen Şalaf übernommen haben, sondern diejenigen, die sich nicht auf dem Manhadj der rechtschaffenen Şalaf befinden. Wenn nun also mit dem Verwenden solcher Wörter, das Verdeutlichen und Formulieren der heutigen Lage gemeint ist, dann sind wir dazu gezwungen, diesen anderen Ausdruck (Şalaf) zu verwenden.

Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass als ich mit einigen Studenten dort in der Universität (von Medina) in dieser Angelegenheit geforscht habe, ich ihnen gesagt habe: „Wenn ihr aufhört, diesen Ausdruck sowohl auf diese und jene Gruppe anzuwenden als auch auf diese und jene Schule (Madhhab), dann werden auch wir dann schließlich sagen: Wir sind Muslime (ohne weitere Hinzufügungen). Doch da aber all diese Bezeichnungen die Spaltung der Ummah symbolisiert, sei es gedanklich, praktisch oder durch den Fanatismus für Schulen (Madhāhib), dann kann man uns auch nichts vorwerfen, wenn wir sagen, dass wir all diese Zuschreibungen in einem Ausdruck zusammenfassen, bei dem niemand von diesen Leuten, der die Wahrheit kennt, es ablehnen kann, dass die Da’wah der rechtschaffenen Şalaf die Da’wah zur Wahrheit ist. Dabei belegen wird dies mit dem bekannten Vers: "Wer aber dem Gesandten entgegenwirkt, nachdem ihm die Rechtleitung klargeworden ist, und einem anderen Weg als dem der Gläubigen folgt, werden Wir dem zukehren, dem er sich zugekehrt hat, und ihn der Hölle aussetzen, und (wie) böse ist der Ausgang!"[1] Und auch mit der Aussage des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken: „So haltet euch an meine Şunnah und an die Şunnah der rechtgeleiteten, rechtschaffenen Nachfolger.“ Und seine Aussage, möge Allah ihn loben und Heil schenken: „Meine Gemeinschaft wird sich in dreiundsiebzig Gruppen spalten, alle von ihnen sind im Höllenfeuer, mit Ausnahme von einer.“ Sie fragten: „Welche o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Die Djamā‘ah.“ Und in einer anderen Form der Überlieferung, die wir als gut (ĥaşşan) gestuft haben, sagte er: „Das worauf ich und meine Gefährten uns befinden.“

 

Quelle: http://www.youtube.com/user/basseeraDE#p/u/3/8pWFpmHsYyA

 



[1]
An-Nişā` 4:115

Was bedeutet Şalafiyyah

Frage:

Ich höre immer wieder über die Şalaf. Sehr geehrter Scheikh, wer sind die Şalaf überhaupt?

 

Antwort:

Şalaf bedeutet, jemanden vorrausgegangen sein. Somit ist jeder, der dem anderen vorrausgegangen ist, sein Şalaf. Doch wenn allgemein die Bezeichnung Şalaf erwähnt wird, dann sind damit die drei bevorzugten Generationen gemeint, die ja die Şaĥābah, die Tābi’īn und die Nachfolger der Tābi’īn sind. Diese sind die rechtschaffenen Şalaf. Jeder, der nach ihnen kommt und ihrem Weg (Manhadj) folgt, befindet auch er sich mit ihnen auf den Weg der Şalaf, auch wenn er zeitlich gesehen, weit von ihnen entfernt ist.

Denn mit der Şalafiyyah ist der Weg (Manhadj) gemeint, auf dem sich die rechtschaffenen Şalaf, Allahs Wohlgefallen auf ihnen, befanden, so wie es der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Meine Gemeinschaft wird sich in dreiundsiebzig Gruppen spalten, alle von ihnen sind im Höllenfeuer, mit Ausnahme von einer, nämlich die Djamā‘ah.“ In einer anderen Form der Überlieferung heißt es: „Es sind jene die dem folgen worauf ich und meine Gefährten waren!“

Somit ist die Şalafiyyah gebunden an diese Bedeutung, sodass jeder, der sich auf dem Manhadj der Şaĥābah, der Tābi’īn und der Nachfolger der Tābi’īn befindet, ein Şalafī, auch wenn er sich in unserer heutigen Zeit befindet, das heißt, im vierzehnten Jahrhundert nach der Auswanderung (20. Jahrhundert n.Ch.).

