Spaß, Scherze und Humor

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten. Er, Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und Allvergebende. Ich bezeuge, dass es keinen anbetungswürdigen Gott gibt außer Allah allein, Der ohne ebenbürtigen Partner ist. Ihm gehört die Herrschaft, und Ihm gehört alles Lob, und Er hat zu allem die Macht. Und ich bezeuge, dass Muĥammad Sein Diener und Gesandter ist, der Frohbote und Warner und die lichtspendende Leuchte, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ihm, seiner Familie und all seinen Gefährten, solange, bis der Tag der Auferstehung anbricht.

Um fortzufahren:

Spaß und Humor sind Dinge, die die Seelen mögen. Sie entfachen Energie und das Interesse, die Arbeiten mit Fleiß und Dynamik zu bewerkstelligen. Es ist nichts dabei, solange dieser Spaß an die Zügeln der islamischen Rechtslehre (Scharī‘ah) gebunden ist und daraus kein Schaden hervorgeht. Im Gegenteil, Spaß ist sogar gefragt und erwünscht. Denn die Seelen werden von Verstimmungen und Langeweile befallen. Deshalb brauchen sie Augenblicke der Erholung. Nichts weist so sehr auf die Wichtigkeit des Spaßmachens und das Bedürfnis danach, wie das, worauf sich der Führer der Geschöpfe und Siegel der Propheten befand. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat stets mit seinen Gefährten Spaß gemacht und mit seinen Angehörigen geschmerzt. Dabei widmete er sich auch den Kleinen zu und hat auch ihnen einen Teil seiner Zeit gewidmet. Er hat sie mit dem behandelt, was sie verstehen konnten.

Von Annaş Ibn Mālik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, wird berichtet, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, zu ihm gesagt hat: „Oh du mit den zwei Ohren.“1

Eines Tages kam ein Mann zum Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, und sagte: „Oh Gesandter Allahs, tragt mich.“ Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, antwortete: „Wir werden dich auf ein Kameljungen tragen.“ Der Mann erwiderte: „Was soll ich mit einem Kameljungen?“ Daraufhin sagte der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken: „Gibt es denn ein Kamel, das nicht von einer Kamelstute geworfen wurde (und somit ein Kameljunge ist)?“2

Von Annaş wird berichtet, dass er sagte: „Was guten Charakter betrifft, so war der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, von allen Menschen der beste. Ich hatte einen Bruder gehabt, der Abū ‘Umair hieß. Immer, wenn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, kam sagte er: „Oh Abū ‘Umair, was macht an-Nuĝair.““3 An-Nuĝair war ein kleiner Vogel gewesen, mit dem er gespielt hatte.

Eines Tages schlug der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, einen Gefährten leicht mit einem Stock, das er in seiner Hand hielt, weil er mit ihm scherzen wollte. Von Uşaid Ibn Ĥudair wird berichtet, dass er sagte: „Als ich mit Leuten sprach, mit ihnen Spaß machte und sie zum Lachen brachte, schlug mich der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, auf meine Hüfte leicht mit einem Stock. Ich sagte zu ihm: „Lass mich es dir heimzahlen.“ Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Dann mach.“ Ich sagte: „Du trägst aber ein Hemd, ich hingegen habe keins getragen.“ Daraufhin hob der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sein Hemd an. Ich umarmte ihn und küsste ihn auf sein Bauch und sagte: „Oh Gesandter Allahs, nur das wollte ich.““4

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, lächelte stets seine Gefährten an und sprach mit ihnen auf schöne Art und Weise. Er hörte sich ihre Probleme an und half ihnen. Von Djarīr, Allahs Wohlgefallen auf ihm, wird berichtet, dass er sagte: „Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat mich nie abgewiesen, seitdem ich Muslim geworden war, und wenn er mich sah, lächelte er mich an. Ich beschwerte mich einmal bei ihm, dass ich nicht fest sitzen könne, wenn ich auf ein Pferd reite. Daraufhin schlug er mir mit der Hand auf die Brust und sagte: „O Allah, festige ihn. Leite ihn recht und mach ihn zur Rechtleitung anderer.“5

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, scherzte stets mit seinen Angehörigen. Şahl Ibn Şa`d, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, begab sich nach dem Haus Fātimahs, fand ‘Alīaber nicht. Er fragte sie: „Wo ist dein Vetter?“ Sie erwiderte: „Wir hatten einen Ehestreit, auf Grund dessen er mir zürnte und sich entfernte, ohne wie sonst seinen Mittagsschlaf hier zu halten.“ Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, beauftragte einen Mann, ‘Alīzu suchen. Wenig später kam dieser Mann zurück und sagte: „O Gesandter Allahs, ‘Alīliegt in der Moschee. Der Gesandte, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ging in die Moschee, und fand ‘Alīdort liegend. Sein Obergewand war aufgegangen, ein Teil seiner Seite war entblößt und vom Staub der Moschee bedeckt. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, begann, den Staub von ihm abzuwischen, und sagte ihm liebenswürdig: „Steh auf, Abūt-Turāb, steh auf, Abūt-Turāb (Vater des Staubs).“6

Annaş erzählt, dass ein Beduine namens Zāhir pflegte, dem Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ein beduinisches Geschenk zu holen, während der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ihm mit nötigem Vorrat auszustatten pflegte, wenn er weggehen wollte. Deshalb sagte der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken: „Zāhir ist unser Nomade und wir sind seine Städter.“ Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, kam an ihn eines Tages von der Rückenseite heran, als er einige Sachen auf dem Markt verkaufen wollte. Er umarmte ihn von hinten, so dass Zāhir ihn nicht sehen konnte. Zāhir fragte: „Wer ist das? Lass mich los!“ Als er sich ein bisschen drehte, erkannte er die Hand des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken. Da rieb er seinen Rücken noch mehr an die Brust des Propheten. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, scherzte mit ihm, indem er sagte: „Wer kauft diesen Sklaven?“ Zaher sagte: „Dann findet er in ihm ein flaues Geschäft.“ Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte darauf: „Du bist aber bei Allah nicht flau. Du bist bei Allah teuer.”7

Zweifellos steckt im Scherzen, das Langeweile und Verstimmung abwendet und die Runde angenehmer macht, viel Gutes. Ibn Taimiyah, möge Allah mit ihm gnädig sein, hat gesagt: „Derjenige, der sich das schöne Erlaubte als Mittel nimmt, um damit die Wahrheit zu stärken, der hat eine rechtschaffene Tat verrichtet.“ Einige Gelehrte haben das Scherzen zur Männlichkeit und guter Kameradschaft gezählt. Doch hat das Scherzen zweifellos auch Regeln. Dazu gehören folgende:

1. Es darf kein Spott über die Religion enthalten.

Denn dies ist eines der Dinge, die eine Person aus dem Islam ausschließen. Allah sagt (sinngemäß): "Und wenn du sie fragst, werden sie ganz gewiss sagen: „Wir haben nur (schweifende) Gespräche geführt und gescherzt.“ Sag: Habt ihr euch denn über Allah und Seine Zeichen und Seinen Gesandten lustig gemacht? Entschuldigt euch nicht! Ihr seid ja ungläubig geworden, nachdem ihr den Glauben (angenommen) hattet."8

Ibn Taimiyah, möge Allah mit ihm barmherzig sein, sagte: „Das sich lustig machen über Allah, Seinen Zeichen und Seinem Gesandten ist Kuffr (Unglaube). Derjenige, der dieses tut, wird zum Ungläubigen, nachdem er geglaubt hatte.“

Das gleiche gilt auch für das sich lustig machen über einige Dinge aus der Şunnah. Dies ist eine Handlung, die weit verbreitet ist, wie zum Beispiel das sich lustig machen über den Bart, über den Schleier (arab. Ĥidjāb) oder das Kürzen der Gewänder, etc.

Scheich Muĥammad Ibn ‘Uthaimīn sagte in „al-Madjmū‘ ath-Thamīn“ (1/63): „Die Angelegenheiten der Herrschaft Allahs, das Prophetentum, die Offenbarung und die Religion sind Dinge, denen Respekt und Achtung entgegengebracht werden muss. Es ist für niemanden zulässig, ihnen gegenüber respektlos zu sein, weder indem man darüber spottet, andere auf ihre Kosten zum Lachen bringt oder sich selbst darüber lustig macht. Derjenige, der das tut, ist ein Ungläubiger (arab. Kāfir), denn dies zeichnet seine Respektlosigkeit gegenüber Allah, Seinen Gesandten, Seine Bücher und Seine Gesetze. Derjenige, der das getan hat, muss bei Allah für das, was er getan hat, bereuen, denn dies ist eine Art von Heuchelei. So hat er bei Allah zu bereuen und nach Vergebung zu suchen. Er muss das wieder gutmachen, was er angerichtet hat. Er soll Allah fürchten, Ihn verehren und lieben. Und Allah ist die Quelle der Kraft.“

2. Die Witze sollten der Wahrheit entsprechen.

Der Prophet, möge Allah ihn loben und heil schenken, sagte: „Wehe dem, der lügt, um andere zum Lachen zu bringen, wehe ihm.“9

Der Prophet, möge Allah ihn loben und heil schenken, sagte auch, um uns vor dieser Art von Verhalten zu warnen, das bei einigen Spaßvögeln zur Gewohnheit geworden ist: „Ein Mann kann etwas sagen, um seine Leute zum Lachen zu bringen, sodass er dadurch in die Hölle fallen wird, tiefer als die Entfernung zur den Plejaden.“10

3. Es darf die Leute nicht erschrecken oder einschüchtern.

Besonders diejenigen, die sehr energisch oder stark sind, oder im Besitz einer Waffe oder ein Stück Eisens sind oder die Dunkelheit und die Schwächen der Menschen zu ihrem Vorteil nutzen können, all das sind Mittel die dazu genutzt werden können, andere einzuschüchtern. Es wird überliefert, dass AbūLailāsagte: „Die Gefährten von Muĥammad, möge Allah ihn loben und Heil schenken, haben uns berichtet, dass sie sich mit dem Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, auf Reise befanden und ein Mann unter ihnen einschlief. Einige von ihnen haben ein Seil genommen und fesselten ihn, worauf er Angst bekam. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Es ist nicht zulässig, dass ein Muslim einen anderen Muslim erschreckt.“11

4. Das Spotten über Menschen durch Gesten oder abfällige Bemerkungen.

Menschen unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit, Dinge zu verstehen und in ihren Charakteren. Einige schwache Menschen, die zu den Leuten gehören, die über andere durch Gesten oder abfällige Bemerkungen spotten, können eine Person finden und ihn zur Zielscheibe ihrer Späße machen – möge Allah uns davor bewahren. Der erhabene Allah hat jedoch solch ein Verhalten im folgenden Vers verboten: "O die ihr glaubt, die einen sollen nicht über die anderen spotten, vielleicht sind eben diese besser als sie. Auch sollen nicht Frauen über andere Frauen (spotten), vielleicht sind eben diese besser als sie. Und beleidigt euch nicht gegenseitig durch Gesten und bewerft euch nicht gegenseitig mit (hässlichen) Beinamen. Wie schlimm ist die Bezeichnung „Frevel“ nach (der Bezeichnung) „Glaube“! Und wer nicht bereut, das sind die Ungerechten."12

