Kapitel 4: Zwei wichtige Haltungen, die auf das hinweisen, was sich dahinter verbirgt!

Erste Haltung: Scheikh ’Abdul-Qādir Schaibah al-Ĥamd hat über diese Haltung von Ĥassan al-Bannah berichtet: „Was die Muslimische Bruderschaft (Ikhwān al-Muşlimūn) anbetrifft, so wurde diese Gruppe gegründet, als ich noch Student an der Azhar-Universität war. Ĥassan al-Bannah, der Gründer der Muslimischen Bruderschaft, hat eines Tages Tantā[1], den Ort an dem ich studiere, besucht. Sie haben alle Anstrengungen unternommen, um die Studenten für sich zu gewinnen. Zahlreiche Studenten sind zu mir gekommen und haben darauf bestanden, dass auch ich an seinem Vortrag teilnehmen sollte. Die Anzahl der Studenten in Tantā belief sich zu dieser Zeit auf etwa tausend Studenten. Niemand von ihnen hatte seinen Bart wachsen gelassen außer mir und einem weiteren Studenten namens Maĥmūd ‘Abdul-Wahhāb. Das war für sie ein Ausdruck für Religiosität, sodass sie auf meine Anwesenheit bestanden. Sie bestanden darauf, dass ich mit ihnen den Vortrag von Ĥassan al-Bannah besuchen sollte, den er vor dieser überwältigen Mengen von Studenten halten wollte.

Ich ging nach dem ’Assr-Gebet dorthin und er begann seinen Vortrag. Er war ein Mann gewesen, der redegewandt, sprachbegabt und einflussreich war. Ich kann mich noch daran erinnern, dass er seine Rede nach dem ’Assr-Gebet hielt und es ging solange bis die Sonne unterging. Doch niemand stand auf, um das Maĝrib-Gebet zu verrichten. Ich wartete darauf, dass sie endlich ihren Vortrag stoppen, um zum Gebet zu rufen, doch vergebens. Ich wartete noch eine Weile, dann stand ich auf und verrichtete das Gebet allein. Als Ĥassan al-Bannah mit seinem Vortrag fertig war, stand ein weiterer Mann auf, der Zai al-Maschāyikh genannt wurde und fing an Ĥassan al-Bannah zu loben. Er hat darin maßlos übertrieben, dass man glaubte, er wolle ihn dem Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken, gleichstellen. Einer der Anwesenden stand daraufhin auf und widersprach dem Scheikh. Doch dann stand Ĥassan al-Bannah ein weiteres Mal auf und trug einige Passagen aus einem Gedicht vor, indem es heißt:

„Allah hat das Minimum Seines Lichtes mit einer Nische verglichen, in der eine Lampe ist.“

Das sollte eine Anspielung sein auf den folgenden Vers: "Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Das Gleichnis seines Lichtes ist das einer Nische, in der eine Lampe ist. Die Lampe ist in einem Glas. Das Glas ist, als wäre es ein funkelnder Stern. Ihr Brennstoff kommt von einem gesegneten Baum, einem Ölbaum, weder östlich noch westlich, dessen Öl beinahe schon Helligkeit verbreitete, auch wenn das Feuer es nicht berührte. Licht über Licht. Allah führt zu Seinem Licht, wen Er will. Allah prägt den Menschen die Gleichnisse, und Allah weiß über alles Bescheid."[2]

Seit diesem Tag habe ich einen schlechten Eindruck bekommen über die Muslimische Bruderschaft!“[3]

Zweite Haltung: ‘Alī ‘Aschmāwī sagt in seinem Buch „Die Geheimorganisation[4]“ über seine Begegnung mit Şayyid Quttb: „Es war Zeit für das Freitagsgebet. Also sagte ich zu Şayyid Quttb: „Lass uns langsam aufstehen und zum Freitagsgebet zu gehen.“ Die Überraschung war dann groß, da ich zum ersten Mal davon erfuhr, dass er das Freitagsgebet nicht verrichtet! Er sagte zur mir: „Ich bin der Ansicht, dass das Freitagsgebet entfällt, wenn das Kalifat untergegangen ist. Das Freitagsgebet wird nur dann verrichtet, wenn ein Kalifat existiert!““

 

 



[1]
Anm. des Übersetzers: Tantā ist die Hauptstadt des Regierungsbezirks al-Ĝarbiyya, hat etwa 335.000 Einwohner, ist wichtiger Eisenbahnknoten und beherbergt eine der größeren ägyptischen Universitäten.

[2]An-Nūr 24:35

[3]„Şaid al-Fawā`id“, Bereich „at-Ta’rīf bi l-’Ulamā`”, erstellt von: Walīd al-‘Alī

[4]„at-Tandhīm aş-Şirrī“ (Die Geheimorganisation), S. 112

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