Scheikh Ibn ‘Uthaimīn in „Fatāwā Nūr ‘ala d-Darb“

Hat der Prophet seinen Vetter ’Ali zum nächsten Kalifen ernannt?

 

Frage:

Was ist das Urteil über Leute die behaupten, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – seinen Vetter ’Ali – Allahs Wohlgefallen auf ihm – zum Kalifen ernannt haben soll und dass die Gefährten – Allahs Wohlgefallen auf sie alle – eine Verschwörung gegen ihn gehegt haben?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Diese Meinung ist unter allen muslimischen Gruppen, abgesehen von den Schīten, nicht bekannt und ist eine falsche Auffassung, die keine Grundlage hat in den Ĥadīthen, die über den Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – überliefert wurden.

Im Gegenteil, zahlreiche Beweise belegen ganz klar, dass der rechtmäßige Kalif nach dem Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – Abu Bakr aş-Şiddīq – Allahs Wohlgefallen auf ihm und auf alle Gefährten – war. Der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat jedoch niemanden konkret zum Kalifen nach ihm ernannt, sondern er gab Befehle, die darauf hingewiesen haben. Zum Beispiel befahl er, als er (der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken) krank wurde, dass Abu Bakr die Menschen im Gebet führen solle. Und als er ihm von der Führung der muslimischen Gemeinde nach seinem Tod erzählte, sagte er: „Allah und die Gläubigen akzeptieren nur Abu Bakr.“

Deshalb gaben die Şaĥābah – Allahs Wohlgefallen auf sie alle – ihren Treueid (Bai’ah) Abu Bakr und haben einstimmig vereinbart, dass Abu Bakr der Besten unter ihnen war. Es wurde im Ĥadīth von Ibn ’Ummar – Allahs Wohlgefallen auf sie ihm – berichtet, dass die Şaĥābah – Allahs Wohlgefallen auf sie alle – zu den Lebzeiten des Propheten zu sagen pflegten: „Der Beste aus dieser Ummah nach ihrem Propheten ist Abu Bakr, dann ’Ummar und dann ’Uthmān.“ Der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – genehmigte ihre Aussage.

Es ist auch mehrfach von 'Ali – Allahs Wohlgefallen auf sie ihm – berichtet worden, dass er zu sagen pflegte: „Der Beste aus dieser Ummah nach ihrem Propheten ist Abu Bakr und dann ’Ummar.“ Und er – Allahs Wohlgefallen auf sie ihm – pflegte auch zu sagen: „Jeder, der mir gebracht wird und mich ihnen bevorzugt, den werde ich mit der Ĥadd-Strafe für Lügen auspeitschen.“ Er hat nie behauptet, dass er der Beste aus dieser Ummah sei oder war und dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – ihn als Kalifen ernannt habe. Er hat auch nie gesagt, dass die Şaĥābah – Allahs Wohlgefallen auf sie alle – ihm unrecht angetan haben und ihm seine Rechte wegnahmen.

Als Fātimah – Allahs Wohlgefallen auf sie ihr – starb, gab er ein zweites Mal den Treueid (Bai’ah) Abu Bakr, als Bestätigung für seine erste Zusage und damit er den Menschen zeigt, dass er mit der Gemeinschaft (Djamā’ah) der Muslime ist und dass er keine Vorbehalte in seinem Herzen gegen die Treue zu Abu Bakr – Allahs Wohlgefallen auf sie ihn – habe. Als ’Ummar niedergestochen wurde, ernannte er sechs der Şaĥābah, denen der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – das Paradies garantiert hatte, um einen von ihnen zum Nachfolger von ihm zu ernennen. Zu diesen sechs gehörte auch ’Ali, der weder zum Zeitpunkt, als ’Ummar noch am Leben war noch nach seinem Tod diese Entscheidung kritisiert hat. ’Ali hat nie gesagt, dass er mehr Anspruch habe als alle anderen, der neue Kalif zu werden.

