Die Heirat mit Rāfidī-Schiiten

Frage:

Darf eine Frau an einen Rāfidī-Schiiten verheiratet werden?

 

Antwort:

Die reinen Rāfidī-Schiiten sind Leute der Gelüste, der Neuerung und der Irreleitung. Kein Muslim darf eine Frau, dessen Vormund (Wālī) er ist, an einen Rāfidī-Schiiten verheiraten. Wenn er (der Mann) hingegen eine Rāfidī-Schiitin heiratet, dann ist diese Ehe gültig, vorallem, wenn er sich davon erhofft, dass sie bei Allah bereut. Wenn nicht, dann sollte er es lieber unterlassen, sie zu heiraten, damit sie ihm nicht seine Kinder verdirbt.

Scheikhu l-Islam Ibn Taimiyah in „Madjmū' al-Fatāwā 61/32

Mein Vater hat meine Schwester zwangsverheiratet. Ist diese Heirat gültig?

Frage:

Ich habe eine Schwester väterlicherseits. Mein Vater hat sie mit einem Mann verheiratet und das ohne ihre Zustimmung oder ihrer Erlaubnis. Sie ist einundzwanzig Jahre alt. Bei der Eheschließung haben dann die (Braut-) Zeugen ein falsches Zeugnis (Zūr) abgelegt und versichert, dass sie dieser Heirat zugestimmt habe. Danach hat ihre Mutter für sie die Eheschließung unterzeichnet. Seitdem ist sie nun verheiratet, obwohl sie diesen Mann immer noch vehement ablehnt! Wie sieht das islamische Urteil bezüglich dieser Eheschließung aus und auch bezüglich dieser Zeugen?

 

Antwort:

Es ist weder dem Vater noch jemand anders erlaubt, eine Frau zur Heirat mit einem Mann zu zwingen, den sie nicht möchte, auch wenn dieser (in Ihren Augen) der Geeignete wäre! Denn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Eine Frau, die keine Jungfrau mehr ist, darf nicht ohne ihren Befehl verheiratet werden, und eine Jungfrau soll ohne ihr Einverständnis nicht verheiratet werden.“[1] Dies ist allgemeingültig. Hier wurde auch keine Ausnahme für irgendeinen Vormund (Wali) gemacht. Im Gegenteil, in „ŞaĥīĥMuşlim“ ist sogar verzeichnet, dass bei einer Jungfrau ihr Vater sie nach ihr Einverständnis fragen muss. Hier werden also sowohl die Jungfrau als auch ihr Vater explizit erwähnt. Dieser (Ĥadīth-) Text lässt deshalb keinen Raum mehr für Missverständnisse. Es ist für jeden verpflichtend, sich daran zu halten.

Somit ist es für einen Mann verboten (ĥarām), seine Tochter zu zwingen, einen Mann, den sie nicht heiraten möchte, zu heiraten! Das, was verboten (ĥarām) ist, darf auch dann weder bestätigt noch umgesetzt werden, da solch eine Umsetzung bzw. Bestätigung gegen ein Verbot verstößt, das überliefert wurde. Wir dürfen uns an den Dingen, die die Scharī‘ah verboten hat, weder beteiligen noch es selbst tun. Wenn wir solch einer Eheschließung zustimmen, bedeutet das, dass wir uns beim Brechen dieses strikten Verbots beteiligt haben und es zugelassen haben, dass solche Eheschließungen denen gleichgestellt werden, die in der Scharī‘ah erlaubt sind. Das darf nicht sein!

Deshalb ist die Zwangsverheiratung deiner Schwester durch deinen Vater ungültig und somit auch die Eheschließung. Hier muss sich das Gericht einschalten und es nochmal prüfen.

Was jedoch das falsche Bezeugens (Schahādat az-Zūr) anbetrifft, so gehört dies zu den größten aller großen Sünden (al-Kabā`ir), so wie es über den Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, überliefert wurde. Er, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Soll ich euch nicht über die größten aller großen Sünden unterrichten?“ Sie sagten: „Natürlich, oh Gesandter Allahs!“ Er sagte: „Allah etwas beizugesellen, Ungehorsam gegenüber den Eltern – dann richtete er sich auf, nachdem er angelehnt war – und das falsche Zeugnis, das falsche Zeugnis, das falsche Zeugnis …“ Er wiederholte es immer wieder, bis sie sagten: „Hätte er doch nur geschwiegen.“

Diese Zeugen, die dieses falsche Zeugnis abgelegt haben, müssen Allah aufrichtig um Vergebung bitten und die Wahrheit sprechen! Sie müssen dem Richter eingestehen, dass sie ein falsches Zeugnis abgelegt haben und dass sie dieses auch wieder zurücknehmen wollen.