Ibn Kathīr sagte in seinem Taffşīr: „Das, was hier damit gemeint ist, ist das Erniedrigen, Verachtung und Spotten anderer. Dies ist verboten (arab. Ĥarām) und wird als eines der Merkmale der Heuchler gezählt.“

Einige Leute machen sich über das Aussehen einer Person, die Art seines Gehens oder über sein Fahrzeug lustig. Es ist zu befürchten, dass Allah denjenigen bestrafen wird, der über andere spottet. Denn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Richte deine Schadenfreude nicht gegen dein Bruder, denn Allah kann mit ihm barmherzig sein und dich mit einer Heimsuchung prüfen.“13

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, warnte vor spöttischen Menschen, die die Gefühle anderer verletzen, denn das ist der Weg, der zu Hass und Groll führt. Er, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Ein Muslim ist der Bruder jedes Muslims: Er fügt ihm kein Unrecht zu, er verachtet ihn nicht und er lässt ihn nicht im Stich. Die Gottesfurcht (arab. Taqwā) ist hier (im Herzen).“ Dabei zeigte er dreimal auf seine Brust. „Es ist schlimm genug, wenn jemand seinen muslimischen Bruder verächtlich behandelt. Blut, Besitz und Ehre eines jeden Muslims sind für einen anderen Muslim verboten (arab. ĥarām).“14

5. Das Scherzen sollte nicht übermäßig sein.

Einige Leute scherzen zu viel, sodass es bei ihnen zur Gewohnheit wurde. Das ist das Gegenteil zur Ernsthaftigkeit, die charakteristisch für die Gläubigen ist. Das Scherzen ist eine Auszeit und eine Berechtigung, um Ernsthaftigkeit und Streben fortzusetzen, es trägt also ein wenig zur Entspannung der Seele bei. ‘Ummar Ibn ‘Abdul-‘Azīz, möge Allah mit ihm barmherzig sein, sagte: „Fürchtet euch vor dem übermäßigen Scherzen, denn es ist eine Torheit und erzeugt Groll.“

Imām al-Nawawī, möge Allah mit ihm barmherzig sein, sagte: „Die Art des Scherzens, das verboten ist, ist das was übertrieben und anhaltend ist, denn sie führt zu viel Gelächter und Verhärtung des Herzens. Es lenkt außerdem vom Gedenken Allahs ab und führt oft zu Kränkungen, Hass und Respektlosigkeit gegenüber anderen. Wer jedoch sicher ist vor solchen Gefahren, für ihn ist das zulässig, was der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, zu tun pflegten.“

6. Wissend sein bezüglich der Grenzen der Menschen.

Manche Menschen scherzen mit jedem, ohne dabei Rücksicht zu nehmen. Die Gelehrten, die Erwachsenen und ältere Menschen haben Rechte. Man muss auch über den Charakter des anderen, mit dem man es gerade zu tun hat, wissend sein. Man sollte nicht mit unwissenden Leuten scherzen, mit Narren oder Menschen, die man nicht kennt.

In Bezug auf diese Angelegenheit sagte ‘Ummar Ibn ‘Abdul-‘Azīz: „Fürchtet das Scherzen, denn es untergräbt die Männlichkeit.“

Şa‘d Ibn AbīWaqqāşsagte: „Setz dir ein Limit für deine Scherze, denn die Maßlosigkeit lässt Respekt dahinschwinden und stachelt die Törichten gegen dich auf.“

7. Das Maß fürs Scherzen sollte der Menge an Salz im Essen gleichen.

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Lacht nicht so viel, denn das viele Lachen tötet das Herz.“15

‘Ummar Ibn al-Khattāb, Allahs Wohlgefallen auf ihm, sagte: „Wer zu viel lacht, dessen Ansehen wird weniger, und wer zu viel scherzt, der wird nicht mehr ernst genommen, und wer mit einer Sache übertreibt, wird für diese Sache bekannt sein.“

8. Es darf keine Verleumdung sein.

Dies ist eine schlimme Krankheit. Einige Leute denken, dass sie lediglich über andere erzählen, Aber auf eine witzige Art und Weise. Doch sind sie in dem Ĥadīth des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gemeint, als er gesagt hat: „(Verleumdung ist), dass du über deinen Bruder etwas sagst, was er nicht mag.“16

9. Die Auswahl der geeigneten Zeit zum Scherzen.

Zum Beispiel, wenn du einen Ausflug in die Landschaft unternimmst oder an einer Feier am Abend teilnimmst oder wenn du einen Freund triffst. Dann kann man entspannen und einige sanfte Scherze, nette Geschichten oder Witze machen, um die Freundschaft zu festigen und um das Herz zu erfreuen. Vor allem, wenn Probleme in der Familie ihren Tribut fordern und einer der Ehegatten wütend ist, hier können einige sanfte Scherze diese Spannung lösen und entlasten.

Liebe Muslime! Ein Mann sagte zu Şufyān Ibn ‘Uyaynah, möge Allah mit ihm barmherzig sein: „Das Scherzen ist nicht richtig.“ Er antwortete: "Im Gegenteil, es ist sogar Şunnah, doch nur für den, der damit umzugehen weiß und es zu passender Zeit einbringt.“

Obwohl die islamische Gemeinschaft (arab. Ummah) in der heutigen Zeit die Liebe zwischen den einzelnen Mitgliedern erhöhen und die Langeweile lindern muss, ist sie in Bezug auf Entspannung, Lachen und Scherzen zu weit gegangen. Dies wurde nun zur Gewohnheit, die ihre Versammlungen und ihre Zeit füllen. Ihr Leben wird dadurch vergeudet und ihre Zeitungen mit Witzen und Anekdoten gefüllt.

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Wenn ihr das wüsstet, was ich weiß, dann würdet gewiss nur wenig lachen und viel weinen.“ In Fath al-Bārīheißt es: „Mit Wissen ist hier das gemeint, was mit der Macht Allahs und Seiner Rache an denen zu tun hat, die ihn missachten. Aber auch das Schrecken, das beim Tod eintritt, im Grab und am Tag der Auferstehung.“

Muslimische Männer und Frauen müssen dazu geneigt sein, gerechte und ernsthafte Freunde in ihrem Leben zu suchen, die ihnen dabei helfen, einen guten Nutzen aus ihrer Zeit zu ziehen und nach dem Willen Allahs mit Ernsthaftigkeit und Standhaftigkeit zu streben. Diese guten und rechtschaffenen Menschen sind es, deren Beispiel sie folgen sollten. Bilāl Ibn Şa‘d sagte: „Ich sah sie (die Şaĥābah), wie sie ihren Angelegenheiten intensiv nachgingen und miteinander lachten. Doch wenn die Nacht kam, waren sie wie Mönche.“

Ibn ‘Ummar, Allahs Wohlgefallen auf ihm, wurde gefragt: „Haben die Gefährten des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gelacht?“ Er sagte: „Ja und der Glaube in ihren Herzen glich Berge.“

Das sind die Menschen, die ihr euch als Beispiel nehmen solltet, bei Tag waren sie Ritter und in der Nacht Mönche (d.h. jene, die sich der Anbeter völlig gewidmet haben).

Möge Allah uns und unseren Eltern zu denen machen, die am Tag des größten Schreckens, sicher sind und zu denen an diesem großen Tag gesagt wird: "Geht in den (Paradies)garten ein! Über euch soll keine Furcht kommen, noch sollt ihr traurig sein."17

Möge Allah unseren Propheten Muĥammad loben und Heil schenken, ihm, seiner Familie und all seinen Gefährten.

 

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1 Verzeichnet bei Abū Dāwūd und at-Tirmidhī und von al-Albānī als authentisch gestuft

2 Verzeichnet bei Aĥmad und Abū Dāwūd und von al-Albānī als authentisch gestuft

3 Verzeichnet bei Bukhārī und Muşlim

4 Verzeichnet bei Abū Dāwūd und von al-Albānī als authentisch gestuft

5 Verzeichnet bei Bukhārī

6 Verzeichnet bei Bukhārī und Muşlim

7 Verzeichnet bei Aĥmad 12187

8 At-Taubah 9:65-66

9 Verzeichnet bei Abū Dāwūd

10 Verzeichnet bei Aĥmad

11 Verzeichnet bei Abū Dāwūd

12 Al-Ĥudjurāt 49:11

13 Verzeichnet bei at-Tirmidhī

14 Verzeichnet bei Muşlim

15 Şaĥīĥ al-Djāmi‘, 7312

16 Verzeichnet bei Muşlim

17 Al-A‘rāf 7:49

Eine ermahnende Predigt

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten. Er, Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und Allvergebende. Ich bezeuge, dass es keinen anbetungswürdigen Gott gibt außer Allah allein, Der ohne ebenbürtigen Partner ist. Ihm gehört die Herrschaft, und Ihm gehört alles Lob, und Er hat zu allem die Macht. Und ich bezeuge, dass Muĥammad Sein Diener und Gesandter ist, der Frohbote und Warner und die lichtspendende Leuchte, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ihm, seiner Familie und all seinen Gefährten, solange, bis der Tag der Auferstehung anbricht.

Um fortzufahren:

Oh ihr Menschen! Fürchtet Allah und denkt über euer Diesseits und Jenseits nach. Und wisset, dass ihr weder zum sinnlosen Spiel erschaffen wurdet noch werdet ihr außer Acht gelassen. Euch gehören zwei Wohnstätten, eine Wohnstätte, die ihr passieren und verlassen werden, was ja das Diesseits ist und eine Wohnstätte, wo ihr als Lohn verbleiben werdet, was ja das Jenseits ist. Versorgt euch deshalb im Diesseits mit genug Reisevorrat für das Jenseits. Denn heute ist ein Tag des Arbeitens und nicht des Ablegens von Rechenschaft. Doch morgen schon wird man Rechenschaft ablegen müssen und es wird keine Möglichkeit mehr geben, rechtschaffene Werke zu verrichten. Der Diener wird an diesem Tag sich selbst bezichtigen, weil er diesem Gericht ohne rechtschaffene Werke gegenübergetreten ist.