Wie kann sich jemand dann das Recht nehmen zu behaupten, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – ’Ali zum Kalifen ernannt haben soll? ’Ali selbst hat nie solch einen Anspruch gestellt und auch keiner der Şaĥābah machte dies für ihn. Vielmehr haben sie alle einstimmig vereinbart, dass das Kalifat von Abu Bakr, ’Ummar und ’Uthmān gültig waren. Selbst ’Ali bekräftigte dies. Er zog mit ihnen allen in den Djihād, beratschlagte sie usw. Auch die Muslime nach den Şaĥābah haben das vereinbart, was die Şaĥābah vereinbart haben.

Nach all dem, was wir aufgeführt haben, ist es nun weder einer Person noch einer Gruppe zulässig, sei es ob Schiiten oder andere, zu behaupten, dass ’Ali zum Nachfolger ernannt war, oder dass das Kalifat vor ihm ungültig war. Ebenso hat niemand das Recht zu sagen, dass die Şaĥābah ’Ali unrecht getan haben und ihm seine Rechte nahmen. Vielmehr ist dies die falscheste aller Lügen. Dies gehört außerdem auch zu den schlechten Mutmaßungen gegenüber den Gefährten des Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken und auch gegenüber 'Ali – Allahs Wohlgefallen auf sie alle.

Der erhabene Allah hat die Ummah Muĥammads – möge Allah ihn loben und Heil schenken – geschützt, sodass sie niemals bezüglich einer Irreführung zusammenkommen werden. Es wurde in vielen authentischen Ĥadīthen überliefert, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Eine Gruppe aus meiner Ummah wird stets die Wahrheit einhalten und sich diesbezüglich durchsetzen.“ Es ist unmöglich, dass die edelsten Generationen dieser Ummah bezüglich einer Lüge zusammenkommen, wenn das Kalifat von Abu Bakr, ’Ummar und ’Uthmān solch eine wäre. Niemand sagt so etwas, der an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, und niemand sagt so etwas, der die geringste Einsicht in die Entscheidungen des Islam hat.

 

[Fatāwah von Scheich Ibn Bāz von „Kitāb Fatāwah Işlāmiyyah“, 1 / 46.].

Die Güte von Abu Bakr, ’Ummar, ’Uthmān Ibn ’Affān und ’Alī

 


Frage:

Achi, kannst du mir Beweise (Ĥadīth) geben, dass Ebu Bekir, Osman Ibn ’Affan und Ömer bin Chattāb gute Moslems waren. Ich brauche die Ĥadīthe für einen schiitischen Freund.

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

’Alī Ibn Abi Tālib:      Zweifellos war der edle Şahābī ’Alī Ibn Abi Tālib – Allahs Wohlgefallen auf ihm – einer der weisesten und entschlossenen Menschen. Er war bekannt für seinen Mut und Tapferkeit gewesen. Er war der erste Jugendendliche, der den Islam angenommen hat. Danach blieb er vor der Auswanderung (Hidjrah) stets in der Nähe des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken. Als der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – Mekka verließ, begleitet von Abu Bakr, blieb er zurück und schlief in seinem Bett.

Zu seinen Tugenden gehört auch das, was im folgenden Ĥadīth von Şahl Ibn Şa’d überliefert wurde, der gehört hat, wie der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – am Tag von Chaybar sagte: „Ich will die Flagge einem Mann geben, an dessen Hände Allah den Sieg gewähren wird.“ Sie standen alle auf und wollten sehen, wer diese Flagge bekommt. Jeder von ihnen hoffte dabei, dass er die Flagge bekommt. Dann sagte er: „Wo ist ‘Alī?“ Sie sagten: „Er leidet an seinen Augen.“ Er befahl, dass ‘Alī zu ihm gerufen wird. Dann spuckte er in seine Augen und er wurde sofort geheilt, als ob er noch nie ein Problem mit den Augen hatte.“ [verzeichnet bei al-Buchārī, 2942; Muşlim, 2406].

