Wie wird der Ĝuşl (Ganzkörperwaschung) vollzogen?

Frage:

Wie wird der Ĝuşl vollzogen?

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

„Der Ĝuşl kann auf zwei Art und Weisen vollzogen werden:

Erste Variante:          Diese Art und Weise stellt die obligatorischen Bestandteile des Ĝuşls dar, was bedeutet, dass alle Stellen des Körpers vom Wasser erreicht werden müssen. Dazu gehört auch das Ausspülen des Mundes und der Nase. Wenn eine Person seinen gesamten Körper mit Wasser ausgespült hat - auf die Art und Weise die er mag - hat er damit die große Verunreinigung (al-Ĥadath al-Akbar)1 beseitigt und sich richtig gereinigt. Denn Allah sagt (sinngemäß): "Und wenn ihr im Zustand der Djanābah seid, dann reinigt euch."2

Zweite Variante:       Die vollkommene Art und Weise den Ĝuşl durchzuführen, so wie ihn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, vollzogen hat. Wenn er den Ĝuşl im Falle von Djanābah vollziehen will, soll er zuerst die Hände waschen. Dann wäscht er seine Genitalien und alle Stellen, die von der Djanābah beschmutzt wurden. Danach vollzieht er die gesamte rituelle Gebetswaschung (Wudū`) und wäscht dann dreimal seinen Kopf mit Wasser. Danach wäscht er den Rest seines Körpers. Dies ist die Art und Weise, wie der vollkommene Ĝuşl durchgeführt wird.“

 

„Fatāwā Arkān al-Işlām“ S. 248 von Scheich Muĥammad Ibn ‘Uthaimīn

 

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[1]  Anm. des Übersetzers:               Zu „Ĥadath al-Akbar“ (große Verunreinigung) gehört der Zustand der Djanābah. Dies ist ein Zustand, in dem man sich nach dem Geschlechtsverkehr befindet, bzw. wenn man Samenfluss hatte (arab. Maniy) – auch wenn dieser im Schlaf geschieht. Für eine Frau gilt das entsprechende, wenn sie im Schlaf eine entsprechende Flüssigkeit ausstößt. Danach muss man eine Ganzkörperwaschung (arab. al-Ĝuşl) vornehmen. Zu „Ĥadath al-Aşĝar“ (kleine Verunreinigung) gehört: Windabgang, Urinieren, Stuhlgang, tiefer Schlaf, Berühren des Intimbereichs und das Essen von Kamelfleisch.

[2]  Al-Mā`idah 5:6

Wie sagt jemand die Başmalah (Bişmillāhi r-Raĥmāni r-Raĥīm), wenn er im Badezimmer/Toilette ist?

 


Frage:

Wie sagt jemand die Başmalah (Bişmillāhi r-Raĥmāni r-Raĥīm), wenn er im Badezimmer/Toilette ist?

 

Antwort:

Wenn jemand im Badezimmer/auf der Toilette ist, sagt er die Başmalah mit dem Herzen, nicht (ausgesprochen) mit der Zunge, denn die Meinung, dass das Aussprechen beim Wudū` und Ĝuşl Pflicht ist, ist nicht stark. Darüber sagte Imām Aĥmad: „Es ist zum Thema Başmalah aussprechen beim Wudū` nichts Şaĥīĥ vom Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, überliefert.“

Und deshalb ist der Standpunkt des Verfassers des Buches „Al-Murni“ (Ibn Qudāmah) und anderer, dass die Başmalah auszusprechen nicht Pflicht (Wādjib), sondern Şunnah ist.

 

[Aus dem Buch Fatāwā fī  ş-Şalah wa t-Tahārah vom ehrenwerten Scheich al-‘Uthaimīn, Fatwā Nr. 30]

 

Wie oft kann die Waschung in jedem Wudū`-Abschnitt wiederholt werden und warum hat der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – einmal in Seide gebetet?

 


Frage:

Salamu’aleikum ewige Bewohner des Paradieses. Ich habe eine Bitte an euch. Und zwar, könntet ihr mir vielleicht diese Ĥadīthe genauer erläutern, weil ich sie nicht ganz verstehe?

Erster Ĥadīth: Ibn ’Abbāş berichtete: „Der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – wusch sich jeweils nur einmal in jedem Wudū`-Abschnitt.“ [Şaĥīĥ al-Buchārī Nr. 015]

Zweiter Ĥadīth: „’Abdullah Ibn Zaid berichtete, dass der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sich jeweils zweimal in jedem Wudū`-Abschnitt wusch.[Şaĥīĥ al-Buchārī Nr. 158]

Dritter Ĥadīth: ’Uqbah Ibn ’Āmir berichtete: „Dem Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – wurde ein seidenes Kleidungsstück geschenkt, das er sich auch anzog und darin betete es  geschah aber, dass er wegging, dieses von sich in der Weise heftig entfernte, wie wenn man etwas für hassenswert hält, und sagte: „Dies ist nicht für die Gottesfürchtigen.“ [Şaĥīĥ al-Buchārī Nr. 0375]

Liebe Brüder. Was ich nicht an dem 1. und 2. Ĥadīth verstehe ist, warum hat der Prophet sich erst 1-mal und dann 2-mal pro Wudū`-Abschnitt gewaschen? Und bei dem 3. Ĥadīth verstehe ich nicht warum der Prophet erst das seidene Kleidungsstück angezogen und darin gebetet hat und dann erst abgelegt hat. Oder hat er das deswegen angezogen, da es für die Muslime noch zu der Zeit nicht verboten war und hat dann entschieden, dass es nicht für einen muslimischen Mann erlaubt sei. Ich bitte euch mir mit der Hilfe Allahs die Ĥadīthe zu erläutern. Möge Allah uns alle rechtleiten und helfen.