"[…] An jenem Tag wird der Mensch bedenken. Wie soll ihm dann die Selbstbesinnung (nützen)? Er wird sagen: „O hätte ich doch für mein (jenseitiges) Leben (etwas) vorausgeschickt!“"[1] Er bittet darum, in seine alte Welt zurückgebracht zu werden, um das nachzuholen, was er damals versäumt hat, doch dies wird für ihn nicht mehr möglich sein: "Wenn dann der Tod zu einem von ihnen kommt, sagt er: „Mein Herr, bringt mich zurück, auf dass ich rechtschaffen handele in dem, was ich hinterlassen habe.“ Keineswegs! Es ist nur ein Wort, das er (so) sagt."[2]

O Diener Allahs! Haltet euch diese missliche Lage vor Augen und bereitet euch auf das Jenseits vor, bevor ihr in solch eine Lage gebracht werdet. Nutzt euer weltliches Leben aus für das, wozu ihr erschaffen wurdet, nämlich für die Anbetung Allahs und verschwendet es nicht mit Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit bezüglich den rechtschaffenen Werke und dem Befolgen der Gelüste, denn der Tod ist Nah und das Gericht wird gewaltig sein. Den Lohn für die eigenen Taten wird zwangsläufig jeder bekommen. "Und diejenigen, die Unrecht tun, werden erfahren, was für eine Rückkehr sie haben werden."[3]

Imām Ibn al-Qayyim, möge Allah mit ihm gnädig sein, hat gesagt: „Der erhabene Allah ist neben Seiner Wesensart als Schöpfer aller Dinge, auch mit Zufriedenheit und Zorn beschrieben, mit Gabe und Entzug, mit Schmälerung und Erhöhung, mit Barmherzigkeit und Vergeltung.

In Seiner Weisheit, Erhaben ist Er, hat Er denjenigen, die nach Seinem Wohlgefallen streben, sich Seinen Befehlen unterordnen und auf Seinem Weg schreiten, eine Wohnstätte erschaffen, was ja das Paradies ist. Er ließ dort all das sein, was wohlwollend ist. Er füllte es mit allem, was geliebt und erwünscht wird und was begehrenswert und köstlich ist. Er ließ dort all das Gute sein. Er ließ es zu einem Ort sein für all das Gute von den Geschöpfen, Eigenschaften und Aussagen.

Und Er schuf auch eine andere Wohnstätte für diejenigen, die nach den Gründen Seines Zorns und Seines Fluchs streben, jene, die ihre Angelegenheiten und ihr Glück Seinem Wohlgefallen vorziehen, die verschiedene Vergehen begehen und auf die Taten und Aussagen bestehen, die Er hasst. Es sind jene, die Ihm das zuschreiben, was Seiner nicht würdig ist und die das verleugnen, was die Gesandten über Ihn an vollkommenen Eigenschaften und erhabenen Attributen berichtet haben. Diese Wohnstätte ist die Hölle. In ihr befindet sich all das abscheuliche und ihr Verließ ist gefüllt mit allem, was Leid und Schmerz hervorbringt. Dort ließ Er all das Schlechte sein. Er ließ es zu einem Ort sein für all das Böse aus den Geschöpfen, Eigenschaften, Aussagen und Taten.

Diese zwei Wohnstätten, sind die Wohnstätte zum bleibenden Aufenthalt. Dann schuf Er noch eine dritte Wohnstätte, die als Hafen für diese zwei Wohnstätte dienen soll. Dort können sich all diejenigen mit Reiseproviant versorgen, die zu diesen zwei Wohnstätten reisen. Dies ist die weltliche Wohnstätte.

[…] Der erhabene Allah hat in dieser weltlichen Wohnstätte einige Zeichen Seiner Barmherzigkeit hervorgebracht, wie Früchte, Obst, all die guten Dinge, prächtige Kleidung, schönes Aussehen und all das, was die Seele wünscht und begehrt. Doch all dies ist nur ein Hauch von dem, was die Wohnstätte verbirgt, in der all das, und noch vieles mehr, in ihrer Vollkommenheit existiert. Wenn die Gläubigen nun all das sehen, was das Diesseits ihnen anbietet, erinnert sie dies lediglich an das, was dort im Jenseits an Gutem, an Freude und an lockeres Leben wartet, sodass sie ihre Ärmel dann hochkrempeln und sagen: „O Herr! Das wahre Leben ist das Leben im Jenseits.“ Der Anblick dieser irdischen Vorzüge weckt in sie nur noch mehr Entschlossenheit, Besorgnis und Fleiß, da Annehmlichkeiten wieder an andere Annehmlichkeiten erinnern. Wenn jemand von ihnen etwas sieht, was ihn beeindruckt und er deshalb begehrt, doch hat er keine Möglichkeit, dieses zu erlangen, sagt er zu dieser Sache: „Dein Verabredungsort ist das Paradies. Es dauert nur noch ein Nachmittag oder seinen dazugehörigen Vormittag.“ Das Vorhandensein all dieser Genüsse in dieser Welt, ist eine Barmherzigkeit des erhabenen Allahs, um dann Seine Diener in die Wohnstätte zu führen, die vollkommender ist als diese und damit sich dort mit Reiseproviant versorgen können. Sie dient also lediglich als Reiseproviant, als Überquerung, als Reiseführer und als eines der Zeichen Seiner Barmherzigkeit. Ein Gläubiger ist der, der von ihrem Anblick wachgerüttelt wird für das, was ihn noch erwartet. Es erregt seine tiefe Entschlossenheit für das jenseitige Leben. Seine Seele ist sein Feinschmecker. Wenn es etwas aus dieser Welt kostet, sehnt es sich nach etwas, was vollkommender ist als dieses, bis sie sich dann schließlich nach der beständigen Wonne sehnt, in der Nähe des edelmütigen Herrn.

Der erhabene Allah hat in dieser weltlichen Wohnstätte aber auch einige Zeichen Seines Zorns und Seiner Wut hervorgebracht, wie Bestrafung, Leid, Heimsuchung und unliebsame Individuen und Eigenschaften, um einen Hauch davon zu geben, was einen in der Wohnstätte des Elends erwartet. Dazu gehören auch die zwei Atem, im Sommer und Winter, die der erhabene Allah der Hölle gewährt hat.[4] Diese zwei Atemzüge haben ihre Auswirkungen auf diese irdische Welt und sind ein Beweis und eine Ermahnung zugleich. Der erhabene Allah wies auf diese Bedeutung hin und warnte davor, indem Er über das weltliche Feuer sagte: "Wir haben es ja zur Erinnerung (an das Höllenfeuer) und als Nießbrauch für die Wanderer gemacht."[5] Sie soll an das Jenseits erinnern und dient als Nießbrauch für die Wanderer, die ja die Reisenden ins Jenseits sind. Der erhabene Allah hat all Seine Diener als Wanderer bezeichnet und dass sie sich in dieser Welt lediglich auf der Durchreise befinden. Sie sind weder ansässig noch haben sie sich angesiedelt. […] Da das Gute dieser Welt mit ihrem Bösen vermischt ist, ihr Leid mit ihrer Erholung und ihre Wonne mit ihrer Bestrafung, hat Er, der ja der Weiseste derer ist, die richten, das Gute von ihr, von ihrem Bösen gelöst und schuf eigens dafür eine separate Wohnstätte, die ja eine reine Wohnstätte des Guten ist und für das Böse eine Wohnstätte, in der rein das Böse herrscht. Für diese irdische Welt schrieb Er Kombination und Vermischung vor und lies dann Unterscheidung und Befreiung folgen. Er machte zwischen diesen Gegensätzen eine Unterscheidung, indem Er zwei verschieden Wohnstätte schuf. Für jedes dieser Wohnstätte schuf Er auch das, was ihr entspricht und die Bewohner, die sie bewohnen werden. Er schuf in Seiner Barmherzigkeit die Gläubigen, die aufrichtig sind und in Seinem Zorn Seine Feinde, die ja die Ungläubigen sind.“

O ihr Diener Allahs, fürchtet Allah! Verschwendet euer Diesseits nicht mit Zerstreuung, Nachlässigkeit und das sich Widersetzen gegenüber der Gehorsamkeit Allahs, sodass ihr euer Jenseits dadurch verlieren werdet. Das Diesseits ist das Saatfeld des Jenseits. Wer darin Gehorsamkeit sät, wird am Jüngsten Tag Ehre ernten. Und wer darin Sünden sät, wird Verlust und Selbstbezichtigung ernten. Die unklugen Menschen machten diese Welt zu ihrer größten Sorge und zu ihrer einzigen Wissensquelle. Sie haben sich nur noch mit ihr beschäftigt, anstatt mit dem Jenseits. Somit haben sie sowohl das Diesseits als auch das Jenseits verloren. Die klugen Menschen hingegen, haben das Diesseits zum Reittier für das Jenseits gemacht und haben sich in ihr mit genügend Reiseproviant versorgt, indem sie rechtschaffene Werke verrichtet haben. Somit haben sie sowohl das Diesseits als auch das Jenseits gewonnen.

Liebe Muslime! Diese Welt wird nicht an sich getadelt und gelobt. Sie ist lediglich eine kostbare Zeit, ein Vorteil und eine Möglichkeit, die nützlich sind. Das, was getadelt oder gelobt wird, ist das Verhalten des Sohns Adams auf ihr. Derjenige, dessen Sorge kurzsichtig ist und diese Welt mit den Dingen genießt, die der erhabene Allah verboten hat, indem er seine kostbare Zeit vergeudet, dieser ist wahrlich der Tadelnswerte. Wer aber das Jenseits will und das Diesseits als Mittel wahrnimmt, um dorthin zu gelangen, indem er sich dort mit Reiseproviant versorgt, das ihm auch nutzt, der ist wahrlich der Lobenswerte.

Der erhabene Allah hat gesagt: "Wer immer das schnell Eintreffende will, dem gewähren Wir darin schnell, was Wir wollen – demjenigen, den Wir wollen; hierauf haben Wir für ihn die Hölle bestimmt, der er ausgesetzt sein wird, mit Vorwürfen behaftet und verstoßen. Wer das Jenseits will und sich darum bemüht, wie es ihm zusteht, wobei er gläubig ist, – denen wird für ihr Bemühen gedankt."[6] Ihr hört die Geschichten der Völker und Individuen, die vor euch waren und die sich mit dem Diesseits beschäftigt haben und das Jenseits vergaßen, wie ‘Ād, Thamūd, Pharao, Hāmān, Abū Djahl und Abū Lahabb. Wie war ihre Bestrafung im Diesseits gewesen und wie wird sie im Jenseits sein. Auch in eurer heutigen Zeit könnt ihr Völker und Menschen sehen, die diese Leute nachgeahmten haben und zugrunde gegangen sind. Der erhabene Allah hat gesagt: "(Es ist) wie mit denen, die vor euch waren. Sie hatten stärkere Kraft als ihr und mehr Besitz und Kinder. Sie genossen ihren Anteil, und dann habt ihr euren Anteil genossen, wie diejenigen, die vor euch waren, ihren Anteil genossen haben. Und ihr habt (schweifende) Gespräche geführt wie die Gespräche, die sie führten. Deren Werke werden im Diesseits und im Jenseits hinfällig. Das sind die Verlierer. Ist ihnen nicht die Kunde von denjenigen zugekommen, die vor ihnen waren, des Volkes Nūĥs, der ‘Ād und der Thamūd, des Volkes Ibrāhīms, der Bewohner von Madyan und der umgestürzten Städte? Ihre Gesandten kamen zu ihnen mit den klaren Beweisen. Nimmer ist es Allah, der ihnen Unrecht getan hat, sondern sie selbst haben sich Unrecht zugefügt."[7]

Scheich al-Işlām Ibn Taimiyah, möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte bezüglich diesen zwei Versen: „Der erhabene Allah hat gesagt: "Sie hatten stärkere Kraft als ihr und mehr Besitz und Kinder." Mit dieser Macht, die sie besaßen, hätten sie sowohl für das Diesseits als auch für das Jenseits arbeiten können. Und so auch im Bezug auf ihr Besitzt. Diese Macht, dieser Besitz und diese Kinder sind der Anteil und das Glück, was für den Menschen erschaffen und für ihn bestimmt wurde. Doch sie zogen es vor, ihren Anteil an Macht, Besitzt und Kinder ausgiebig in dieser Welt zu genießen. Hätten sie mit ihrer Tat, die sie mit dieser Macht vollbracht haben, das Angesicht Allah und das Jenseits gewollt, dann hätten sie dafür auch im Jenseits den Lohn erhalten. Hiermit ist jeder gemeint, der nur für das diesseitige Leben arbeitet. Der erhabene Allah hat diesen Genießern angedroht, indem Er sagte: "Deren Werke werden im Diesseits und im Jenseits hinfällig. Das sind die Verlierer."[8] Ihre Werke werden hinfällig sein, das bedeutet, sie werden vernichtet sein. Seht her, wie ihre Werke im Diesseits und im Jenseits hinfällig werden, sodass ihnen weder eine Welt noch eine Religion übrig bleiben wird: "Das ist der deutliche Verlust."

