Der Schrei des Takbir mit der Gemeinschaft während Demonstrationen / Kundgebungen und auch in Moscheen

Frage:

Der Schrei des Takbir mit der Gemeinschaft während Demonstrationen/Kundgebungen und auch in Moscheen hat sich in letzter Zeit weit verbreitet. Hat der Gesandte, möge Allah ihn loben und ihm Heil schenken, tatsächlich diese Tat untersagt???

Scheikh Ubayd al-Djaabiri antwortet:

Er, möge Allah ihn loben und ihm Heil schenken, sagte: "Wer in unsere Sache (den Islam) etwas einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt." [Verzeichnet bei Bukhari und Muslim und von 'A`ischah überliefert]

Und in einem anderen Wortlaut bei Muslim sagte er: "Wer eine Tat ausführt wofür es keinen Befehl von uns gibt, so wird sie abgelehnt."

Es herrscht Übereinkunft bei den festgegründeten Leute des Wissens und den vorzüglich frommen Imamen und deren Söhnen, den Schülern des Wissens, das Demonstrationen/Kundgebungen, eine neu eingeführte Angelegenheit (in der Religion) ist. Ebenso ist der Gemeinschafts-Takbir eine neu eingeführte Angelegenheit. Es gibt keinen Befehl des Propheten, möge Allah ihn loben und ihm Heil schenken, bezüglich diesen Angelegenheiten.

Die Neuerung bringt eine andere Neuerung mit sich. Der laute Schrei des Takbir ist ein Resultat der Demonstrationen/Kundgebungen und des Gemeinschafts-Takbirs und hat sich selbst bis in die Moscheen verbreitet. Und der Erzähler sprach die Wahrheit als er sagte: "Die Neuerung ist der Vorbote des Unglaubens." Dies bedeutet nicht, dass Demonstrationen/Kundgebungen und der laute Schrei des Takbir Unglaube sind, jedoch sage ich, dass die Neuerung das herbeiführt, was noch grösser ist. Das geht dann soweit, bis eine Person in Unglauben fällt und somit von der Religion Allahs abfällt. Um ein Beispiel anzuführen, so kennen wir Männer der Muslimbruderschaft die an den Wissensrunden der Selefiyyah teilgenommen haben und heute werden über sie Aussagen der Abtrünnigkeit und des Unglaubens an Allah verbreitet. So sollen die Muslime sich vor den Neuerungen in Acht nehmen, auch wenn sie von den kleineren Neuerungen sind.

Quelle: http://ar.miraath.net/fatwah/3404
Übersetzt von Muhammed al-Madani

Widerlegung der Aussage von al-Qardāwī: „Ich bin daher strikt gegen einen religiösen Staat.“

Frage:

Ihr habt wahrscheinlich bereits mitbekommen, was einige Medien über Dr. Yūşuf al-Qardāwī zitiert haben. Dort sagt er nämlich: „Meine Freitagspredigt auf dem Platz der Freiheit (Maidān at-Taĥrīr) in Ägypten, sollte nicht als Aufbruch für die Gründung eines religiösen Staates verstanden werden. Im Gegenteil, ich tendiere eher dahin, dass ein ziviler Staat gegründet wird, jedoch mit islamischer Autorität. Das wäre für unser Land kein Nachteil. Viele Staaten haben den Sozialismus als Autorität für ihr Land gewählt, andere wiederum den Nationalismus… Ich bin daher strikt gegen einen religiösen Staat. Wir sind ja schließlich kein Staat von Maschāyikh oder Mullahs.“ Ergänzend zu dieser Aussage möchte ich noch erwähnen, dass al-Qardāwī über diese Demonstrationen und Sitzstreiks, die zurzeit in den arabischen Ländern stattfinden, gesagt hat: „Dies ist ein Djihād auf dem Wege Allahs.“

 

Antwort:

Alles Lob gehört Allah! Und ich bezeuge, dass es keinen anbetungswürdigen Gott gibt, außer Allah allein. Er hat keine Partner. Und ich bezeuge, dass Muĥammad Sein Diener und Gesandter ist. Um fortzufahren:

Diese Aussage ist sehr gefährlich. Die Gelehrten, die den Werdegang von al-Qardāwī kennen in seiner Unterstützung von zahlreichen Angelegenheiten, mit denen die Feinde kamen, sind nicht wirklich von seinen Äußerungen überrascht. Er hatte in der Vergangenheit bereits ähnliche Ansichten vertreten, wie zum Beispiel sein Aufruf zum Interreligiösen Dialog, der in Wirklichkeit ein Aufruf zur Einheit der Religionen und ihrer Verbrüderung ist. Deshalb sagte unser Scheikh al-Wādi’ī darüber: „Al-Qardāwī hat damit aus der Religion die Hälfte abgeschnitten.“ Ich sage: „Er ist bestrebt, nun auch die andere Hälfte aus der Religion abzuschneiden.“ Die Aussage von al-Qardāwī hat zwei Gesichtspunkte:

Erstens:          „Ich tendiere eher dahin, dass ein ziviler Staat gegründet wird.“ Das hat wahrscheinlich einige glauben lassen, dass er einen „zivilen Staat“ haben möchte, anstatt eines „militärischen Staates“. Das soll heißen, dass er kein Staat haben möchte, dass von der Armee regiert wird, sondern ein Staat, dass von der Zivilbevölkerung regiert wird. Doch seine Aussage, „Ich bin daher strikt gegen einen religiösen Staat“, zeigt seine wahren Ambitionen, die das erste Verständnis aufhebt und die Haut der Gläubigen vor der Gefahr dieser Aussage erschauern lässt.