Abu Bakr aş-Şiddīq:  So wie ‘Alī – Allahs Wohlgefallen auf ihm – viele Tugenden und gute Eigenschaften hatten, so hatten auch andere Şahābah andere Tugenden und gute Eigenschaften. Zu den Tugenden von Abu Bakr – Allahs Wohlgefallen auf ihm – gehört auch das, was von Abu Sa’īd al-Chudri überliefert wurde, der gesagt hat: „Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hielt eine Rede, in der er sagte: „Wahrlich, Allah hat einem Seiner Diener die Wahl zwischen der Welt und dem, was sich bei Ihm befindet, gestellt, und dieser Diener entschied sich für das, was sich bei Allah befindet.“ Da weinte Abu Bakr, und wir staunten über sein Weinen, das deswegen ausgelöst wurde, weil der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – nur von einem Diener sprach, dem etwas zur Wahl gestellt wurde! Siehe, der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – war es, dem die Wahl gestellt wurde, und siehe, Abu Bakr war derjenige unter uns, der es am meisten ahnte. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – fuhr fort: „O Abu Bakr, weine nicht. Derjenige unter den Menschen, der mir treuen Einsatz mit seiner Person und mit seinem Vermögen leistete, war Abu Bakr. Wenn ich einen besten Freund außer Allah nehmen würde, würde ich Abu Bakr nehmen. Es handelt sich jedoch um die Brüderlichkeit und die Zuneigung zueinander im Islam. In dieser Moschee sollen alle Türen zugemauert werden, mit Ausnahme der Türe von Abu Bakr.“ [verzeichnet bei al-Buchārī, 466; Muşlim, 2382].

Eine andere seiner Tugenden ist, dass er den Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – während der Hidjrah (Auswanderung nach Medina) begleiten durfte, so wie es der erhabene Allah gesagt hat: "Wenn ihr ihm nicht helft, so hat Allah ihm (schon damals) geholfen, als diejenigen, die ungläubig waren, ihn als einen von Zweien vertrieben; als sie beide in der Höhle waren und als er zu seinem Gefährten sagte: „Sei nicht traurig! Gewiss, Allah ist mit uns!" Da sandte Allah Seine innere Ruhe auf ihn herab und stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht saht, und erniedrigte das Wort derjenigen, die ungläubig waren, während Allahs Wort (doch) das hohe ist. Allah ist Allmächtig und Allweise." [at-Taubah 9:40].

Und ’Amr Ibn al-’Āş – Allahs Wohlgefallen auf ihm – hat berichtet, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und heil schenken – ihn zum Oberbefehlshaber der Armee von Dhāt aş-Şalāşil ernannte. Er (’Amr) ging zum Propheten – möge Allah ihn loben und heil schenken – und sagte: „Welche Menschen liebst du am meisten?" Er sagte: „’A`ischah!“ ’Amr sagte: „Wen unter den Männern?“ Er sagte: „Ihren Vater (also Abu Bakr)!“ ’Amr sagte: „Wen sonst?" Er sagte: „’Ummar Ibn al-Chattāb!“ Danach nannte er weitere Männer. [Verzeichnet bei al-Buchārī, 3662; Muşlim, 2384].

Eine andere seiner Tugenden ist die Tatsache, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und heil schenken – ihn am Ende seines Lebens die Gebete an seiner Stelle führen lies, als er krank wurde und danach auch verstarb. Er – möge Allah ihn loben und heil schenken – tadelte jeden, der Einwände gegen diese Entscheidung hatte, indem er sagte: „Teilt Abu Bakr mit, er solle die Menschen im Gebet führen.“ [verzeichnet bei al-Buchārī, 683 und Muşlim, 418].

Zu seinen Tugenden gehört auch das, was von Anaş Ibn Mālik – Allahs Wohlgefallen auf ihm – überliefert wurde. Er sagte: „Der Prophet – möge Allah ihn loben und heil schenken – ging den Berg Uĥud hinauf und in seiner Begleitung waren Abu Bakr, ’Ummar und ’Uthmān. Da bebte der Berg unter ihnen und der Prophet schlug mit seinem Fuß darauf und sagte: „Sei ruhig Uĥud! Denn auf dir befindet sich niemand, außer einem Propheten, einem Wahrhaftigen (Şiddīq) und zwei Märtyrern!“ [verzeichnet bei al-Buchārī, 3675].