O ihr Diener Allahs, fürchtet deshalb Allah! Verliert nicht eure Religion, sodass ihr dann auch euer Diesseits und euer Jenseits verlieren werdet. Hört auf den Ruf eures Herrn, der gesagt hat: "O ihr Menschen, gewiss, Allahs Versprechen ist wahr. So soll euch das diesseitige Leben nicht täuschen, und nicht täuschen soll euch hinsichtlich Allahs der Täuscher. Gewiss, der Satan ist euch ein Feind; so nehmt ihn euch zum Feind. Er ruft ja seine Anhängerschaft nur dazu auf, zu den Insassen der Feuerglut zu gehören. Diejenigen, die ungläubig sind, für sie wird es strenge Strafe geben; und diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, für sie wird es Vergebung und großen Lohn geben."[9]

Wir bitten Allah, den Erhabenen und Allgewaltigen, Er möge uns allen vergeben und uns von allen Sünden fernhalten. Möge Allah uns den Glauben lieb machen und in unseren Herzen ausschmücken, und möge Er uns den Unglauben, den Frevel und den Ungehorsam verabscheuen lassen. Und möge Er uns zu denjenigen gehören lassen, die besonnen handeln.

 


[1]Al-Fadjr 89:23-24

[2]Al-Mu`minūn 23:99-100

[3]Asch-Schu’arā` 26:227

[4] Abu Hurairah, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Die Hölle klagte bei ihrem Gott und sagte: „O Gott! Einige Teile von mir haben die anderen Teile gefressen. So erlaube mir zwei Atmen. Ein Atem im Winter und ein Atem im Sommer.“ Das sind die höchste Hitze (im Sommer) und die höchste Kälte (im Winter).“

[5]Al-Wāqi’ah 56:73

[6]Al-Işrā` 17:18-19

[7]At-Taubah 9:69-70

[8]Al-Ĥadj 22:11

[9]Fātir 35:5-7

Die üble Nachrede (an-Namīmah)

Al-Buchārī und Muşlim haben über Ibn ’Abbāş überliefert, dass er folgendes berichtet hat: „Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ging an einem Friedhof in Medina - oder in Mekka - vorbei und hörte die Stimme von zwei Menschen, die in ihren Gräbern gepeinigt wurden. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Sie werden gepeinigt, und dabei geht es um schwerwiegende Taten. Einer von den beiden pflegte sich während des Urinierens nicht vor der Öffentlichkeit zu schützen, und der andere ging herum und verbreitete üble Nachrede über die anderen.“

Dieses Thema handelt über die Gefahr der Zunge und über ihre niederschmetternde Krankheit, die einem sogar die Bestraufung Allahs mit sich bringt. Zu diesen Krankheiten gehört die üble Nachrede (an-Namīmah). An-Namīmah bedeutet, dass das Gerede der Leute weitererzählt wird, um das Feuer des Hasses und der Feindseligkeit zwischen ihnen zu entfachen und um die Beziehung unter ihnen zu zerstören.  Der erhabene Allah verleumdete die Leute, die diese Tat begehen, als Er sagte: "Und gehorche keinem verächtlichen Schwörer, Verleumder, einem, der umhergeht, um üble Nachrede zu verbreiten […]."[1]

Das bedeutet, gehorche keinem verächtlichen Schwörer und höre ihm auch nicht zu, da er ständig schwört, obwohl er lügt. Außerdem auch keinem Verleumder oder jemandem, der umhergeht, um üble Nachrede zu verbreiten. Denn dieser geht bei den Menschen umher und zettelt Streitigkeiten unter ihnen an.

Die üble Nachrede (an-Namīmah) ist ein übler Charakter, da er Unheil schafft, Feindseligkeiten pflanzt und Gemeinschaften trennt. Er lässt die besten Freunde zu Feinde werden, Brüder zu Fremden und Eheleute zu Streitern. Dieses Übel – also das Übel der an-Namīmah – akzeptiert nur derjenige für sich, dessen Anstand bereits zerstört ist. Er wird zu einer Fliege, die überall Bakterien verteilt. Derjenige jedoch, der sich vor seinem Herrn fürchtet, der erlaubt seiner Seele nicht solch eine Charaktereigenschaft anzunehmen. Denn die üble Nachrede ist in all ihren Formen und Farben verboten (Ĥarām). Die schlimmste Form der üblen Nachrede ist diejenige, die zwischen Ehepaaren verbreitet wird, um Streit zwischen ihnen anzuzetteln. Diese üble Nachrede kann sogar dazu führen, dass sich ein Ehepaar scheiden lässt.

Wie oft hat die üble Nachrede rechtschaffenen Menschen schon Schaden zugefügt, als sie wegen ihr in Gefängnisse gesteckt wurden, nachdem sie in Sicherheit gelebt haben. Wie oft hat die üble Nachrede ihnen schon ihr Recht geraubt und sie in Problem gestützt. Wie oft hat schon die üble Nachrede Kindern und Frauen ihren Lebensunterhalt geraubt, ohne dass sie etwas getan haben.

Zu den Konsequenzen der üblen Nachrede gehört auch:

Sie hebt das Vertrauen vom Konkurrenten einer Ware oder einer Tätigkeit auf und stuft eine Person bei den Menschen von seiner eigentlichen Stellung ab. Die üble Nachrede gehört also zu den scheußlichsten Taten, die begangen werden können. Deshalb sagte der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, im Ĥadīth, den Aĥmad verzeichnet hat: „Die besten Diener Allahs sind jene, die wenn sie gesehen werden, Allah gedacht wird. Und die bösartigsten Diener Allahs sind jene, die umhergehen, um üble Nachrede zu verbreiten und jene, die zwischen Liebende trennen.“

Das bedeutet, dass es jene sind, die durch ihre üble Nachrede verantwortlich sind für Beschwernis, Härte, Unglück und Leid gegenüber Unschuldigen.

Derjenige also, der umhergeht, um üble Nachrede zu verbreiten, ist ein Feind der Liebe und ein Freund von Trennung und Uneinigkeit. Dieser soll sich jedoch mal selbst anschauen und sich fragen, ob er sein Inneres wirklich mit dieser üblen Nachrede befriedigen und seinen Durst nach Leid der Anderen stillen konnte? Glauben diese Ignoranten denn wirklich, dass sie eine gute Arbeit geleistet haben? Nein, bei Allah nicht! Wie viele Herzen haben sie bereits getrennt und wie viele Unschuldige haben sie mit ihren Worten, die durstig nach Abscheulichkeiten sind, getötet. Doch sie werden durch ihre Taten auch all die Lasten, Sünden und Fehltritte tragen werden.

Deshalb sollten diejenigen, die eiserne Zungen haben, gottesfürchtig sein und nur Gutes sprechen. Ihnen soll die Aussagen des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, genügen, der gesagt hat: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, der soll Gutes sprechen oder schweigen.“[2]

Deshalb liebe Muslime, wenn jemand zu euch kommt und euch mitteilt, dass der und der, das und das über euch gesagt hat, dann lehnt das ab, was er euch erzählt und verbietet ihm, solche Nachrichten zu verbreiten. Erinnere ihn an die Aussage des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, der gesagt hat: „Ein Verbreiter von üblen Nachreden wird nicht ins Paradies kommen!“[3]

Wir suchen Zuflucht bei Allah vor der üblen Nachrede und vor denen, die sie verbreiten.

Wenn ihr nun wisst, dass die üble Nachrede eine gefährliche Angelegenheit ist, die enormen Schaden und schmerzhaften Unheil mit sich bringt, dann sollte jeder von uns, wenn jemand zu ihm kommt und ihm erzählt, dass der und der, das und das über einen gesagt hat, an diese Dinge nicht glauben. Denn derjenige, der umhergeht, um üble Nachrede zu verbreiten, ist ein Frevler (Fāşiq). Der erhabene Allah sagte bezüglich Frevlern: "O ihr, die ihr glaubt, wenn ein Frevler euch eine Kunde bringt, so vergewissert euch (dessen), damit ihr nicht anderen Leuten in Unwissenheit ein Unrecht zufügt […]."[4]

Man muss solchen Verbreitern von übler Nachrede einen aufrichtigen Ratschlag (Naşīĥah) geben. Man muss sie an die Verse und Aĥādīthe erinnern, die über das Verbreiten von übler Nachrede handeln. Man muss ihnen den Schaden klar machen, den sie durch ihre Taten anrichten. Man muss sie dazu auffordern, über ihre Brüder nicht schlecht zu denken. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet häufigen Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde."[5]

Es wird über Ibn ’Ummar Ibn ’Abdul-’Azīz berichtet, dass eines Tages ein Mann zu ihm kam und über einen anderen redete. Ibn ’Ummar hat dann gesagt: „Wenn du möchtest, dann werden wir dieser Sache nachgehen. Wir werden dann feststellen, ob das, was du über ihn erzählt hast, auch der Wahrheit entspricht. Wenn du jedoch gelogen hast, dann gehörst du wahrlich zu denen, über die der erhabene Allah gesagt hat: "O ihr, die ihr glaubt, wenn ein Frevler euch eine Kunde bringt, so vergewissert euch (dessen) […]." Und wenn du die Wahrheit gesprochen hast, dann gehörst du zu denen, über die der erhabene Allah gesagt hat: "Und gehorche keinem verächtlichen Schwörer, Verleumder, einem, der umhergeht, um üble Nachrede zu verbreiten […]." Wenn du aber willst, dann vergeben wir dir.“ Der Mann sagte: „Dann vergebe mir, O Führer der Gläubigen. Ich werde so etwas nieder wieder tun.“

Wisse auch, dass derjenige, der über andere redet und dir ihre Geheimnisse preisgibt, genauso über dich reden kann und bei den anderen deine Geheimnisse preisgeben kann.