Hier besteht ein dringender Bedarf, das zu zeigen, was mit „ziviler Staat“ gemeint ist. Ein ziviler Staat, ist ein laizistischer[1] Staat nach dem Vorbild des Westens!

Der Leser sollte dabei auch nicht vergessen, dass die Feinde stets auf eine günstige Gelegenheit warten, um die Kontrolle über die Muslime zu übernehmen. Vor nicht langer Zeit, hatte die Sowjetunion die Kontrolle über die Muslime übernommen, sodass zahlreiche Parteien in den arabischen Ländern, ihre Zugehörigkeit zur Sowjetunion zu ihrer Parole machten, die auf Sozialismus und Kommunismus basierte. Im Süden von Jemen, gab es die „Sozialistische Partei Jemens“, im Irak die sozialistische arabische „Baath-Partei“ und in Syrien die sozialistische syrische „Baath-Partei“. Andere Parteien haben sich inhaltlich zur Sowjetunion bekannt, wie die Partei von Djamāl ‘Abdun-Nāşir. Als die Sowjetunion auseinanderbrach, war der Westen, bestehend aus Europa und Amerika, darin bemüht gewesen, die Kontrolle über die islamische Welt zu übernehmen, vor allem über die arabische Welt. Es ist bekannt, dass der Westen, bestehend aus Europa und Amerika, den Weg des Laizismus folgt. Der Westen wollte dabei, dass die arabischen und islamischen Länder, sich zum westlichen Laizismus bekennen. Damit jedoch dieses eigentliche Vorhaben nicht enttarnt wird, haben die Feinde dieses in ihren Strategien raffiniert eingebettet, indem sie sagten: „Wir wollen einen zivilen arabischen Staat.“ Doch das, was sie mit „zivil“ meinen, ist das, was Amerika in seiner gewaltigen Intrige gegen die arabische Welt festgelegt hat und unter dem Namen „Greater Middle East“ Projekt bekannt geworden ist. Siehe hierzu das Buch „Das Projekt: Greater Middle East“. Ich habe dies auch in meinem Buch „Der Einfluss der Christianisierung der Muslime mit Hilfe von Geldern“ verdeutlicht.

Das, was darauf hinweist, dass sie mit dem „zivilen Staat“ eigentlich den „laizistischen Staat nach westlichem Vorbild“ meinen, sind die zahlreichen Anhänger des Laizismus, die in der arabische Welt ein Produkt der Feinde sind und stets wiederholen: „Die Religion ist Allahs und die Heimat allen.“ Ihr Verständnis von Religion, begrenzt sich hierbei allein auf das Gebet und das Fasten. Das, was sie aber mit „und die Heimat allen“ meinen ist, dass alle Angelegenheiten der Muslime, sei es ihre politischen, wirtschaftlichen oder moralischen, von den Laizisten bestimmt werden sollen. Das ist auch der Inhalt ihrer bekannten Parole der „Trennung zwischen Religion und Staat“, was leider auch Inhalt vieler arabischer Verfassungen ist, wo darin geschrieben steht, dass die Macht beim Volk läge und dieser die Quelle der Macht sei. Das spiegelt genau die Ansichten der Laizisten wieder, die sagen: „Die Religion ist eine Angelegenheit zwischen dem Diener und seinem Herrn. Und die Heimat gehört allen.“ All diese laizistischen Bezeichnungen und Parolen wurden zusammengefasst im Begriff „ziviler Staat“. Die Aussage von al-Qardāwī bestätigt dies ausdrücklich, als er sagte: „Ich bin daher strikt gegen einen religiösen Staat.“ Dies ist eine Bekräftigung des vorherigen Satzes, denn es bedeutet lediglich: „Ich akzeptiere kein Staat, dass mit der islamischen Gesetzgebung (Scharī’ah) regiert wird, doch ich akzeptiere stattdessen einen Staat, der mit der westlichen Demokratie regiert wird.“