’Ummar Ibn al-Chattāb:       Im Hinblick auf ’Ummar Ibn al-Chattāb – Allahs Wohlgefallen auf ihm, so hatte auch er viele Tugenden und gute Eigenschaften, die durch viele Berichte bewiesen wurden. Zum Beispiel ist berichtet worden, dass Abu Şa’īd al-Chudrī – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: „Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und heil schenken – sagte: „Während ich schlief, wurden mir die Menschen, in Hemden bekleidet, vorgeführt. Einige trugen sie bis zur Brust, andere kürzer, und mir wurde auch ’Ummar Ibn al-Chattāb in einem Hemd gezeigt, dessen Ende er hinter sich herschleifte.“ Die Leute fragten: „Und wie hast du dies gedeutet, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Es ist die Religion!““ [verzeichnet bei al-Buchārī, 23; Muşlim, 2390].

Abu Hurairah berichtete: „Während wir beim Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und heil schenken – saßen, sagte der Gesandte Allahs– möge Allah ihn loben und heil schenken: „Während ich schlief, sah ich mich im Paradies, wo ich eine Frau erblickte, die neben einem Palast den Wudū` vornahm. Ich fragte: „Wem gehört diese?“ Dort wurde mir gesagt: „Diese gehört ’Ummar.“ Als ich mich an seine Eifersucht erinnerte, lief ich schnell davon!“ Da weinte ’Ummar und sagte darauf: „Dir gegenüber soll ich eifersüchtig sein, o Gesandter Allahs?““ [verzeichnet bei al-Buchārī].

Es wurde berichtet, dass ’Abdullah Ibn ’Ummar sagte: „Während ich schlief, wurde mir ein Becher Milch gebracht, von dem ich trank, bis ich sah, dass die Flüssigkeit durch meine Gliedmaßen herausströmte. Ich gab meinen Rest an ’Ummar Ibn al-Chattāb weiter.“ Die Leute, die um ihn herum saßen, fragten: „Und wie hast du dies gedeutet, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Es ist das Wissen!““ [Verzeichnet bei al-Buchārī, 82, Muşlim, 2391].

Zu seiner Tugend gehört auch das, was von ’Ā`ischah – Allahs Wohlgefallen auf sie – überliefert wurde, nämlich dass der Prophet – möge Allah ihn loben und heil schenken – zu sagen pflegte: „In jeder Gemeinschaft gab es Gelehrte (Muĥaddithūn), und wenn es solche Menschen unter meiner Ummah geben sollte, dann ist ’Ummar Ibn al-Chattāb gewiss einer von ihnen.“ [verzeichnet bei Muşlim 2398].

’Uthmān Ibn ’Affān:  ‘Uthmān Ibn ‘Affān heiratete Ruqaiyah, die Tochter des Propheten – möge Allah ihn loben und heil schenken, vor dem Beginn dessen Prophetentums. Sie starb in einer der Nächte der Schlacht von Badr. Danach verheiratete ihn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und heil schenken – mit einer anderen Tochter, Umm Kulthūm, die im neunten Jahr nach der Auswanderung nach Medina verschied. ’Ā`ischah, die Frau des Propheten – möge Allah ihn loben und heil schenken – berichtete, wie der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und heil schenken – Umm Kulthūm an ‘Uthmān verheiratete. Er sagte zu ihr: „Dein Ehemann ähnelt von allen Männern am meisten deinem Großvater Ibrahim und deinem Vater Muĥammad.“ Die Leute des Wissens kennen niemanden, der außer ihm zwei Töchter eines Propheten geheiratet hatte. Aus diesem Grund erhielt er den Beinamen „Dhu n-Nūrain“ (Besitzer der Beiden Lichter).

‘Alī Ibn Abi Tālib wurde über ‘Uthmān befragt und er antwortete: „Dies war ein Mann, der in der Höchsten Versammlung (der Engel) der Besitzer der Beiden Lichter genannt wurde. Er war der Schwiegersohn des Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und heil schenken – durch zwei Ehefrauen.“

Er gehörte zu den herausragendsten Muslimen der ersten Generation, war einer der ersten Auswanderer und einer der zehn Gefährten, denen das Paradies versprochen wurde.