Es wird berichtet, dass Şulaimān Ibn ’Abdul-Malik eines Tages mit az-Zahri, möge Allah mit ihm gnädig sein, saß und ein Mann zu ihm kam. Şulaimān sagte zu ihm: „Mir ist zu Ohren gekommen, dass du über mich schlecht geredet hast, indem du das und das gesagt hast.“ Der Mann antwortete: „Das stimmt nicht. So etwas habe ich nie gesagt.“ Şulaimān antwortete: „Derjenige, der mir dies berichtet hat, ist ein ehrlicher Mann.“ Daraufhin sagte az-Zahri zu ihm: „Einer, der umhergeht, um üble Nachrede zu verbreiten, spricht nicht die Wahrheit.“ Şulaimān sagte dann zu diesem Mann: „Gehe in Frieden.“

Liebe Muslime. Achtet auf eure Zungen und vor dieser Tat, nämlich der üblen Nachrede. Helft einander nicht in Sünde und Übertretung, denn der erhabene Allah hat gesagt: "Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit; doch helft einander nicht in Sünde und Übertretung."[6]

Deswegen nannte es der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, auch: „Der Schneider. Ich sage nicht, dass er das Haar schneidet, sondern er zerschneidet die Religion.“

Ein Muslim sollte sich in den Dingen einsetzen, die die Muslime zusammenbringen und nicht trennen. Er sollte all das hassen, die die Gemeinschaft splittert und allen nur Schaden bringt. Ein Muslim sollte keine üble Nachrede verbreiten, nachdem er ja nun weiß, dass dies ein Grund ist für die Bestrafung im Grab. Denn der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat ja gesagt: „[…] und der andere ging herum und verbreitete üble Nachrede über die anderen.“

Möge Allah unsere Zungen vor der üblen Nachrede bewahren und uns standhaft in unserer Religion machen. Und Lob und Heil seien auf Seinen Gesandten.

 



[1]
al-Qalam 68:10f

[2] Şaĥīĥ al-Buchārī

[3] al-Buchārī und Muşlim

[4] al-Ĥudjurāt 49:6

[5] al-Ĥudjurāt 49:12

[6] al-Mā`idah 5:2

Die weitverbreiteten und unterschätzten Sünden (Teil 1)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten. Und Lob und Heil seien auf den edelsten Gesandten, unseren Propheten Muĥammad und auf seine Angehörigen und all seinen Gefährten.

Um fortzufahren:

O Diener Allahs! Der erhabene Allah hat uns Pflichten auferlegt, die wir nicht versäumen dürfen, Grenzen aufgezeigt, die wir nicht überschreiten sollen und Dinge verboten, die wir nicht begehen dürfen.

Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Das Erlaubte (ĥalāl) ist das, was Allah in Seinem Buch für erlaubt erklärt hat, und das Verbotene (ĥarām) ist das, was Allah in Seinem Buch für verboten erklärt hat. Über was Er aber geschwiegen hat, ist das, was Er begnadigt hat, so akzeptiert die Begnadigung von Allah, denn Allah ist nicht vergesslich. Dann rezitierte er den Vers: "Und dein Herr ist gewiss nicht vergesslich."[1][2]

Die Verbote bilden die Grenzen Allahs. Der erhabene Allah hat gesagt: "Dies sind Allahs Grenzen, so kommt ihnen nicht zu nahe!"[3] Der erhabene Allah hat demjenigen gedroht, der Seine Grenzen überschreitet und Seine Unantastbarkeit verletzt, indem Er, Erhaben ist Er, sagte: "Wer sich aber Allah und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Grenzen überschreitet, den lässt Er in ein Feuer eingehen, ewig darin zu bleiben; und für ihn gibt es schmachvolle Strafe."[4]

Das Unterlassen der Verbote ist Pflicht. Denn der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Was ich verboten habe, dessen enthaltet euch! Und was ich euch befohlen habe, das befolgt, so gut es euch möglich ist!“[5]

Das, was heutzutage leider bittere Realität ist, ist das manchen Menschen einige Verbote unterschätzen, wenn nicht alle Verbote. Sie gehen hin und begehen all diese Dinge, die Allah verboten hat und stützen sich dabei in ihrer abscheulichen Tat auf die uneingeschränkte Barmherzigkeit Allahs. Diese Menschen sollten eher Allah fürchten, denn die Gnade Allahs wird nicht dadurch erlangt, indem man unaufhörlich Sünden begeht. Andere wiederrum sagen, dass die Religion Erleichterung sei. Dies ist wohl wahr, doch ist hier mit dieser Aussage eine Unwahrheit beabsichtigt worden. Das Verständnis der Erleichterung in der Religion ist nicht den Gelüsten der Menschen untergeordnet, sondern dem, womit die islamische Rechtslehre (Scharī‘ah) gekommen ist.

Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Überschreiten der Grenzen Allahs und der Behauptung, dass der Islam doch mit Erleichterung gekommen ist – was er ja auch ohne Zweifel tat – und zwischen dem Nehmen mit islamisch rechtlichen Sonderregelungen, wie das Zusammenlegen und Verkürzen der Gebete für einen Reisenden, das Streichen über die Schuhe oder Socken bei der rituellen Gebetswaschung, der Tayammum sowohl im Falle des nichtvorhandensein von Wasser als auch bei der Angst diesen zu nutzen, das Verzehren von Aas, wenn eine Notwendigkeit herrscht und so weiter. Denn all dies sind Sonderregelungen und Erleichterungen, die der Gesetzgeber erlaubt hat.

Ein Muslim sollte wissen, dass hinter diesen Verboten eine Weisheit steckt. Zu dieser Weisheit gehört zum Beispiel auch, dass der erhabene Allah damit Seine Diener prüfen möchte, um zu sehen, wie sie sich verhalten werden und um zwischen den Höllenbewohnern und den Paradiesbewohnern deutlich zu unterscheiden. Denn die Höllenbewohner unterwerfen sich im Diesseits den Gelüsten und Trieben, die das Höllenfeuer umgeben und die Paradiesbewohner gedulden sich im Diesseits gegenüber den Erschwernissen, die das Paradies umgeben.

Gäbe es nicht diese Prüfungen, dann würde sich ein Sünder nicht von einem Gehorsamen unterscheiden. Die Leute des Glaubens (Ahlu l-Īmān) schauen auf diese Erschwernisse aus dem Blickwinkel des Erlangens von Lohn und dem sich Unterwerfen gegenüber den Befehlen Allahs, um damit Sein Wohlgefallen zu erlangen. Dadurch werden diese Erschwernisse für sie erträglich. Die Leute der Heuchelei (Ahlu n-Nifāq) hingegen, schauen auf diese Erschwernisse aus dem Blickwinkel des Leidens, des Schmerzes und des Verlusts. Dadurch werden diese Erschwernisse für sie unerträglich und der Gehorsam mühselig.

Durch das Unterlassen der Verbote wird der Gehorsame die Süße des Glaubens kosten, denn wer etwas für Allah aufgibt, dem wird Allah dies mit etwas besserem ersetzen.

In diesem Vortrag möchten wir sowohl uns als auch euch an einige Verbote erinnern, deren Verbot in der islamischen Rechtslehre eindeutig bekräftigt wurde, indem wir die Beweise dafür aus dem Qur`ān und aus der Şunnah einbringen. Diese Verbote gehören zu den Dingen, die sich unter vielen Muslimen verbreitet haben und die von vielen von ihnen begangen werden. Wir wollen diese erwähnen, damit derjenige diese Tat wieder einstellt, der unwissend über ihr Verbot war, und damit sich derjenige ermahnen lässt, der diese Abscheulichkeiten bewusst begeht.

Möge Allah uns und euch auf Sein rechten Weg leiten, und uns erfolgreich im Einhalten Seiner Grenzen machen. Und möge Er uns von Seinen Verboten fernhalten, denn gewiss, mein Herr ist wahrlich der Erhörer des Gebets.

Zu den folgenschwersten Sünden überhaupt, ist die Beigesellung Allahs (Schirk), so wie es im Ĥadīth von Abū Bakrah berichtete wurde: „Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Soll ich euch nicht die größten aller Sünden nennen?“ Wir sagten: „Doch, o Gesandter Allahs!“ Er sagte: „Die Beigesellung Allahs […].“[6]

Alle Sünden kann der erhabene Allah vergeben, bis auf Schirk. Denn der Schirk bedarf einer spezifischen Reue. Der erhabene Allah hat gesagt: "Allah vergibt gewiss nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will."

Der Schirk unterteilt sich in großen und kleinen Schirk. Der große Schirk führt zum Abfall vom Glauben, sodass diese Person dann auch ewig im Höllenfeuer sein wird, wenn er also in diesem besagten Zustand sterben sollte. Zu den Erscheinungsformen dieses großen Schirks, die in vielen muslimischen Ländern verbreitet sind, gehören folgende:

Erstens: Die Grabesanbetung und der Glaube, dass die verstorbenen Auliyā` (Nahestehenden Allahs) die Angelegenheiten der Menschen regeln und sie von Unheil erlösen können. Sie stützen sich auf diese Toten und Erbitten ihre Hilfe. Der erhabene Allah hat jedoch gesagt: "Und dein Herr hat bestimmt, dass ihr nur Ihm dienen sollt"[7]

Dazu gehört auch das Bitten der verstorbenen Propheten und der rechtschaffenen Menschen, damit sie für einen bei Allah vermitteln oder damit sie die Erschwernisse mindern. Der erhabene Allah jedoch sagte: "Oder (ist besser) Wer den in einer Notlage Befindlichen erhört, wenn er Ihn anruft, und das Böse hinwegnimmt und euch zu Nachfolgern (auf) der Erde macht? Gibt es denn einen (anderen) Gott neben Allah?"[8]

Einige Menschen sagen, sobald ihnen ein Unheil widerfährt: „O Muĥammad“, „O ‘Alī“, „O Ĥuşşain“, „O Badawī“, „O Djīlānī“, „O Rifā‘ī“, „O Zainab“ und so weiter, obwohl der erhabene Allah gesagt hat: "Gewiss, diejenigen, die ihr anstatt Allahs anruft, sind (nur) Diener gleich euch."[9]

Andere umkreisen die Gräber, reiben sich daran zwecks Segnung, verneigen sich davor und stehen da voller Ehrfurcht und Erniedrigung und bitten und flehen, damit ihre Angelegenheiten für sie erledigt werden, wie das Heilen einer Krankheit, das Schenken eines Kindes oder Erleichterung bei einem Vorhaben. Doch der erhabene Allah sagte: "Und wer ist weiter abgeirrt als jemand, der anstatt Allahs jemanden anruft, der ihn nicht erhört bis zum Tag der Auferstehung? Und sie achten nicht auf ihr Bittgebet."[10] Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Wer stirbt und Allah etwas beigesellt, der wird ins Höllenfeuer kommen.“[11]

Zweitens: Zum Erscheinungsbild des großen Schirk, gehört auch das Darbringen eines Opfertieres für andere neben Allah. Der erhabene Allah sagt: "So bete zu deinem Herrn und opfere."[12] Das heißt, bringe Opfertiere dar für Allah und im Namen Allahs. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Allah verflucht denjenigen, der neben Allah auch anderen Opfertiere darbringt.“

Auch in unserer Zeit hat sich eine Art des Darbringens von Opfertieren, das bereits in der Vorislamzeit bekannt war, wieder verbreitet und zwar ist es das Darbringen eines Opfertieres für die Djinn. Dieses Opfer wird meistens dargebracht, wenn ein Haus gekauft oder gebaut wird, damit die Djinn sich davon fernhalten. Dies sind einige Abscheulichkeiten, die zum großen Schirk gehören.