Zweitens:       Die Aussage von al-Qardāwī: „Ich bin daher strikt gegen einen religiösen Staat.“ Diese Aussage entspricht völlig den Ansichten der Laizisten, die sagen: „Die islamische Gesetzgebung eignet sich nicht für diese heutige Zeit.“ Warum willst du, lieber Qardāwī, nicht die islamische Gesetzgebung? Warst du nicht derjenige, der ein Buch geschrieben hat, mit dem Titel: „Angesicht zu Angesicht – Der Islam und der Laizismus.“ In diesem Buch kamst du dann zum folgenden Schluss: „Die Wahrheit ist nun hervorgetreten und der Morgen ist für den angebrochen, der Sehen kann. Jedem Unvoreingenommenen ist nun klar geworden, dass der Laizismus weder ein Platz hat in Ägypten noch in der arabischen und islamischen Welt. Egal mit welcher Variante oder Normen er kommen mag. Weder die religiösen Normen, die vorteilbringenden Normen noch die demokratischen Normen können daran etwas ändern. Die Scheinargumente, die die Laizisten verbreitet haben, haben weder Kopf noch Fuß.“ Was hat dich nun dazu gebracht, solch eine gefährliche Aussage zu machen?! Warum akzeptierst du nun diese Ansichten mit den gleichen Maßstäben, mit denen du diese gestern noch abgelehnt hast?

Was die Aussage von al-Qardāwī, „jedoch mit islamischer Autorität“, anbetrifft, so hat dies keinerlei Auswirkungen auf den „zivilen Staat“, den wir erwähnt haben und ist somit lediglich ein Täuschungsmanöver von ihm. Vielleicht hat al-Qardāwī und seinesgleichen dieses auch nur als mögliche Ergänzung erwähnt, dass akzeptiert oder auch abgelehnt werden kann, da dieses in einem „zivilen Staat“ keinerlei Bedeutung hat.

Ich sage dem al-Qardāwī folgendes: „Wo sind die Verse aus dem Qur`ān geblieben, die du und die übrigen Gelehrten der Muslimischen Bruderschaft stets auf die heutigen Machthaber angewandt habt, wie: "Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen."[2] "Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungerechten."[3] "Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Frevler."[4] Und die Aussage des Erhabenen: "Das Urteil gehört allein Allah."[5] Und Seine Aussage: "Und Er beteiligt an Seiner Urteilsgewalt niemanden."[6]Und noch weitere solcher ähnlichen Verse.

Ward ihr davon überzeugt gewesen, dass diese eure Aussagen der Religion dienen sollten oder dienten sie doch eher eurer Parteilichkeit (Ĥizbiyyah)?

Denn wir sehen stets, wie diese Leute – falls diese Angelegenheit etwas mit der Gruppe der Muslimischen Bruderschaft zu tun hat – sich selbst bevollmächtigen das zu sagen, was ihre Führungsriege von ihnen erwartet. Wo sind diese Leute im Bezug auf die Aussage des erhabenen Allahs: "Und wenn er sich gegen Uns einige Aussprüche selbst ausgedacht hätte, hätten Wir ihn sicherlich an der Rechten gefasst und ihm hierauf sicherlich die Herzader durchschnitten, und niemand von euch hätte (Uns) dann von ihm abhalten können."[7] Oder auch Seine Aussage: "Diejenigen, die verheimlichen, was Wir an klaren Beweisen und Rechtleitung hinabgesandt haben, nachdem Wir es den Menschen in der Schrift klar gemacht haben, sie werden von Allah verflucht und auch von den Fluchenden, – außer denjenigen, die bereuen und verbessern und klar machen. Ihre Reue nehme Ich an, Ich bin ja der Reue-Annehmende und Barmherzige."[8] Wie viele Wahrheiten haben sie bereits verheimlicht und wie viele Unwahrheiten dafür verbreitet!

 Auf Grundlage dessen, was wir in dieser Erklärung beschrieben haben, wird jedem klar, dass al-Qardāwī die Feinde beruhigt hat, indem er ihnen zusicherte, dass dieser neue Staat, der sich noch in der Geburtsphase befindet, nach dem Beispiel des westlichen Laizismus gegründet wird. Es ist auch bekannt, dass al-Qardāwī die Quelle der Muslimischen Bruderschaft ist, doch wird er nun durch seinen Wandel eher den Laizisten als Beleg dienen.

Was die übrigen Gelehrten der Gruppe der Muslimischen Bruderschaft anbetrifft, so stehen sie vor der Qual der Wahl. Entweder, sie stimmen dem zu, was al-Qardāwī gesagt hat, dann würden sie in das geraten, wovor der erhabene Allah strengstens gewarnt hat, als Er sagte: "Beinahe hätten sie dich fürwahr verführt (und) von dem (abgebracht), was Wir dir (als Offenbarung) eingegeben haben, damit du gegen Uns etwas anderes ersinnst, und dann hätten sie dich wahrlich zum Freund genommen. Wenn Wir dich nicht gefestigt hätten, hättest du wohl beinahe bei ihnen ein wenig Stütze gesucht. Dann hätten Wir dich fürwahr ein Mehrfaches (an Strafe) im Leben und ein Mehrfaches (an Strafe) im Tod kosten lassen, und hierauf würdest du für dich keinen Helfer gegen Uns finden."[9]

Oder sie werden sich ihm widersetzen und dabei Gefahr laufen, in ihrer Partei als rückschrittlich und oberflächlich bezeichnet zu werden, sodass sie es dann verdient hätten, gemieden und boykottiert zu werden. Doch das wird ihnen keinerlei Schaden zufügen können. Und wir erbringen ihnen die Frohbotschaft, dass der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt aht: „Wer Allah zufrieden macht, indem er die Menschen erzürnt, mit ihm wird Allah zufrieden sein und die Menschen ihn gegenüber zufrieden machen.“

Deshalb lege ich dem Scheikh al-Qardāwī nah, bei Allah für diesen laizistischen Aufruf zu bereuen!

