Wer wird Millionär?

Vorschriften und Empfehlungen für die Fastenden

Knechte Allahs! Nutzt den Monat Ramadan durch reichliche gottesdienstliche Handlungen, indem ihr eure Gebete rechtzeitig verrichtet, den Qur’ān rezitiert, Allahs gedenkt, Wohltaten in Form von Spenden und Taten verrichtet und die Familienbande wahrt.

In Ramadan werden sowohl die Wohltaten als auch die Gaben von Allah vervielfacht.

Wer seinen Pflichten in diesem segensreichen Monat nachkommt wird sozusagen zu einem „millionenschweren“ Wohltäter.

Knechte Allahs! Hütet euch vor all jenen Dingen, die den Lohn für euer Fasten vermindern, und vor allem vor jenen Dingen, die euer Fasten ungültig machen. Wer verbotene Handlungen in Form von Worten oder Taten nicht unterlässt, hat den wahren Sinn des Fastens nicht verstanden. Wer die Vorschriften des Fastens nicht einhält, so ist er einer jener, denen das Fasten nichts weiter als Hunger und Durst beschert.

Haltet euch fern von Verwerflichem wie Lügen, Unaufrichtigkeit, Betrug und übler Nachrede (Lästern). Des Weiteren solltet ihr jegliche Form von Gesang und Musik und verbotene Freizeitbeschäftigungen meiden, denn diese Dinge vermindern den Wert des Fastens beträchtlich. Denn die Weisheit des Fastens liegt vor allen Dingen in der Gottesfurcht, wie Allah der Erhabene sagt: "Oh ihr die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben so wie es jenen vorgeschrieben war, die vor euch waren; auf dass ihr gottesfürchtig sein möget!"

Der Prophetengefährte Djābir, Allahs Wohlgefallen auf ihm, sagte: „Wenn du fastest so sollen mit dir deine Ohren, deine Augen und deine Zunge fasten, indem diese sich des Lügens und der verbotenen Dinge enthalten. Sei deinem Nachbar gegenüber wohltätig und wahre deine innere Ruhe. Gestalte die Tage des Fastens nicht so wie jene, in denen du nicht fastest.“

Knechte Allahs! Wisset, dass es Verhaltensweisen gibt, ohne welche euer Fasten nicht vollkommen ist, wie Beispielweise:

Das Şuĥūr (die Mahlzeit vor der Morgendämmerung am Fastentag):

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat das Einhalten des Şuĥūr angeordnet, indem er sagte: „Haltet das Şuĥūr ein, denn im Şuĥūr liegt wahrlich ein Segen!“[1]

Und der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte auch: „Der Unterschied zwischen unserer Art des Fastens und jener der Leute der Schrift (Juden und Christen) ist der Şuĥūr.“[2]

In einem weiteren Ĥadīth sagte er, möge Allah ihn loben und Heil schenken: „Das Şuĥūr ist voller Segen, so lasst es nicht aus, selbst wenn das Şuĥūr nur aus einem Schluck Wasser besteht, denn wahrlich Allah und Seine Engel segnen jene, die das Şuĥūr einhalten.“

Und der Muslim sollte das Şuĥūr mit der Absicht, dem Beispiel des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, zu folgen, verrichten. Dabei sollte ihm das Şuĥūr als eine Bestärkung für das Fasten dienen, denn er wird hierfür belohnt.

Und die Şunnah ist es, das Şuĥūr so kurz wie möglich vor der Morgendämmerung zu verrichten; denn dies ist auch eine Erleichterung für den Fastenden, da er seinen Schlaf nicht erneut für das Morgengebet unterbrechen muss, sondern dies direkt nach dem Şuĥūr verrichten kann.

Das sofortige Futūr (Fastenbrechen), sobald der Sonnenuntergang begonnen hat. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat hierzu gesagt: „So lange wie die Menschen das Futūr durchführen, erhalten sie Gutes.“[3]

Und die Şunnah ist es, dass der Fastende sein Fasten vor dem Maĝreb-Gebet mit einer ungeraden Zahl von frischen Datteln bricht, wenn diese nicht vorhanden sind, dann mit einer ungeraden Zahl von trockenen Datteln, und wenn auch diese nicht vorhanden sind, dann mit Wasser. Und wenn auch kein Wasser zur Hand ist, dann soll er sein Fasten mit dem brechen, was ihm gerade zur Verfügung steht.

Und die Şunnah ist es auch das Du’ā` des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken: „Der Durst ist gegangen, die Adern sind feucht geworden und die Belohnung ist inschaAllah sicher!“ vor dem Fastenbrechen zu sagen. Des Weiteren soll der Fastende um das bei Allah bitten, was er möchte, denn der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Wahrlich, dem Fastenden steht ein Bittgebet zu, welches nicht abgelehnt wird.“[4]

Verbot des Übertreibens was das Essen und Trinken angeht:

Das Übertreiben in diesen Dingen ist ein Verstoß gegen die Grundsätze des Fastens, schädlich für die Gesundheit und eine finanzielle Verschwendung.

Allah hat das Fasten in diesem Monat als eine gottesdienstliche Handlung vorgeschrieben, die Gottesfurcht beweisen soll. Man sollte deshalb nicht übertreiben, indem man Unnötiges und zu viel kauft, kocht und isst.

Die regelmäßige Teilnahme am Tarāwīĥ-Gebet:

Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Wer den Ramadan standhaft, gläubig und seine Belohnung von Allah erhoffend durchhält, dem werden all seine zuvor begangenen Sünden vergeben.“

Was Freizeitbeschäftigungen wie Fernsehen, Kartenspielen und leeres Gerede angeht, so stellen diese auch Verstöße gegen die Grundsätze des Fastens dar.

O Allah, akzeptiere unser Fasten, unser Ausharren im Gebet und verzeih uns unsere Sünden.

 

 



[1]
verzeichnet bei Buchārī und Muşlim

[2] verzeichnet bei Muşlim

[3] verzeichnet bei Buchārī und Muşlim

[4] verzeichnet bei Ibn Mādjah

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