Drittens: Zu den Verboten, die viele Menschen unterschätzen und die sogar zum kleinen Schirk gehören, ist die Augendienerei (ar-Riyā`) bei den gottesdienstlichen Handlungen. Zu den Voraussetzungen einer rechtschaffenen Tat gehört, dass diese ohne Augendienerei und mit Anlehnung an die Şunnah verrichtet wird. Derjenige, der rechtschaffene Taten verrichtet, damit andere Menschen ihn dabei beobachten, hat Allah Partner beigesellt und hat kleinen Schirk begangen. Außerdem sind dadurch seine Taten nichtig geworden, wie zum Beispiel jemand, der betet, damit andere ihn sehen. Der erhabene Allah sagte über die Heuchler: "Und wenn sie sich zum Gebet hinstellen, stellen sie sich schwerfällig hin, wobei sie von den Menschen gesehen werden wollen, und gedenken Allahs nur wenig."[13]

Das gleiche gilt auch für jemand, der eine rechtschaffene Tat vollrichtet, damit es weitererzählt und zum Gesprächsthema unter den Menschen wird. Auch diese Person ist dem kleinen Schirk verfallen. Diesen Menschen ist eine schlimme Strafe angedroht worden, so wie es im Ĥadīth von Ibn ‘Abbāş, Allahs Wohlgefallen auf ihn, über den Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, berichtet worden: „Wer sich mit seinen Taten brüstet, den wird Allah in Verruf bringen. Und wer Augendienerei betreibt, den wird Allah bloßstellen.“[14]

Und wer eine rechtschaffene Tat vollrichtet und damit sowohl Allah als auch die Menschen beabsichtigt, so ist auch seine Tat nichtig geworden. Der erhabene Allah sagte in einem Ĥadīth Quddşī: "Von allen Teilhabern bedarf Ich der Teilhaberschaft am wenigsten. Wer eine Tat vollzieht und Mir darin jemanden beigesellt, den verlasse Ich samt seinem Teilhaber."[15]

Viertens: Zum kleinen Schirk gehört auch das Schwören bei jemand anders, als bei Allah. Dies ist zu einer Sache geworden, die leicht auf der Zunge von vielen Menschen ist. Der Schwur ist eine Art der Ehrung, die nur Allah zuteil sein darf, so wie es im Ĥadīth von Ibn ‘Ummar, Allahs Wohlgefallen auf ihn, über den Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, berichtet wurde: „Wahrlich, Allah verbietet euch (Gläubigen), dass ihr bei euren Vätern schwöret. Wer unbedingt schwören will, der soll nur bei Allah schwören oder schweigen!“[16]

Von Ibn ‘Ummar, Allahs Wohlgefallen auf ihn, wird außerdem berichtet, dass der Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Wer bei anderem außer bei Allah schwört, hat (Allah) schon (etwas) beigesellt.“[17] Der Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte auch: „Wer bei etwas Anvertrautem schwört, der gehört nicht zu uns.“[18] Somit darf weder bei der Ka’bah, bei etwas Anvertrautem, bei der Ehre oder beim Tod der Kinder geschworen werden, all das ist verboten. Und wer etwas davon getan hat, so ist die Sühne dafür, dass er sagt: „Es gibt keinen anbetungswürdigen Gott außer Allah.“ Denn in einem authentischen Ĥadīth heißt es: „Wer von euch bei al-Lāt und al-‘Uzzā geschworen hat, der soll sagen: „Es gibt keinen anbetungswürdigen Gott außer Allah („lā Ilāha illa-llāh“).“[19]

Zu diesem Kapitel gehören noch zahlreiche weitere Ausdrücke, die voller Schirk sind und somit verboten gehören, jedoch von einigen Muslimen immer noch geäußert werden, wie zum Beispiel: „Ich suche bei Allah und bei dir Zuflucht“, „ich stütze mich auf Allah und auf dich“, „dies ist von Allah und von dir“, „ich habe niemanden außer Allah und dich“, „Allah ist für mich im Himmel da und du hier auf der Erde“ oder „wäre nicht Allah und der soundso“. Dazu gehören auch Aussagen wie: „Die Natur wollte es so“, oder „die Zeit ist tückisch“. All das sind Aussagen, die voller Schirk sind und vor denen sich ein Muslim entfernen und sich in Acht nehmen muss.

Dazu gehören auch die Namen der Dienerschaft, die nicht an Allah gebunden sind, wie „‘Abdul-Maşīĥ“ (Diener des Messias), „‘Abdun-Nabiy“ (Diener des Propheten), „‘Abdur-Raşūl“ (Diener des Gesandten), „‘Abdul-Ĥuşşain“ (Diener des Ĥuşşain) und so weiter.

Zu den heutigen Ausdrücken und Formulierungen, die im Widerspruch zum Tauĥīd stehen, sind Ausdrücke wie: „Der Sozialismus des Islam“, „die Demokratie des Islam“, „der Wille des Volkes kommt vom Willen Allahs“, „die Religion gehört Allah und der Staat gehört allen“, „Im Namen des Arabertums“, „Im Namen der Revolution“ und weitere solcher Ausdrücke.

Fünftens: Zu den Verboten, die von vielen Muslimen missachtet werden, gehört das Sitzen mit Heuchlern, Frevlern oder Neuerern, um sich mit ihnen zusammen zu amüsieren. Viele, bei denen sich der Glaube noch nicht in ihrem Herzen gefestigt hat, sitzen bewusst mit einigen dieser Leute des Frevels, der Abscheulichkeit und der Neuerung zusammen. Manche von ihnen setzen sich zu Leuten, die die islamische Rechtslehre des erhabenen Allahs anfechten, über Seine Religion spotten und die Gelehrten beleidigen. Dies ist wahrlich eine verbotene Tat, die das Glaubensbekenntnis einer Person verleumdet. Der erhabene Allah hat gesagt: "Und wenn du diejenigen siehst, die auf Unsere Zeichen (spottend) eingehen, so wende dich von ihnen ab, bis sie auf ein anderes Gespräch eingehen. Und wenn dich der Satan nun vergessen lässt, dann sitze nicht, nachdem du dich (daran) erinnert hast, mit dem ungerechten Volk zusammen."[20]

Du darfst nicht zu Leuten setzen, die sich in solch einer Lage befinden, auch wenn diese deine engsten Verwandten sind. Die einzige Ausnahme besteht darin, dass du sie zur Wahrheit rufen willst oder weil du ihre Unwahrheit widerlegen willst oder weil du sie ermahnen willst. Doch das Hinnehmen und Schweigen bezüglich dessen, was sie sagen und tun, ist nicht erlaubt. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Und wenn ihr auch mit ihnen zufrieden seid, so ist Allah doch nicht zufrieden mit dem Volk der Frevler."[21]

Sechstens: Zu den Verboten, die von vielen Menschen unterschätz werden, gehört das nichtvorhandensein der Ruhe im Gebet, wie derjenigen, der vom Gebet stiehlt. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Der schlimmste Dieb unter den Menschen ist der, der von seinem Gebet stiehlt.“ Sie sagten: „O Gesandter Allahs, wie stiehlt er von seinem Gebet?“ Er sagte: „Er macht seinen Rukū‘ (Verbeugung) und Şudjūd (Niederwerfung) nicht vollständig.“[22]

Das Stehlen vom Gebet zeigt sich durch das nichtvorhandensein der Ruhe und Demut im Gebet und wenn der Rücken weder bei der Verbeugung noch bei der Niederwerfung mit dem Kopf eine gerade Linie bildet, auch dann nicht, wenn man sich von der Verbeugung wieder erhebt. Auch beim Sitzen zwischen den beiden Niederwerfung wird nicht darauf geachtet, dass dabei der Rücken mit dem Kopf eine gerade Linie bildet. Die Ruhe im Gebet ist jedoch eines der Fundamente des Gebets, ohne dieses ein Gebet ungültig wird. Dies ist eine ernste Angelegenheit. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Eine Person erhält nur dann Lohn für sein Gebet, wenn sein Rücken bei der Verbeugung und Niederwerfung gerade wird.“[23]

Ohne Zweifel verdient derjenige, der solch eine Schandtat begeht, Tadel und Androhung. Von Ibn ‘Abdullah al-Asch’arī wird berichtet, dass er sagte: „Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sah einen Mann, der seinen Rukū‘ nicht korrekt vervollständigte und in seinem Şudjūd pickte, da sagte er: „Würde dieser Mann in diesem Zustand sterben, so würde er in einer anderen Religion sterben als die von Muĥammad. Er pickt in seinem Gebet, wie eine Krähe Blut pickt. Derjenige, der Rukū‘ nicht vollständig macht und der in seinem Şudjūd pickt, gleicht einem Hungrigen, der eine oder zwei Datteln isst, die ihm überhaupt nichts nützen.“[24]

Von Zaid Ibn Wahb wird berichtet, dass er sagte: „Ĥudhaifah sah einen Mann, der (beim Gebet) weder seine Verbeugung noch seine Niederwerfung vervollständigt hat. Er sagte zu ihm: „Du hast nicht gebetet und wenn du in diesem Zustand sterben würdest, so würdest du nicht gemäß der natürlichen Anlage Allahs sterben, in der Er Muĥammad erschaffen hat.“[25]

O Diener Allahs, fürchtet deshalb Allah! Und verrichtet euer Gebet in der Art und Weise, so wie es auch euer Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, verrichtet hat. Denn er, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Betet, wie ihr mich betend gesehen habt.“[26]

Zu den Verboten gehört auch: Das Spielen im Gebet und die ständigen Bewegungen, die nicht zum Gebet gehören. Auch das Erheben des Blickes und das nicht Senken des Kopfes gehören dazu. All das sind Folgen, die bei solchen auftreten, die sich nicht den Befehlen Allahs unterordnen, als Er, Erhaben ist Er, sagte: "Und steht demütig ergeben vor Allah."[27] Außerdem sollten diese Menschen auch Seine folgende Aussage verinnerlichen: "Den Gläubigen wird es ja wohl ergehen, denjenigen, die in ihrem Gebet demütig sind."[28]

Als unser Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gefragt wurde, ob man während des Gebets den Sand begradigen kann, ob sich darauf niederzuwerfen, sagte er: „Begradige es nicht, während du am Beten bist.“[29] Die Gelehrten haben außerdem erwähnt, dass diese ständigen Bewegungen, die nicht zum Gebet gehören, das Gebet ungültig machen können. Was wird dann mit denen sein, die in ihrem Gebet spielen. Sie stehen vor dem erhabenen Allah und schauen dabei auf ihre Uhr, richten ihre Kleidung, stecken ihren Finger in die Nase oder lassen ihren Blick links und rechts umherschweifen. Dabei haben sie weder Angst davor, dass ihr Blick weggerissen wird[30] noch dass der Teufel etwas von ihrem Gebet stehlen wird.