Was die Antwort auf den zweiten Teil dieser Frage anbetrifft, hinsichtlich der Demonstrationen, um ein Staat zu stürzen und dieses dann als Kampf (Djihād) auf dem Wege Allahs zu bezeichnen, so haben wir bereits zahlreiche Rechtsprechungen (Fatāwā) in der Vergangenheit diesbezüglich veröffentlicht. Darin wird ersichtlich, dass diese erwähnten Demonstrationen allerlei Abscheulichkeiten und Unheil in sich vereinen. Die Bezeichnung dieser als Kampf auf dem Wege Allahs, ist eine Verdrehung der Tatsachen. Wie soll es auf dem Wege Allahs sein?! Es ist doch bekannt, dass diese Demonstrationen auf Macht aus sind und nicht aufgrund der Religion stattfinden. Das lechzen nach Macht, ist jedoch eine gefährliche Krankheit, das der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, verdeutlicht hat, als er sagte: „Zwei Wölfe, die zu den Schafen geschickt wurden, können nicht mehr Schaden anrichten, als den Schaden eines Mannes, der für Reichtum und Macht eifert, gegenüber seiner Religion.“[10]

Al-Ĥāfidh Ibn Radjabb sagte in „Dhamm al-Djāh wa l-Māl“[11]: „Was den Eifer einer Person nach Ruhm anbetrifft, so ist dieser zerstörerischer, als sein Eifer nach Reichtum. Denn der Eifer nach Ruhm und Glorie in dieser Welt und nach Macht über die Menschen ist schädlicher für einen Diener, als seine Nachfrage nach Reichtum. Sein Schaden ist schwerwiegender und der Verzicht auf ihn ist schwerer.“

Wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn sie doch allein der Unterstützung der Parteilichkeit dienen, die der Islam verboten hat. Der erhabene Allah und Sein Gesandter, möge Allah ihn loben und Heil schenken, haben sich von dieser Parteilichkeit und ihren Leuten losgesagt, so wie es der erhabene Allah gesagt hat: "Gewiss, mit denjenigen, die ihre Religion spalteten und zu Lagern geworden sind, hast du nichts gemein. Ihre Angelegenheit steht (allein) bei Allah. Hierauf wird Er ihnen kundtun, was sie zu tun pflegten."[12]

Und über Umm Şalamah wird berichtet, dass sie sagte: „Euer Prophet hat sich von jedem losgesagt, der seine Religion gespalten hat und zu Lagern wurde.“[13] Ist etwa die Partei der Muslimischen Bruderschaft, keine politische Partei? Hier in Jemen, gehört sie der Opposition an.

Wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn sie doch auf Beschimpfungen, Beleidigungen und Fluchen basieren, während der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hingegen gesagt hat: „Den Gläubigen zu beschimpfen ist eine schamlose Sünde (Fişq). Und ihn zu bekämpfen ist Unglaube (Kuffr).“ Er, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte auch: „Einen Muslim zu verdammen, ist wie ihn zu töten.“

Wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn sie doch die Muslime einschüchtern. Und der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Dem Muslim ist es nicht erlaubt, einen Muslim einzuschüchtern.“

Und wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn sie doch auf Zerstörung, Plünderung, Raub, Blutvergießen und Töten basieren.

Und wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn sich daran auch Leute beteiligen, die das Gebet unterlassen, Säufer sind, Tänzer oder Mörder.

Und wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn sie doch lediglich die Forderungen der Feinde umsetzen.

Und wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn sie doch auf Hinterhalt, List und Lügen basiert sind.

Und wie können Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sein, wenn die Parteien ihre Anhänger dazu bringen, unschuldige Menschen zu töten. Die Gelehrten der Partei der Muslimischen Bruderschaft, haben ihre Anhänger dazu ermutigt, an solchen Demonstrationen teilzunehmen. Sie haben sie sogar dazu gehetzt. Zu ihnen gehörte auch ‘Abdul-Madjīd az-Zandānī, der die Demonstranten mit seinem Aufruf in Versuchung gebracht hat, sodass sie sich dann ermutigt sahen, um zahlreiche Verbrechen zu begehen und sogar zu morden. Es gibt weder Kraft noch Macht außer bei Allah!