Auch ihre Mutter, die für ihre Tochter rechtswidrig unterzeichnet hat, hat gesündigt und muss bei Allah aufrichtig um Vergebung bitten und solch eine Tat nie wieder begehen.

 

Scheikh Ibn ‘Uthaimīn „Fatāwā Nūr ‘Ala d-Darb“ S. 760

 

 



[1]
Verzeichnet bei Bukhārī und Muşlim

Was ist dem Ehemann mit seiner Frau zu tun erlaubt, nachdem der Ehevertrag geschlossen wurde und bevor der Vollzug der Ehe bekannt gemacht wurde?

Frage:

Was ist dem Ehemann mit seiner Frau zu tun erlaubt, nachdem der Ehevertrag geschlossen wurde und bevor der Vollzug der Ehe bekannt gemacht wurde?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah!

Scheikh ‘Abdul-‘Azīz Ben Bāz, möge Allah mit ihm barmherzig sein, hat gesagt:

„Es ist für ihn zulässig das zu tun, was Männer mit ihren Ehefrauen tun dürfen. Doch sollte er bis zum vereinbarten Zeitpunkt (Hochzeitsnacht) geduldig sein, um mit ihr die Ehe zu vollziehen. Wenn er sie aber für einen klaren Grund besuchen oder mit ihr telefonieren möchte und die Erlaubnis dazu von ihrer Familie hat, so ist nichts Falsches daran. Wenn er sie trifft und mit ihr allein ist, jedoch mit Erlaubnis ihrer Familie, so ist auch hier nichts Falsches daran. Doch wenn es heimlich geschieht, ohne dass jemand aus ihrer Familie darüber Bescheid weiß, dann ist dies gefährlich, da es dazu führen kann, dass sie von ihm schwanger wird und er dann schlecht über sie denkt oder leugnet, mit ihr intim gewesen zu sein. Somit kann dies eine Menge Fittnah und Ärger verursachen.

Somit sollte er sich zurückhalten und sich in Geduld üben, bis der vereinbarte Zeitpunkt für den Vollzug der Ehe eintrifft. Wenn es notwendig sein sollte, sie zu kontaktieren oder sich mit ihr zu treffen, so sollte ihr Vater, ihre Mutter oder ihr Bruder dabei sein, damit nichts passieren kann, dass möglicherweise negative Folgen haben könnte.“

FatāwāScheikh ‘Abdul-‘Azīz Ben Bāz (21:208, 209)

Scheikh Muĥammad Ibn Şāliĥal-‘Uthaimīn, möge Allah mit ihm barmherzig sein, hat gesagt:

„Wenn ein Mann den Ehevertrag mit einer Frau geschlossen hat, dann ist er somit ihr Ehemann geworden und darf mit ihr auch telefonieren und Briefe an sie schreiben. Es ist nichts Falsches daran, mit ihr Kontakt zu haben, da sie nun seine Ehefrau ist. Doch darf es nicht zum Geschlechtsverkehr kommen. Wenn er also Kontakt mit ihr hat, das Sitzen mit ihr genießt und sie küsst, ist nichts dagegen einzuwenden. Es darf jedoch nicht zum Geschlechtsverkehr kommen, da der Geschlechtsverkehr zu diesem Zeitpunkt eine gewaltige Gefahr darstellt und es ihn dazu führen kann, schlecht von ihr denken. Sie kann außerdem nach diesem Geschlechtsverkehr schwanger werden und gebären, bevor der festgelegten Zeitpunkt für den Vollzug der Ehe verstrichen ist, sodass der Frau Fehlverhalten vorgeworfen werden kann.“

Liqā`āt al-Bāb al-Maftūĥ(175/Frage-Nr. 12).

Und Allah weiß es am besten!