Es gibt noch vielmehr Beweise, die auf die Tugenden der Şahābah - Allahs Wohlgefallen auf ihnen - hindeuten. Aber die Tatsache, dass einige von ihnen den anderen überlegen waren, ist etwas, was logisch ist und in der Scharī’ah bekräftigt wurde. Es ist keine Frage der Launen und Begierden, im Gegenteil, hier wird auf die Scharī’ah zurückgegriffen, da der erhabene Allah gesagt hat: "Und dein Herr erschafft, was Er will, und wählt. Ihnen aber steht es nicht zu, zu wählen. Preis sei Allah! Erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen." [al-Qaşaş 28:68].

Nun kehren wir zu den Beweisen aus der Scharī’ah zurück, um den Status der Şahābah - Allahs Wohlgefallen auf ihnen - herauszufinden. Es wurde berichtet, dass Ibn ’Ummar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: „Wenn wir zur Zeit des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – von der Vorzüglichkeit der Menschen sprachen, gaben wir den Vorrang Abu Bakr, dann ’Ummar Ibn al-Chattāb, dann ’Uthmān Ibn ’Affān, Allahs Wohlgefallen auf ihnen.“ [verzeichnet bei al-Buchari, 3655]. Nach einem anderen Wortlaut sagte er: „Zu der Zeit des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – haben wir niemanden Abu Bakr gleichgestellt, dann ’Ummar und dann ’Uthmān. Was die restlichen Gefährten des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – anbetrifft, so haben wir zwischen ihnen keine Unterscheidung gemacht.“ [verzeichnet bei al-Buchari, 2679].

Das ist das Zeugnis aller Şahābah, das von ’Abdullah Ibn ’Ummar berichtet wurde und wo darin Abu Bakr den Vorrang vor allen Şahābah hatte, gefolgt von ’Ummar und dann von ’Uthmān.

Wenden wir uns jetzt ’Alī Ibn Abi Tālib – Allahs Wohlgefallen auf ihm – selbst zu, um zu sehen, was er zu all dem sagte. Es wurde berichtet, dass Muĥammad Ibn al-Ĥanafiyyah (der ja der Sohn von ‘Alī Ibn Abi Tālib war) sagte: „Ich sagte zu meinem Vater: „Welche Menschen waren die Besten nach dem Gesandten Allahs - möge Allah ihn loben und Heil schenken?“ Er sagte: „Abu Bakr.“ Ich sagte: „Wer dann?“ Er sagte: „Dann ’Ummar.“ Ich hatte Angst, dass er  danach ’Uthmān sagen würde, deshalb sagte ich: „Danach du, oder?“ Er sagte: „Ich bin nur einer von den Muslimen.“ [Verzeichnet bei al-Buchārī, 3671].

Es wurde berichtet, dass ’Alī – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: „Jeder, der mir gebracht wird und mich ihnen bevorzugt, den werde ich mit der Ĥadd-Strafe für Lügen auspeitschen.“ Scheich al-Islam Ibn Taimiyah sagte: „Es wurde berichtet, dass er auf dem Minbar (Kanzel) von Kufa (Irak) zu sagen pflegte, dass die besten dieser Ummah, nach ihrem Propheten, Abu Bakr war und dann ’Ummar. Dies wurde von ihm in mehr als achtzig Überlieferungsketten (Işnād) berichtet, und es wurde auch von al-Buchārī und anderen berichtet. Daher waren die früheren Schiiten alle darin einig gewesen, dass Abu Bakr und ‘Ummar den Vorrang vor allen anderen hatten. Dies wurde von mehr als einem von ihnen berichtet.“ [Manhādj aş-Şunnah, 1/308].