Zu den abscheulichsten Abscheulichkeiten bei diesen Sitzblockaden gehört dabei die Anwesenheit der Frauen unter den Männern. Diese Vermischung der Geschlechter ist Schandtat genug. Doch wie sieht es aus, wenn es sogar dazu kommt, dass ein Mann sich alleine mit einer Frau (ohne Maĥram) befindet, was ja der Weg zum Untergang ist.

Die Gelehrten der Partei der Muslimischen Bruderschaft, wären gerechter gewesen, wenn sie gesagt hätten, dass dies Demonstrationen sind, die sich auf dem Wege des Teufels befinden. Denn dies ist auch so! Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte über einen Jugendlichen, der hinausging, um nach Erwerb zu suchen: „Wenn er hinausgegangen ist für Augendienerei (Riyā`) und Prahlerei, dann ist es auf dem Wege des Teufels.“

Wie sieht es dann aus mit denen, die hinausgehen, um das zu tun, was wir zuvor erwähnt haben? Ich sage zu den Gelehrten der Partei der Muslimischen Bruderschaft folgendes: Warum habt ihr früher nie einen Rechtsspruch erlassen, dass Demonstrationen ein Kampf auf dem Wege Allahs sind, außer jetzt in diesen Tagen, wissend, dass diese Demonstrationen bereits seit Jahren durchgeführt werden und die Menschen bis dahin wussten, dass dies ein Nachahmen der Ungläubigen ist?! Welches Geheimnis steckt nun also hinter diesem Zeitpunkt, den ihr für euren Rechtsspruch ausgesucht habt?! Ich vermute, dass ihr nun glaubt, eurem Ziel sehr nah gekommen zu sein, um die Macht an euch zu reißen. Diesen Rechtsspruch habt ihr erst jetzt erlassen, aus Furcht, euch würden andere zuvorkommen und die Macht an sich reißen! Was bedeutet das also?!

Was eure Aussage anbetrifft, nämlich dass „diejenigen, die in diesen Demonstrationen getötet wurden, Märtyrer auf dem Wege Allahs sind“, so sagen wir zu euch folgendes: In dieser Angelegenheit hat der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, bereits entschieden, als er sagte: „Wer unter blinder[14] Flagge getötet wird, während er zu Stammestum aufruft oder Stammestum unterstützt, so ist es ein Tod der Djāhiliyyah[15].“[16]

Wenn die Gelehrten der Partei der Muslimischen Bruderschaft gerecht wären, dann hätten sie uns darin zugestimmt, dass die Toten, die in diesen Demonstrationen und Sitzblockaden getötet wurden, sich für die Demokratie geopfert haben. Denn die meisten Taten, die von diesen Demonstranten begangen wurden, dienten dieser Demokratie der Feinde. Deshalb ist es nicht nötig, all diese Zertifikate zu verteilen, nur auf Grundlage der Zugehörigkeit zu einer Partei.

Jedenfalls hat sich die Rechtsprechung der Gelehrten der Partei der Muslimischen Bruderschaft erheblich geändert hin zur politischen Abweichung, als sie die politische Parteilichkeit akzeptierten – auch wenn jegliche Art der Parteilichkeit im Islam verboten ist – sodass sie nun lenkbarer wurden. Sie verspielten auch ihre Stellung und ihre Unterstützung für den Islam, als sie sich der politischen Führungsriege ihrer Partei fügten. Wir erklären die Partei der Muslimischen Bruderschaft nicht zu Ungläubigen, doch wir sagen: Ihre Abweichung hat stark zugenommen, nachdem sie sich auf die politische Parteilichkeit eingelassen haben. Es hat bei ihnen eine gefährliche Verwandlung stattgefunden, im Vergleich zu dem, worauf sie sich vorher an Gutem befanden, vor allem als sie es akzeptiert haben, eine Bündnis mit den laizistischen Parteien einzugehen und mit denen, die ihrem Beispiel folgten.

Wenn die Partei der Muslimischen Bruderschaft an die Macht will, dann soll sie es auch richtig anstellen. Würden sie nämlich Allah fürchten und an Seine Gesetze voller Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit festhalten, dann hätte der erhabene Allah ihnen Zustimmung gewährt und ihren Einfluss auf die Muslime gestärkt, der ihnen dadurch einen Vorteil gegenüber den anderen verschafft hätte. Doch was diesen Weg anbetrifft, den sie eingeschlagen haben, so wird er ihnen nur Verlust bescheren, sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. Er (al-Qardāwī) sollte aus der Lektion lernen, die ihm Jahrzehnte zuvor widerfahren ist, als er den Versuch gestartet hatte, an die Macht zu kommen, jedoch ohne Erfolg! Das Resultat war dann, dass sich andere an ihnen für ihr Vergehen rechten.