Was ist das angemessene Heiratsalter für Männer und Frauen?

Frage:

Was ist das angemessene Heiratsalter für Männer und Frauen?

Einige junge Frauen wollen Männer nicht heiraten, die älter sind als sie selber. Ebenso heiraten einige Männer diejenigen Frauen nicht, die älter sind als sie. Wir freuen uns über ihre Antwort und bitten Allah Sie mit Gutem zu belohnen.

 

Antwort:

Ich rate jungen Frauen, den Heiratsantrag von einem Mann nicht abzulehnen wegen seines Alters, obgleich er 10, 20 oder 30 Jahre älter ist als sie selber. Dieses ist kein Grund, denn der Prophet sallallaahu alayhi wa salam heiratete A'ishah radiAllahu anha als er 53 und sie 9 Jahre alt war. Älter zu sein bringt keinen Schaden mit sich. Es gibt keine Sünde darin, wenn die Frau älter ist als der Mann, noch gibt es irgendeine Sünde darin, wenn der Mann älter ist als die Frau, denn der Prophet sallallaahu alayhi wa salam heiratete Khadijah, radiAllahu anha (bevor die Offenbarung zu ihm kam) als sie 40 und er 25 Jahre alt war. Das bedeutet sie war 15 Jahre älter als er sallallaahu alayhi wa salam.

Die Menschen werden durch die Medien im Radio oder im Fernseher abgeschreckt mit unterschiedlichem Alter zu heiraten. Das ist alles falsch und darf nicht von ihnen verbreitet werden. Die Frau ist verpflichtet den (zukünftigen) Ehemann anzuschauen und wenn er rechtschaffen ist und einem zusagt, sollte sie zustimmen, selbst wenn er älter ist als sie. Gleiches gilt für den Mann, der dazu angehalten ist eine rechtschaffene, religiöse Frau zu suchen, selbst wenn sie jünger ist (jedoch bereits ihre Geschlechtsreife erreicht hat) oder älter ist als sie.

Kurz gesagt, das Alter sollte keine Ausrede sein abzulehnen und auch keine Angelegenheit sein, für die man sich schämen sollte, solange der Mann und die Frau rechtschaffen sind.

Möge Allah die Situationen von uns allen verbessern.

 

Shaykh `Abdul-`Azeez Bin Baz

Fatawa Islamiyah, volume 5, The Book of Marriage, page 169-170

Das Urteil über die Mehrehe und die Bedingungen hierfür

Frage:

Was ist das Urteil über die Mehrehe?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah. Und Lob und Heil seien auf seinen Gesandten.

Der erhabene Allah hat es dem Mann erlaubt, mehr als eine Frau zu haben, indem Er sagte: "Und wenn ihr befürchtet, nicht gerecht hinsichtlich der Waisen zu handeln, dann heiratet, was euch an Frauen gut scheint, zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber befürchtet, nicht gerecht zu handeln, dann (nur) eine oder was eure rechte Hand besitzt. Das ist eher geeignet, dass ihr nicht ungerecht seid." [an-Nişā` 4:3].

Dies zeigt deutlich, dass die Mehrehe zulässig ist und dass nach der islamischen Rechtslehre (Scharī’ah) ein Mann eine, zwei, drei oder vier Frauen heiraten darf. Ihm ist es jedoch nicht zulässig, mehr als vier Frauen zu heiraten. Dies ist die Ansicht der Mufassirūn und der Gelehrten der Rechtsschulen. Außerdem herrscht in diesem Punkt Konsens unter den Muslimen.

Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Mehrehe Bedingungen hat:

Erstens:          Gerechtigkeit und Fairness.

Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Wenn ihr aber befürchtet, nicht gerecht zu handeln, dann (nur) eine […]." [an-Nişā` 4:3]. Dieser Vers zeigt, dass Gerechtigkeit eine Voraussetzung für die Zulässigkeit einer Mehrehe ist. Wenn ein Mann befürchten sollte, dass er nicht in der Lage ist, seine Frauen fair zu behandeln, wenn er mehr als eine heiratet, dann ist es ihm untersagt, mehr als eine zu heiraten. Das, was hier mit Gerechtigkeit gemeint ist, ist dass alle Ehefrauen bezüglich des Unterhalts, der Kleidung, der Übernachtung und anderen materiellen Angelegenheiten, die in seiner Macht stehen und über die er Kontrolle hat, gleich behandelt.