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Erstens:          Lieber Bruder. Es ist über den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – zahlreiche Ĥadīthe überliefert worden, wo darin seine rituelle Gebetswaschung (Wudū`) beschrieben wurde. In einigen dieser Überlieferung wusch sich der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – jeweils einmal in jedem Wudū`-Abschnitt, in manchen zweimal und in manchen dreimal. In anderen Überlieferung wusch er sich sogar in jedem Wudū`-Abschnitt anders, wie in diesem authentischen Ĥadīth:

 Über ‘Amr Ibn Yaĥyah al-Māzinī ist überliefert, das er über seinen Vater überliefert hat, dass dieser sagte: „Ich war anwesend, als ‘Amr Ibn Abī l-Ĥaşşan, ‘Abdullah Ibn Zaid nach der Gebetswaschung des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – gefragt hat. Er ließ sich daraufhin eine Schale mit Wasser bringen und verrichtete für sie damit die Gebetswaschung des Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken. Er kippte dabei Wasser in seine Handkellen und wusch sie dreimal. Danach führte er seine Hand in die Wasserschale, nahm Wasser und wusch seinen Mund und seine Nase wobei er dafür nur drei Handvoll Wasser benutzte. Danach führte er seine Hand in die Wasserschale, nahm Wasser und wusch sein Gesicht dreimal. Danach führte er seine Hand in die Wasserschale und wusch seine Unterarme bis zum Ellenbogen zweimal. Danach führte er seine Hände in die Wasserschale und strich über seinen Kopf. Dabei bewegte er seine Hände vorwärts und rückwärts. Danach wusch er seine Füße.“

Hier sah ‘Abdullah Ibn Zaid, dass der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – seinen Wudū` wie folgt verrichtet hat: Hände dreimal, Mund und Nase dreimal, Gesicht dreimal, Unterarme zweimal, Kopf  inklusive Ohren einmal und Füße dreimal.

Wie können wir nun diese zahlreichen Varianten in Einklang bringen? Das, was wir hieraus verstehen können ist, dass alle Varianten stimmen und somit erlaubt sind. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat alle Varianten angewandt. Die Körperteile, wie Hände, Mund, Nase, Gesicht, Untername und Füße müssen mindestens einmal und dürfen höchstens dreimal gewaschen werden. Man kann auch von einem Körperteil zum anderen variieren, wie zum Beispiel: Hände dreimal, Mund und Nase einmal, Gesicht zweimal, Unterarme dreimal, und Füße einmal. Der Kopf inklusive Ohren darf jedoch nur einmal gewaschen werden.

Die Variante jedoch, die der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – am häufigsten angewandt hat, ist die mit drei Wiederholungen in jedem Wudū`-Abschnitt.

Zweitens:        Der Ĥadīth: „Dem Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – wurde ein seidenes Kleidungsstück geschenkt, das er sich auch anzog und darin betete es geschah aber, dass er wegging, dieses von sich in der Weise heftig entfernte, wie wenn man etwas für hassenswert hält, und sagte: „Dies ist nicht für die Gottesfürchtigen.“

Was deine Frage im Bezug auf diesen Ĥadīth anbetrifft, so haben die Gelehrten folgendes dazu gesagt: „Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – betete in diesem Kleidungsstück zu einer Zeit, in der das Tragen von Seide für Männer noch nicht verboten war. Dies belegt auch der folgende Ĥadīth von Djābir, den Muşlim verzeichnet hat, wo es darin heißt: „Er betete in einem seidenen Kleidungsstück und entfernte es danach sofort. Dann sagte er: „Djibril kam zu mir und hat es mir verboten.““

Was seine Aussage, „Dies ist nicht für die Gottesfürchtigen“, anbetrifft, so sind hier die Muslime damit gemeint, die sich davor fürchten, in Unglaube zu fallen und die sich deshalb vom Unglauben entfernt haben. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat dieses seidige Kleidungsstück mit dieser Heftigkeit entfernt, da es für die muslimischen Männer in diesem Augenblick verboten wurde. Das war der Anfang dieses Verbots.

 

Und Allah weiß es am besten.

Was ist das Urteil über das Urinieren im Stehen?

 


Frage:

Was ist das Urteil über das Urinieren im Stehen?

 

Antwort:

Das Urinieren im Stehen ist unter zwei Bedingungen erlaubt:

Dass man sicher ist, nicht vom Urin beschmutzt zu werden.

Dass man sicher ist, dass niemand die ‘Aurah sehen kann.

 

[Aus dem Buch „Fatāwah fī ş-Şalah wa t-Tahārah“ von Scheich al-‘Uthaimīn, Fatwa Nr. 26]

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