Sollten sie aber mit dieser Methodik Erfolg haben, die all das Vergehen gegenüber Allah in sich vereint, wie Verrat und List, dann befürchte ich, dass Allah jemanden auf sie schicken wird, der ihnen die Macht aus den Händen entreißt, so wie sie es auch den anderen ohne Recht weggenommen haben! Denn der Lohn ist von der Selben Natur wie die Taten und weil der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gesagt hat: „Allah gewährt dem Übeltäter einen Aufschub, doch wenn Er ihn ergreift, dann lässt Er ihn nicht gehen“[17]

Ihre Intrigen diesmal, die sie in Zusammenarbeit mit den verschiedensten Diensten der Ungläubigen gesponnen haben, um den derzeitigen Machthabern ihre Macht zu entreißen, ist eine folgenschwere Tat, die die Türe zu Heimsuchungen geöffnet hat und vielleicht nie ein Ende finden wird. Und der erhabene Allah hat gesagt: "Gewiss, Allah lässt das Tun der Unheilstifter nicht als gut gelten."[18]

 

 


[1] Anm. des Übersetzers: Der Laizismus ist eine politische Richtung (bes. in Frankreich), die die Freiheit von religiösen Bindungen im öffentlichen Leben sowie die Trennung von Religion und Staat fordert.

[2] Al-Mā`idah 5:44

[3] Al-Mā`idah 5:45

[4] Al-Mā`idah 5:47

[5] Al-An’ām 6:57

[6] Al-Kahf 18:26

[7] Al-Ĥāqqah 69:44-47

[8] Al-Baqarah 2:159-160

[9] Al-Işrā` 17:73-75

[10] Diesen Ĥadīth verzeichnete at-Tirmidhī und ist ein authentischer (şaĥīĥ) Ĥadīth.

[11] Dhamm al-Djāh wa l-Māl, S.29

[12] Al-An’ām 6:159

[13] Dies ist eine authentische Überlieferung.

[14] Anm. des Übersetzers: D.h. eine Flagge der Irreleitung

[15] Anm. des Übersetzers: Vorislamische Zeit der Unwissenheit

[16] Verzeichnet bei Muslim

[17] Dieser Ĥadīth, den Abu Mūşā, Allahs Wohlgefallen auf ihm, überliefert hat, ist in beiden Şaĥīĥ-Werken verzeichnet.

[18] Yūnuş 10:81

Das Gebet in einer Moschee der Leute der Neuerung (Ahlu l-Bidda’)

 


Frage:

Was ist das Urteil über das Gebet in einer Moschee der Leute der Neuerung (Ahlu l-Bidda’)? Wie soll ich beten, wenn ich in meiner Umgebung keine Moschee der Leute der Şunnah finde? Ist mein Gebet gültig, wenn ich dann zu Hause bleibe und dort das Gebet mit meiner Frau verrichte?

 

Antwort:

„Nein, das darfst du nicht. Wenn es eine Moschee gibt, dann bete dort, auch wenn es sich dabei um Leute der Neuerung handelt. Ibn ’Ummar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – hatte hinter dem Chāridjī Namens Nadjdah gebetet. Ähnliches ist auch über al-Buchārī bekannt.

Das Gemeinschaftsgebet ist etwas Besonderes und darf nicht wegen solch einer Sache gemieden werden. Außerdem gibt es unter den Leuten der Neuerung solche, deren Neuerung verborgen ist. Wenn seine Neuerung verborgen ist, dann bete hinter ihm. Und wenn dir seine Neuerung ersichtlich wird, dann zeige ihm die Wahrheit. Doch wenn es sich dabei um eine Neuerung handelt, der Unglaube beinhaltet und er darauf beharrt, dann bete nicht hinter ihm. Denn ab dem Zeitpunkt, wo man ihm die Beweise dafür erbracht hat, wird er zum Ungläubigen, wenn er diese ablehnt. Dies gilt jedoch nur, wenn er eine Neuerung begeht, der Unglaube beinhaltet, wie das Richten der Bittgebete und Hilferufe an jemand anders, als an Allah oder das Leugnen der Eigenschaften Allahs. Wenn er nun einige dieser Neuerungen hat, die Unglaube beinhalten und du ihm die Wahrheit gezeigt hast und das, was der erhabene Allah, Sein Gesandter und die Şalaf dazu gesagt haben, er aber weiterhin auf seine Neuerung beharrt und sich vehement dagegen wehrt, dann bete nicht hinter ihm. Wenn seine Neuerung jedoch verborgen ist und es sich nicht um eine Neuerung handelt, der Unglaube beinhaltet, dann bete hinter ihm.“

 

Entnommen aus der Webseite von Scheich Rabee’.

Das Urteil über das Töten der eigenen Seele und die mangelnde Geduld bei Heimsuchungen

Frage:

Wenn eine Person wegen seiner Lebenssituation Selbstmord begeht, da sein Lebensunterhalt sehr eingeschränkt ist und er seine Familie nicht mehr ernähren kann, wird auch diese Person ewig in der Hölle bleiben?

