Wie man die Stelle am Boden reinigt, der vom Urin betroffen ist

Annaş Ibn Mālik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Ein Wüstenaraber kam und urinierte in einer Ecke der Moschee. Daraufhin rügten ihn die Leute. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, untersagte ihnen dies. Als er fertig uriniert hat, ließ der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, anschließend einen Eimer Wasser holen und über diese Stelle gießen.“

Zusammenhängende Bedeutung:

Zur Angewohnheit der Wüstenaraber gehören Widerwille und Unwissenheit, da sie weit entfernt wohnen und somit abgeschnitten sind vom Erwerb des Wissens, das Allah auf Seinen Gesandten herabgesandt hat. Als sich der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, mit seinen Gefährten in der Moschee befand, kam ein Wüstenaraber und urinierte in einer Ecke der Moschee. Er dachte, dies wäre so wie in der Wüste (oder in der Wildnis). Doch für die Gefährten war dies eine schwerwiegende Tat gewesen, da sie die besondere Heiligkeit der Moschee kannten. Sie rügten ihn deshalb, während er noch urinierte.

Doch derjenige, der die edlen Charakterzüge besaß und der mit Verkündung und Vereinfachung gesandt wurde, kannte die Lage der Wüstenaraber gut und hat seinen Gefährten deshalb untersagt, ihn weiterhin zu rügen. Dadurch konnte gesichert werden, dass kein weiterer Teil der Moschee mit dem Urin verunreinigt wird und dass der Urinierende keine bleibenden Schäden davon trägt, wenn er das Urinieren hätte abbrechen müssen. Außerdem war dies auch die beste Art und Weise, damit er den Ratschlag danach annimmt und sich belehren lässt, wenn ihn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, belehrt. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, ließ einen Eimer Wasser holen und diesen dann über diese Stelle gießen.

 

Der Nutzen aus diesem Ĥadīth:

Der Boden, der vom Urin betroffen ist, wird wieder rein, wenn man Wasser darüber gießt. Es ist nicht notwendig, die Erde dort abzutragen, weder vor dem darüber gießen mit Wasser noch danach.

Die Achtung gegenüber Moscheen und ihre Reinhaltung.

Die Toleranz des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken. Er hat den Wüstenaraber mit Nachsicht und Feinfühligkeit belehrt, nachdem dieser fertig uriniert hatte. Deshalb sagte der Wüstenaraber daraufhin auch: „O Herr! Sei barmherzig mit mir und Muĥammad, und sei nicht barmherzig zu allen anderen hier.“ Dies wurde so in „Şaĥīĥ al-Bukhārī“ verzeichnet.

Die Weitsichtigkeit des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, und seine Kenntnis über die Gewohnheiten der Menschen.

Wenn die Ursachen für Verderbtheit zahlreich sind, dann wird stets die harmloseste davon genommen. Er ließ ihn fertig urinieren, damit kein größerer Schaden entsteht, wenn man ihn daran gehindert hätte.

Die weite Entfernung von den Menschen und den Städten führt zu Widerwille und Unwissenheit.

Die Nachsichtigkeit beim Belehren der Unwissenden.

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