Es wurde von Abu Djuĥaifah berichtet, dass ‘Alī – Allahs Wohlgefallen auf ihm – auf den Minbar stieg, Allah lobpreiste und den Propheten - möge Allah ihn loben und Heil schenken - lobte und dann sagte: „Der Beste aus dieser Ummah ist nach ihrem Propheten Abu Bakr. Der Zweite ist ‘Ummar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – und danach, wer Allah will, dass er gut ist, der wird gut sein.“ [berichtet von Imām Aĥmad in seinem Muşnad, 839. Und Scheich Schu’aib al-Arnā`ūt sagte: „Seine Überlieferungskette (Işnād) ist stark.].

Diese Ĥadīthe des Propheten - möge Allah ihn loben und Heil schenken - und diese Berichte über die Şahābah - Allahs Wohlgefallen auf ihnen - zeugen von dem Glauben der Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah. Es herrscht unter ihnen keine Meinungsverschiedenheit darüber, dass die besten dieser Ummah nach ihrem Propheten Abu Bakr aş-Şiddīq - Allahs Wohlgefallen auf ihn - und dann ‘Ummar - Allahs Wohlgefallen auf alle Şahābah.

Im Bezug auf die Behauptung, dass Abu Bakr und ‘Ummar, ’Alī stets zu fragen pflegten, da sie selbst nicht viel Kenntnis hatten, ist in keinem Bericht bewährt worden. Vielmehr ist bewiesen, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – angeordnet hatte, dass Abu Bakr – Allahs Wohlgefallen auf ihm – die Menschen im Gebet führen sollte, als er vor seinem Tode krank wurde. Der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat diese Aufgabe nur einen übermittelt, der Kenntnis über die Regeln des Gebets hatte. Und es ist auch nachgewiesen, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – Abu Bakr – Allahs Wohlgefallen auf ihm – ernannt hat, die Muslime zum Ĥadj, die ja vor der letzten Pilgerfahrt war, zu führen. Und der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – würde kein Mensch für solch eine Position ernennen, wenn dieser nicht der beste Kenner über die Pilgerfahrt wäre.

Es ist sogar berichtet worden, dass ‘Alī einige Ĥadīthe von Abu Bakr – Allahs Wohlgefallen auf sie beide – bezüglich einiger Fragen gelernt hatte. Es wurde auch berichtet, dass Aşmā` Bint al-Ĥakam al-Fazārī sagte: „Ich habe ’Alī sagen hören: „Ich war ein Mann, der wenn er ein Ĥadīth vom Gesandten Allahs - möge Allah ihn loben und Heil schenken - hörte, Allah ihn davon profitieren lies, so viel Er wollte. Wenn ein Mann aus dem Kreis seiner Gefährten mir ein Ĥadīth berichtete, ließ ich ihn dafür schwören. Wenn er schwor, dann habe ich ihm geglaubt. Abu Bakr hat mir ein Ĥadīth übermittelt und Abu Bakr pflegte stets die Wahrheit zu sprechen, dass er den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagen hörte: „Es gibt keinen Menschen, der eine Sünde begeht, dann aufsteht, sich reinigt und dann betet und danach bei Allah um Vergebung bittet, dem Allah nicht verzeihen würde.“ Dann rezitierte er diesen Vers: "[…] und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allahs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten – und wer sollte die Sünden vergeben außer Allah? – und (die) nicht auf dem beharren, was sie getan haben, wo sie doch wissen." [Āli-’Imrān 3:135].“ [verzeichnet bei at-Tirmidhī (Nr.406) und als Ĥaşan eingestuft von al-Albānī in Şaĥīĥ at-Tirmidhī].

At-Tirmidhī (Nr.3682) hat über Ibn ‘Ummar verzeichnet, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte: „Allah hat die Wahrheit auf der Zunge von ‘Ummar gebracht und in seinem Herzen.“ [als Şaĥīĥ eingestuft von al-Albānī in Şaĥīĥ at-Tirmidhī, Nr.2908].

Und wir haben die Worte des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – über ‘Ummar zitiert: „In jeder Gemeinschaft gab es Gelehrte (Muĥaddithūn), und wenn es solche Menschen unter meiner Ummah geben sollte, dann ist ’Ummar Ibn al-Chattāb gewiss einer von ihnen.“

Der Punkt ist, dass der Glaube der Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā’ah, auf dem sie sich einstimmig beruhen, lautet, dass die besten dieser Ummah nach ihrem Propheten Abu Bakr ist, dann ‘Ummar – Allahs Wohlgefallen auf sie alle.