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah. Und möge Er Seinen Gesandten loben und Heil schenken. Um fortzufahren: Selbstmord ist eine ungeheuerliche Schandtat und gehört zu den großen Sünden (Kabā`ir). Einem Muslim ist es nicht erlaubt, Selbstmord zu begehen. Der erhabene Allah sagt: "Und tötet euch nicht selbst (gegenseitig). Allah ist gewiss Barmherzig gegen euch."[1]  Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagt in einem authentischen Ĥadīth: „Wer sich mit etwas tötet, der wird damit am Tag der Auferstehung gepeinigt.“

Deshalb muss ein Muslim geduldig sein und die Unglücke und Erschwernisse in seinem Leben ertragen. Er sollte nicht voreilig sein und sich selbst töten. Im Gegenteil, er muss sich davor in Acht nehmen und Allah fürchten. Er muss geduldig sein und alle Chancen der Besserung, die sich ihm ergeben, wahrnehmen. Und wer Allah fürchtet, dem schafft Er einen Ausweg.

Wenn er sich selbst tötet, dann setzt er sich dem Zorn und der Strafe Allahs aus. Es obliegt Allah, ihn zu bestrafen oder zu verzeihen. Denn das Töten einer Seele ist kein Schirk (Götzendienst). Und der erhabene Allah sagt: "Allah vergibt gewiss nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will."[2] Alles was außer Schirk ist, fällt unter dem Willen Allahs. Und das Töten einer Seele ist kein Schirk. Dasselbe gilt auch für Zina (Unzucht), dem Stehlen und dem Trinken von Alkohol. All das sind Sünden, die jedoch kein Schirk sind. Derjenige, der solche oder ähnliche Sünden begeht, steht unter dem Willen Allahs. Wenn er mit dieser Sünde stirbt, obliegt es Allah ihm zu vergeben, weil er andere rechtschaffene Taten vollbracht hat und weil er Muslim ist, oder Er kann ihn auch dafür in dem Maß im Höllenfeuer bestrafen, was er an Sünde getan hat.

Nachdem er dann von diesen Sünden gesäubert und gereinigt wurde, kommt er aus dem Höllenfeuer raus. Er wird nicht ewig darin bleiben. Das ist das, worauf sich die Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā'ah befinden. Der Sünder wird nicht ewig im Höllenfeuer bleiben, weder ein Mörder noch ein anderer. Keiner von ihnen wird ewig im Höllenfeuer bleiben. Doch sie werden bestraft werden, wenn dies Allah möchte. Er wird so viel im Höllenfeuer bestraft werden, soviel Allah will und so viel er an Sünde gemacht hat. Dann holt ihn Allah wieder aus dem Höllenfeuer raus und legt ihn an einem Fluss mit dem Namen „Fluss des Lebens“. Die Sünder werden dort aufblühen, wie ein Fruchtkern an einem Fluss aufblüht. Wenn sie dann ihre vollkommene Gestalt wieder angenommen haben, lässt sie Allah für ihren Islam und ihrem Glauben ins Paradies eintreten, mit dem sie gestorben sind. Nur die Ungläubigen werden ewig im Höllenfeuer bleiben. Nur die Ungläubigen und Götzendiener werden ewig im Höllenfeuer bleiben, weil sie nicht an Allah und Seinen Gesandten geglaubt haben und weil sie Seine Propheten leugneten und auch das, was die Propheten an Offenbarung brachten. Diese und ähnliche Sorten des Unglaubens sind es, die eine Person ewig im Höllenfeuer lassen. Was den Sünder anbetrifft, so wird dieser, nach dem Verständnis der Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā'ah, nicht ewig im Höllenfeuer bleiben. Dies steht im Gegensatz zu den Khawāridj und den Mu'tazilah. Denn die Gruppe der Khawāridj und die der Mu'tazilah - und beiden sind irregegangene Gruppen - sagen: „Der Sünder wird ewig im Höllenfeuer bleiben, sollte er dort hineinkommen.“ Dies ist ein gewaltiger Irrtum.

Was die Ahlu ş-Şunnah wa l-Djamā'ah  anbetrifft, die ja die Gefährten des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sind und jene, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind, sagen: Der Sünder wird nicht ewig im Höllenfeuer bleiben, solange er nicht die Sünde als erlaubt erklärt. Wenn er stirbt, während er weiß, dass dies eine Sünde ist, jedoch hat ihn der Teufel dazu verleitet, dieser wird nicht ewig im Höllenfeuer bleiben. Er steht unter dem Willen Allahs. Wenn Er möchte, vergibt er ihm und lässt ihn für seinen Islam und seinen Glauben ins Paradies eintreten und wenn er will bestraft er ihn mit dem Höllenfeuer in dem Maße, was er an Sünde getan hat. Nach dem Reinigen und Säubern von diesen Sünden, lässt er ihn schließlich ins Paradies eintreten. Es gibt zahlreiche Aĥādīthe über den Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, die das belegen. Es gibt Überlieferungen, wo über einige Menschen berichtet wird, die wegen ihren Sünden ins Höllenfeuer kommen und die Allah dann dort wieder rausholt, sei es durch die Fürbitte anderer oder durch Seine Barmherzigkeit, ohne dass einer für sie Fürbitten muss. All das, ist erwiesen über den Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken.