Im Hinblick auf Gerechtigkeit und Gleichbehandlung im Bereich der Liebe, so wird ein Mann diesbezüglich nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Dies wird von ihm nicht verlangt, da es nicht möglich ist, dies zu kontrollieren. Dies ist das, was durch die Worte Allahs gemeint ist: "Und ihr werdet zwischen den Frauen nicht gerecht handeln können, auch wenn ihr danach trachtet." [an-Nişā` 4:129] d. h., im Hinblick auf die Liebe des Herzens.

Zweitens:       Die Möglichkeit, den Unterhalt für alle Frauen zu gewährleisten.

Der Beweis dafür ist der Vers, wo darin der erhabene Allah gesagt hat: "Diejenigen, die keine (Möglichkeit zum) Heirat(en) finden, sollen keusch bleiben, bis Allah sie durch Seine Huld reich macht." [an-Nūr 24:33].

Der erhabene Allah hat in diesem Vers demjenigen anbefohlen, der in der Lage ist, zu heiraten, jedoch nicht über die finanziellen Möglichkeiten dafür verfügt, keusch zu bleiben. Einer der Gründe, warum man sich eine Heirat nicht leisten kann, ist sind die nicht vorhandenen Möglichkeiten, den Mahr (Morgengabe) zu zahlen oder den Unterhalt der Frau zu garantieren. [„al-Mufaşşal Aĥkām fī l-Mar`ah, Band 6, S. 286].

Einige Gelehrte sind sogar der Ansicht, dass die Mehrehe besser ist als das sich lediglich Beschränken auf eine Frau. Scheich Ibn Bāz, möge Allah mit ihm gnädig sein, wurde gefragt: „Ist das Grundprinzip der Ehe die Mehrehe oder die Heirat mit einer einzigen Frau?"

Er antwortete: „Das Grundprinzip in der Scharī’ah ist die Mehrehe für diejenigen, die es sich leisten können, wenn sie keine Angst vor der Ungerechtigkeit haben, da dies viele Vorteile hat, wie etwa die Bewahrung der Keuschheit von einem selbst und denen, die man heiratet und das Produzieren von vielen Kindern, damit die Zahl der Ummah und derer, die Allah allein anbeten erhöht wird. Dies wird durch die Worte Allahs angegeben: "Und wenn ihr befürchtet, nicht gerecht hinsichtlich der Waisen zu handeln, dann heiratet, was euch an Frauen gut scheint, zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber befürchtet, nicht gerecht zu handeln, dann (nur) eine oder was eure rechte Hand besitzt. Das ist eher geeignet, dass ihr nicht ungerecht seid." [an-Nişā` 4:3].

Und weil der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, mehr als eine Frau heiratete und Allah gesagt hat: "Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild […]." [al-Aĥzāb 33:21].

Einige der Gefährten des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, haben gesagt: „Was mich betrifft, so werde ich kein Fleisch essen", und ein anderer sagte, „Was mich betrifft, so werde ich (die ganze Nacht) beten und (darin) niemals schlafen", ein anderer sagte, „Was mich betrifft, so werde ich (jeden Tag) fasten und nie brechen" und ein anderer sagte, „Was mich betrifft, so werde ich nie Frauen heiraten." Als diese Nachricht von ihnen zum Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gelangt war, hielt er den Menschen eine Predigt. Er lobpreiste Allah und sagte dann: „Seid ihr es, die das und das gesagt haben? Bei Allah! Was mich betrifft, so fürchte ich Allah mehr als alle und ich habe mehr Wissen als alle, aber ich faste und breche es, und ich bete in der Nacht und schlafe, und ich esse Fleisch und heirate Frauen. Derjenige, der meiner Şunnah nicht folgt, ist nicht von mir.“

Diese großen Worte des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, umfassen sowohl die Ehe mit einer Frau und die Mehrehe.

[„Madjallat al-Balāĝ”, Frage: 1015; „Fatāwah ’Ulamā` al-Ballad al-Ĥarām”, S. 386].

Und Allah weiß es am besten.

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