Scheich al-Işlām Ibn Taimiyah – möge Allah mit ihm gnädig sein – hat gesagt: „Niemand unter den angesehenen muslimischen Gelehrten hat jemals gesagt, dass ‘Alī mehr Kenntnis oder mehr Verständnis über den Islam hatte als Abu Bakr und ‘Ummar, oder auch als Abu Bakr allein. Diejenigen, die behaupten, dass ein Konsens darüber besteht, gehören zu den unwissenden Menschen und zu den größten Lügnern. Vielmehr haben mehr als nur ein Gelehrter den wissenschaftlichen Konsens übermittelt darüber, dass Abu Bakr aş-Şiddīq mehr Wissen hatte als ‘Alī. Zu diesen gehört Imām Manşūr Ibn ’Abdul-Djabbār aş-Şam’ānī al-Marwadhī, einer der führenden Gelehrten der Şunnah und ein Gefährte von asch-Schāfi’ī, der in seinem Buch „Taqwīm al-Adillah ’Alā l-Imām“ erwähnt hat, dass es einen Konsens unter den Gelehrten der Şunnah gibt, dass Abu Bakr mehr Wissen hatte als ‘Alī.

Ich kenne keinen der berühmten Imāme, die bezüglich dieses Punktes anderer Meinung waren. Wie könnte sie auch, wenn Abu Bakr aş-Şiddīq in der Gegenwart des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – Fatāwās gab, Urteile gefällt hat, und Predigten hielt. Dies tat er vor allem, wenn er mit dem Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hinausging, um die Menschen zum Islam zu rufen, und als sie zusammen auswanderten, und am Tag von Ĥunain, und bei sonstigen Anlässen, wo der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – schwieg und das billigte, was Abu Bakr sagte. Niemand anders sonst hat solch einen Status genossen.

Wenn der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – Rücksprache mit den klugen und erfahrenen Männern seiner Gefährten hielt, pflegte er stets Abu Bakr als erstes damit zu konsultieren und dann ‘Ummar. Denn sie waren die ersten, die in der Gegenwart des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – über Fragen des Islams vor dem Rest seiner Gefährten sprechen durften, wie zum Beispiel, als er sie über die Gefangenen von Badr konsultiert hatte. Dort sprach als erstes Abu Bakr und dann ‘Ummar. Das gleiche geschah auch bezüglich anderer Angelegenheiten […].

In Şaĥīĥ Muşlim wird berichtet, dass die Gefährten des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – mit ihm auf einer Reise waren, und er dann sagte: „Wenn die Leute, Abu Bakr und ‘Ummar gehorchen, werden sie rechtgeleitet.“ Und es wurde über Ibn ’Abbāş berichtet, dass er seine Fatāwās stets auf das Buch Allahs stützte. Und wenn er etwas nicht finden konnten, dann auf die Şunnah des Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken. Und wenn er auch dort nichts finden konnte, dann verwies er auf die Fatāwās von Abu Bakr und ‘Ummar. Er pflegte jedoch nicht  das gleiche im Bezug auf ’Uthmān und ‘Alī zu tun. Und Ibn ’Abbāş war ja bekanntlich der „Ĥabr al-Ummah“ (der Gelehrte dieser Ummah) und der beste Kenner unter den Şahābah zu seiner Zeit. Er pflegte stetes die Worte von Abu Bakr und ‘Ummar den Worten der andere Şahābah Vorrang zu geben. Es ist authentisch überliefert worden, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – für Ibn ’Abbāş betete und sagte: „O Allah, schenke ihm Verständnis über die Religion des Islam und lehre ihm die korrekte Auslegung (des Qur`ān).“ [Madjmū’ al-Fatāwah, 4/398].

Weiterführende Literatur: „al-Faşl fī l-Milal wa n-Niĥal“  (4/212), „Bal Dalalta“ (S.252) und „asch-Schī’ah al-Imāmiyyah al-Ithnah ’Aschariyyah“ (S.120).

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