 

Scheikh 'Abdul-'Aziz Ben Bāz, möge Allah mit ihm gnädig sein

 



[1]
an-Nişā` 4:29

[2] an-Nişā` 4:48

Sind Demonstrationen aus der Sicht des Islams erlaubt?

Frage:

Was ist das Urteil bezüglich Demonstrationen? Ist es für die Ummah nützlich oder schädlich? Und dürfen Frauen an Demonstrationen teilnehmen? Bārakallahu fīk.

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah!

Die Gelehrten haben sich gegen Demonstrationen ausgesprochen und haben ihre Sichtweise wie folgt belegt:

  1. Demonstrationen sind keine Methode, die der Scharī’ah entsprechen, um sie für die Da’wah anzuwenden. Im Gegenteil, solche Demonstrationen beinhalten meistens mehrere Verstöße gegen die Scharī’ah, die während einer Demonstration immer wieder begangen werden.
  2. Demonstrationen, so wie wir sie heute kennen, sind Neuerungen in der Religion. Die ersten, die solche Demonstrationen durchgeführt haben, war der Westen. Es gibt keine geschichtliche Überlieferung die belegen könnte, dass Muslime solche Demonstrationen durchgeführt haben, weder in der Zeit der Gefährten (Sahabah) noch in der Zeit ihrer Schüler (Tābi’īn). Auch ist nichts darüber bekannt bei den Fiqh-Gelehrten oder bei den Ĥadīth-Gelehrten. Somit ist diese Tat eine Neuerung in der Religion, die hinzugefügt wurde.
  3. Demonstrationen können dazu führen, dass gegen die Herrscher rebelliert wird und man sie zu Ungläubigen erklärt. Demonstrationen sind somit Ursache für den Angriff auf die Ehre der Gelehrten und Herrscher.
  4. Alle Ĥadīthe, die diejenigen erwähnt haben, die es als erlaubt ansehen, solche Demonstrationen durchführen zu können, sind von der Zeit vor der Auswanderung von Mekka nach Medina und somit bevor die Scharī’ah  vervollkommnet wurde. Es ist jedoch bekannt, dass man sich hauptsächlich auf die Gebote und Verbote beziehen soll, die nach der Auswanderung bekräftigt wurden. Was jedoch das Freitagsgebet, die religiösen Feste und andere Versammlungen anbetreffen, zu denen der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – aufgerufen hat, wie das Gebet bei Sonnenfinsternis oder ähnliches, so dienen diese Versammlungen dem Zweck, die Riten des Islam sichtbar zu machen. Dies hat rein gar nichts mit Demonstrieren zu tun.
  5. Demonstrationen können zu Krawalle und Chaos führen. Sie geben aber auch Krawallsuchenden eine Möglichkeit, Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt anzuzetteln.
  6. Demonstrationen sind Nährboden für Rassismus und lassen die Zeit der Unwissenheit wieder aufleben.

Zahlreiche Gelehrte haben sich gegen solche Demonstrationen ausgesprochen und ihren Schaden offen dargelegt.

Scheich Muqbil hat gesagt: „Ich habe – und dafür sei Allah dank – stets vor diesen Demonstrationen in den ’Id- und Freitagspredigten gewarnt."

Scheich Ben Bāz hat gesagt: „Ich denke nicht, dass Demonstrationen und Aufmärsche von Frauen und Männern, zur Heilung führt. Im Gegenteil, ich sehe es als etwas an, dass zur Fitnah, Übel und zur Unterdrückung einiger Personen führt. Es führt auch in den meisten Fällen dazu, dass man Hass gegen einige Personen empfindet. Die Scharī’ah hat bestimmt, dass man Briefe schreibt, Ratschlag erteilt und zum Guten einlädt. Dies sind die durch die Scharī’ah festgelegten Mittel, die von den Gelehrten erläutert wurden.“

Scheich Ibn ’Uthaimīn hat gesagt: „Deshalb unterstützen wir keine Demonstrationen, Proteste und ähnliches. Wir unterstützen diese unter keinen Umständen, da Verbesserungen auch ohne diese Dinge möglich sind. Es ist ein Fakt, dass es verborgene Kräfte gibt, die solche Aktionen unterstützen, sei es im Verborgenen oder auch öffentlich.“

Scheich Fauzān hat gesagt: „Es liegt kein Nutzen in Demonstrationen – sie sind lediglich Aufruhr. Sie stiften lediglich Verwirrungen und Chaos. Wie soll es dem Feind Schaden zufügen, wenn die Leute rausgehen, in den Strassen demonstrieren und ihre Stimmen erheben? […] Islam ist eine Religion des Friedens und der Ruhe; es ist eine Religion des Wissens. Es ist keine Religion des Geschreis und des Tumults.“

Und Allah weiß es am besten!

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