Zu den Verboten bezüglich des Gebets gehört auch das absichtliche überholen des Vorbeters (Imām) im Gebet. Dies ist zweifellos eine schwere Tat. Denn diesbezüglich wurde eine schlimme Androhung überliefert, als unser Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Fürchtet nicht derjenige, der seinen Kopf (im Gebet) vor dem Imam erhebt, dass dessen Kopf Allah zu einem Eselkopf macht?“[31]

Siebtens: Zu den Verboten gehört auch, dass man in die Moschee kommt, während man zuvor Zwiebel oder Knoblauch gegessen hat. Auch andere unangenehme Gerüche gehören dazu, wie der Gestank von Zigaretten. Der erhabene Allah hat gesagt: "O Kinder Ādams, legt euren Schmuck bei jeder Gebetsstätte an."[32]

Von Djābir, Allahs Wohlgefallen auf ihm, wird berichtet, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Wer Knoblauch oder Zwiebeln gegessen hat, der soll sich von uns (Muslimen) fernhalten.“ Oder er sagte: „[…] der soll sich von unserer Moschee fernhalten und zu Hause bleiben!“[33]

Im Wortlaut von Muşlim heißt es: „Wer Knoblauch, Zwiebeln oder Lauch gegessen hat, soll sich unserer Moschee nicht nähern. Denn nicht nur der Mensch, auch die Engel fühlen sich dadurch belästigt.“

Eines Tages hielt ‘Ummar Ibn al-Khattāb eine Freitagspredigt und sagte: „O ihr Leute! Ihr isst zwei Arten Früchten, welche ich widerlich finde. Diese sind Zwiebeln und Knoblauch. Ich sah den Gesandten Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, einen Mann befehlen, die Moschee zu verlassen und zu al-Baqī‘ zu gehen, als er von ihm das Geruch dieser beiden Früchten spürte. Wer von euch sie essen möchte, der soll sie zuerst gut kochen, bis ihr Geruch nicht mehr da ist.“[34]

Dazu gehören auch solche, die direkt nach ihrer Arbeit in die Moschee kommen, während aus ihren Achselhöhlen und von ihren Strümpfen üble Gerüche austreten. Schlimmer als diese sind jedoch jene, die Zigaretten rauchen, das ja bekanntlich verboten ist und dann in die Moschee kommen. Sie belästigen mit ihren Gerüchen die Diener Allahs von den Engel und den Betenden.

Wir bitten Allah, den Erhabenen und Allgewaltigen, Er möge uns allen vergeben und uns von allen Sünden fernhalten. Möge Allah uns den Glauben lieb machen und in unseren Herzen ausschmücken, und möge Er uns den Unglauben, den Frevel und den Ungehorsam verabscheuen lassen. Und möge Er uns zu denjenigen gehören lassen, die besonnen handeln. Und Allah weiß es am besten!

 

 



[1]
Maryam 19:64

[2] Verzeichnet bei al-Ĥākim und als gut (ĥaşşan) gestuft von al-Albānī

[3] Al-Baqarah 2:187

[4] An-Nişā` 4:14

[5] Verzeichnet bei Muşlim

[6]Verzeichnet bei Buchārī und Muşlim

[7] An-Nişā` 4:48]

[8]An-Naml 27:62

[9] Al-A’rāf 7:194

[10] Al-Aĥqāf 46:5

[11] Verzeichnet bei Buchārī

[12] Al-Kauthar 108:2

[13] An-Nişā` 4:142

[14] Verzeichnet bei Muşlim

[15] Verzeichnet bei Muşlim

[16] Verzeichnet bei Buchārī

[17] Verzeichnet bei Aĥmad. Siehe „Şaĥīĥ al-Djāmi‘“ von al-Albānī

[18] Verzeichnet bei Abū Dāwūd. Siehe „aş-Şilşilah aş-Şaĥīĥah“ von al-Albānī

[19] Verzeichnet bei Buchārī

[20] Al-An’ām 6:68

[21] At-Taubah 9:96

[22]Verzeichnet bei Aĥmad und von al-Albānī als authentisch (şaĥīĥ) gestuft

[23]Verzeichnet bei Abū Dāwūd. Siehe „Şaĥīĥ al-Djāmi‘“ von al-Albānī

[24]Verzeichnet bei Ibn Ĥuzaimah und von al-Albānī als authentisch gestuft

[25] Verzeichnet bei Buchārī

[26] Verzeichnet bei Buchārī

[27] Al-Baqarah 2:238

[28]Al-Mu`minūn 23:1-2

[29] Verzeichnet bei Abū Dāwūd. Siehe „Şaĥīĥ al-Djāmi‘“ von al-Albānī

[30] Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Die Leute müssen sich zurückhalten, beim Gebet zum Himmel zu sehen, sonst wird ihr Blick nicht zu ihnen zurückehren(und in einer anderen Erzählung: „ihr Blick wird weggerissen“).“ [verzeichnet bei Buchārī und Muşlim].

[31] Verzeichnet bei Muşlim

[32] Al-A’rāf 7:31

[33] Verzeichnet bei Buchārī

[34] Verzeichnet bei Muşlim

Das Empfangen des ’Īds und das sich Vorbereiten auf die Opfergabe

Der erhabene Allah hat im edlen Qur`ān gesagt: "Und rufe unter den Menschen die Pilgerfahrt aus, so werden sie zu dir kommen zu Fuß und auf vielen hageren (Reittieren), die aus jedem tiefen Passweg da herkommen, damit sie (allerlei) Nutzen für sich erfahren und den Namen Allahs an wohlbekannten Tagen über den aussprechen, womit Er sie an den Vierfüßlern unter dem Vieh versorgt hat."[1]

Da der erhabene Allah die Pilger Seines heiligen Hauses mit dieser edlen Anbetung geehrt hat, nämlich der Pilgerfahrt, so hat Er den Muslimen in allen anderen Ländern auch eine Großzügigkeit und Gnade erwiesen, indem Er ihnen ebenfalls eine Reihe von Anbetungen gegeben hat, mit denen sie Ihm näher kommen können. Diese Anbetungen gleichen einigen Anbetungen der Pilger (al-Ĥudjādj) und Besucher (al-’Ummar) des heiligen Hauses Allahs, die dort vor Ort entrichtet werden. Diese Anbetung ist die al-Udĥiyah. Al-Udĥiyah ist ein Opfertier, das am zehnten Tag von Dhu l-Ĥidjah, das heißt am Tage des ’Īd al-Adĥah, geschlachtet wird. Diese Tat wurde dieser islamischen Gemeinschaft (Ummah) erlassen als Andenken an die Gnade Allahs, als Er unseren Vater Işmā’īl, möge Allah ihn loben und Heil schenken, rettete, so wie es uns der edle Qur`ān berichtet hat.

Der erhabene Allah hat gesagt: "Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sagte er: „O mein Sohn, ich sehe im Traum, dass ich dich schlachte. Nun schau, was du dazu meinst?“ Er sagte: „O mein Vater, tu, wie dir befohlen wird; du sollst mich - so Allah will - unter den Geduldigen finden.“ Als sie sich beide (Allahs Willen) ergeben hatten und er ihn mit der Stirn auf den Boden hingelegt hatte, da riefen Wir ihm zu: "O Ibrahim, du hast bereits das Traumgesicht erfüllt." So belohnen Wir die, die Gutes tun. Wahrlich, das ist offenkundig eine schwere Prüfung. Und Wir lösten ihn durch ein großes Schlachttier aus."[2]

Dieses Opfertier dient dieser islamischen Gemeinschaft als Andenken dafür, dass sie auf dieser Welt bleiben durfte, um die Botschaft des Islams zu tragen. Dadurch ist sie zur besten Gemeinschaft geworden, die für die Menschheit auf dieser Erde entstand wurde. Für diese Gnade Allahs muss die muslimische Gemeinschaft ewig dankbar sein und den erhabenen Allah dafür stets lobpreisen. Diese Danksagung kann nur dann in einer Form erbracht werden, die richtig und legitim ist, wenn dabei zwei Voraussetzungen erfüllt werden:

Erstens: Es muss ausschließlich für Allah allein getan werden.

Zweitens: Diese Tat muss in Einklang sein mit der Rechtleitung des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken. Nur dann wird eine Danksagung erreicht, die der erhabene Allah für diese Gemeinschaft erlassen hat und die Seiner Erhabenheit würdig ist.

Wenn wir nun dieses besondere Ritual mit den Pilgern teilen wollen, das sich ja im Schlachten eines Opfertieres (al-Udĥiyah) widerspiegelt, dann ist es auch zwingend erforderlich zu wissen, welche Regeln diesbezüglich zu beachten sind. Denn ein Muslim darf nicht unwissend sein im Hinblick auf eines der Gesetze Allahs, die Er für ihn erlassen hat. Bevor wir uns die Regeln bezüglich dieser Opfergabe ansehen, müssen wir folgendes wissen:

Erstens: Der erhabene Allah hat diese Opfergabe für diese Gemeinschaft erlassen, daran darf nicht gezweifelt werden. Er hat es in Seinem Buch, dem edlen Qur`ān und über die Zunge Seines Gesandten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, erlassen. Es herrscht außerdem in dieser Gemeinschaft Einigkeit darüber, dass diese Tat vom erhabenen Allah erlassen wurde, seit dem Tage, als der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, dieses erlassen hat. Dieser Erlass wird bestehen bleiben, solange diese Gemeinschaft auf dieser Erde lebt. Der erhabene Allah hat diesbezüglich gesagt: "Wahrlich, Wir haben dir die Überfülle gegeben. Darum bete zu deinem Herrn und schlachte (Opfertiere)."[3]

Somit ist das Schlachten eines Opfertieres erst nach dem Verrichten des Gebetes gekommen! Diese Reihenfolge hat auch ebenfalls der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, eingehalten. Außerdem lehrte er dies auch seinen Gefährten und somit seiner ganzen Gemeinschaft. So sieht also seine Şunnah aus, die voller Weisheit und Präzision ist. Denn der erhabene Allah hat ja gesagt: "Darum bete zu deinem Herrn und schlachte (Opfertiere)."[4]

Das bedeutet: Bete erst einmal das ’Īdu-l-Adĥah-Gebet und schlachte danach erst dein Opfertier. Somit bleibt dieser Gemeinschaft keine Gelegenheit in ihrer Religion aus, dass nicht detailliert beschrieben wurde. Diese Regeln wurden durch das Buch Allahs und durch die Şunnah Seines Gesandten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, erlassen.

Was die Şunnah anbetrifft, so werden dort viele Aĥādīthe berichtet, die sowohl die verbale als auch die praktische Vorgehensweise erläutern. Eines davon ist der Ĥadīth von Annaş Ibn Mālik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, der gesagt hat, dass der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, am Tag des Opferfestes zwei Widder[5] geschlachtet hat, die gemästet und Amlaĥain waren. Al-Amlaĥ bedeutet weiß, das mit schwarzen Flecken vermischt ist. Immer wenn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, etwas gesagt oder getan hat, lies er die Menschen Zeuge darüber sein, damit sie diese Dinge verbreiten konnten und es somit zum Erlass für seine ganze Gemeinschaft wurde. Deshalb hat der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sein Opfertier auch stets in einem Muşallah (Gebetsplatz) geschlachtet. Hier zeigt sich die Weisheit, die hinter dem Verrichten des Festgebets in einem Muşallah und nicht in der Moschee steckt. Eine Moschee ist nämlich kein Ort, in dem Blut vergossen wird. In einem Muşallah ist dies kein Problem. Somit herrscht unter den Muslimen Einigkeit darüber, dass das Schlachten eines Opfertieres ein Erlass des erhabenen Allahs ist.

Zweitens: Die zweite Sache, die wir unbedingt wissen müssen, ist, dass diese Anbetung, die sich im Schlachten eines Opertieres widerspiegelt, eine Anbetung ist, die mit finanziellen Mitteln vollzogen wird und nicht durch körperliche Anstrengung. Deshalb sollte ein Muslim, der ein Opfertier schlachten möchte, von dem Guten ausgeben, das er erworben hat. Man darf sich nicht auf Gelder stützen, die vermischt sind mit Zinsen oder mit etwas anderem Verbotenem, um damit das Opfertier zu kaufen. Denn der erhabene Allah hat uns befohlen, dass wir von dem Guten ausgeben sollen, das wir erworben haben. Der erhabene Allah hat gesagt: "O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem Guten, das ihr erwarbt, und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorkommen lassen, und sucht darunter zum Spenden nicht das Schlechte aus, das ihr selber nicht nähmet, ohne dabei die Augen zuzudrücken […]."[6]

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat außerdem gesagt: „Allah ist Gut und liebt nur Gutes.“

Ein Muslim sollte sein Opfertier ausschließlich von dem Guten kaufen, das er erworben hat, damit diese Anbetung vom erhabenen Allah auch angenommen wird.

Drittens: Die dritte Angelegenheit lautet, dass das Opfertier nur unter bestimmten Voraussetzungen angenommen wird. Diese Voraussetzungen hat unser Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gezeigt. Sie wären:

Das Opfertier sollte bereits das erste Lebensjahr überschritten haben. Im arabischen heißt es: al-Muşannah. Das heißt: Das Schaf muss mindestens ein Jahr alt sein oder älter. Die Kuh muss mindestens zwei Jahre und das Kamel mindestens fünf Jahre alt sein. Wenn es jedoch schwer ist, ein Schaf zu schlachten, dass mindestens ein Jahr alt ist, dann darf man auch ein Schaf schlachten, dass das erste Lebensjahr noch nicht überschritten hat (jedoch älter ist als sechs Monate). Im arabischen heißt es: Djadh’ah. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Schlachtet nichts anderes, als ein Tier, das mindestens ein Jahr alt ist, es sei denn, es ist zu schwierig für euch. In diesem Fall könnt ihr auch ein Schaf schlachten, dass Djadh’ah ist.“[7]

Ihr müsst euch also ein Opfertier aussuchen, welches das beste Alter, den besten Körper und das reinste Blut besitzt. Außerdem muss es frei sein von jeglichen Mängeln. Denn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Es gibt vier, die nicht als Opfer bestimmt sind: ein einäugiges Tier, dessen Fehler unverkennbar ist; ein krankes Tier, dessen Krankheit unverkennbar ist; ein lahmes Tier, dessen Hinken offensichtlich ist, und ein abgemagertes Tier, was kein Mark in seinen Knochen hat.“

Deshalb hat sich der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, auch stets das Widder ausgesucht, das gemästet war, damit es frei von jeglichen Mängeln ist. Er schlachtete zwei weiße Schafböcke mit schwarzen Flecken, die gemästet waren. Deshalb müsst auch ihr euch ein Opfertier aussuchen, das ein reines Erscheinungsbild hat und frei von jeglichen Mängeln ist. Es muss außerdem bereits das erste Lebensjahr überschritten haben. Wenn das schwer ist, dass eins, welches nah am ersten Lebensjahr ist.

Viele Menschen stellen sich die Frage, ob das Schlachten eines Opfertieres lediglich eine Şunnah sei, sodass wenn derjenige, der dazu in der Lage ist, dies aber nicht tut, weder getadelt noch bestraft werden kann, oder ob es doch eine Pflicht ist, sodass wenn es jemand nicht tut, der dazu in der Lage ist, getadelt und bestraft wird. Wenn wir das wissen wollen, dann müssen wir uns die Beweise aus dem Buch Allahs und aus der Şunnah anschauen. Im edlen Qur`ān sagt der erhabene Allah: "Darum bete zu deinem Herrn und schlachte (Opfertiere)."[8]

Der erhabene Allah hat hier mit dem Schlachten eines Opfertieres befohlen. Diese Aufforderung verweist hier ganz klar auf eine Pflicht bzw. auf eine Notwendigkeit, außer wenn ein anderer Textausschnitt kommt, der diese Aufforderung wieder aufhebt. Die Beweise aus den Aĥādīthen deuten jedoch klar darauf hin, dass es eine Pflicht ist. Die Şalaf, also die rechtschaffenen Vorfahren dieser Gemeinschaft, haben niemals auf das Erbringen dieser Opfergabe verzichtet, die sie Allah näher brachte. Ein Beweis dafür ist außerdem auch der Ĥadīth des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, der gesagt hat: „Wer bereits vor dem Gebet geschlachtet hat, der soll es wiederholen.“

In einem anderen Wortlaut heißt es: „Wer bereits vor dem Gebet geschlachtet hat, der soll zusätzlich zu diesem Tier noch ein anderes schlachten.“

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte außerdem: „Wer (sich im) Wohlstand (be-)findet und nicht opfert, der soll sich bestimmt nicht unserem Gebetsplatz nähern!“[9]

Diese Aĥādīthe zeigen ganz deutlich, dass das Schlachten eines Opfertieres eine Pflicht für jeden Muslim ist, der dazu in der Lage ist und dass derjenige, der dieser Pflicht nicht nachkommt, sündigt und für seine ablehnende Haltung bestraft werden muss. Wäre das Schlachten eines Opfertieres nicht obligatorisch gewesen, dann hätte der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, weder denjenigen gesagt, die vor dem Festgebet geschlachtet haben, sie sollen das Schlachten wiederholen, noch hätte er denjenigen das sich Nähren zum Gebetsplatz verboten, die nicht schlachten wollten, obwohl sie dazu in der Lage wären.

Was die Zeit des Opferns anbetrifft, so beginnt diese nach dem Festgebet. Das Festgebet findet am zehnten Tag vom Monat Dhu l-Ĥidjah statt. Diese Tatsache bekräftigt der bereits vorher erwähnte Ĥadīth. Noch deutlicher ist hier ein anderer Ĥadīth, wo darin steht: „Wer vor dem Festgebet geschlachtet hat, der hat für sich selbst geschlachtet. Und wer nach dem Festgebet geschlachtet hat, der hat sein Opfer richtig dargebracht und nach der Şunnah (Verfahrensweise) der Gesandten verfahren.“[10]

Die Zeit für das Opfern erstreckt sich bis kurz vor Sonnenuntergang des letzten Tages des Taschrīq. Die „Tage des Taschrīq“ sind die drei aufeinander folgenden Tage des Opferfestes. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „An allen Tagen des Taschrīq darf geschlachtet werden.“

Dabei ist es egal, ob es sich um ein Opfertier (al-Udĥiyah) allgemein handelt oder um das Opfertier eines Pilgers (al-Haddiy). Der einzige Unterschied ist, dass der Platz für das Schlachten eines Opfertieres (al-Haddiy) für den Pilger der al-Ĥarām al-Makki ist und für die restlichen Muslime alle anderen Länder sind, die von Muslimen bewohnt werden. Der Muslim sollte außerdem mit seinen eigenen Händen schlachten, denn das gehört zur Şunnah. Wenn er es nicht kann, dann sollte er zumindest dabei sein, wenn derjenige, den er mit dieser Sache beauftragt hat, das Opfertier schlachtet. Denn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat während der Abschiedspilgerfahrt hundert Kamele geschlachtet. Sechzig davon hat er selbst mit seinen edlen Händen geschlachtet und mit der Schlachtung der restlichen hat er ’Ali, Allahs Wohlgefallen auf ihm, beauftragt.

Derjenige, der das Opfertier geschlachtet hat, darf von diesem Fleisch essen, spenden und einen Teil davon einlagern, so wie er es möchte, ohne dabei eine bestimmte Portionierung festzulegen, weder drei Portionen noch irgendeine andere Aufteilung. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Darum esset davon und speist den Notleidenden, den Bedürftigen."[11]

Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Isst, spendet, sorgt vor und lagert davon ein.“[12]

Lieber Muslim, O derjenige der möchte, dass Allah ihm vergibt! Wisse auch, dass es erwünscht ist, am Tag von ’Arafat zu fasten. Das ist der neunte Tag vom Monat Dhu l-Ĥidjah und somit der Vortag des Opferfestes. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat auf die Frage nach dem Fasten am Tag von ’Arafat wie folgt geantwortet: „Es tilgt die Verfehlungen im vorherigen und im laufenden Jahr.“[13]

Diese Chance solltest du unter keinen Umständen verpassen. Möge der erhabene Allah uns segnen und uns allen vergeben.

 

 



[1]
al-Ĥadj 22:27f

[2] aş-Şāffāt 37:102ff

[3] al-Kauthar 108:1f

[4] al-Kauthar 108:2

[5] männliches Schaf

[6] al-Baqarah 2:267

[7] Dies überlieferte Muşlim

[8] al-Kauthar 108:2

[9] Überliefert bei Aĥmad und Ibn Mādjah. Scheich al-Albani stuft diesen Ĥadīth in seinem Werk „Şaĥiĥu l-Djami’“ als Şaĥiĥ ein (Nr.6490). Vgl. auch an-Nawawi in „al-Madjmu’“ (8/385) und al-Marĝinani in „al-Hidāyah“ (4/403).

[10] Überliefert bei al-Buchārī

[11] al-Ĥadj 22:28

[12] Überliefert bei Muşlim

[13] Überliefert bei Muşlim

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